Niedrige Temperaturen: belastend für den Kreislauf

Ist es kalt, ziehen sich die Blutgefäße zusammen und werden enger. Dadurch steigen Blutdruck und Herzfrequenz an. Das Herz muss somit mehr Kraft aufwenden, um genügend Blut durch den Körper zu pumpen. Bei Menschen mit koronarer Herzerkrankung können dadurch Probleme auftreten. Durch die ohnehin schon verengten Herzgefäße erhält der Herzmuskel bei Kälte nicht mehr ausreichend Sauerstoff. Betroffene können dann einen plötzlichen Schmerz hinter dem Brustbein spüren - Ärzte bezeichnen das als Angina Pectoris. Außerdem haben Forscher beobachtet, dass das Herzinfarkt-Risiko für Menschen mit koronarer Herzkrankheit bei Kälte ansteigen kann. Besonders häufig betroffen sind Männer - auch im Zusammenhang mit Schneeschippen. In einer Studie aus der Schweiz wurden die Daten von 350.000 Personen im Zeitraum von 2001 bis 2013 untersucht. 20 Personen hatten innerhalb dieser Zeit gesundheitliche Probleme, die im Zusammenhang mit Schneeschippen standen. Bei fünf Personen war das Herz-Kreislauf-System betroffen.

Also bei Kälte lieber drinbleiben?

Grundsätzlich gilt, dass Sie sich auch bei Kälte körperlich betätigen können. Es spricht also nichts gegen einen ausgiebigen Schneespaziergang. Auch Skilanglauf ist eine Sportart, die Sie durchaus betreiben können. Sie sollten allerdings bei extremer Kälte (ab minus fünf Grad und darunter) darauf achten, sich nicht zu sehr zu beanspruchen. Vermeiden Sie intensive Anstrengungen mit großen und plötzlichen Belastungsspitzen - wie etwa das ruckartige Anheben einer schweren Schaufel voller Schnee. Auch die Talfahrt auf Skiern bringt Risiken mit sich: Durch Bremsen und Ausweichen entstehen plötzliche Belastungen, die zu Herzrhythmusstörungen führen können. 

Worauf können Sie achten?

Wenn Sie bei Kälte draußen und körperlich aktiv sind, sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen: 

  • Legen Sie regelmäßige Pausen ein. Achten Sie während dieser Pausen bewusst darauf, wie es Ihnen geht. Wenn Sie sich unwohl fühlen, beenden Sie die Aktivität.
  • Versuchen Sie vor körperlicher Betätigung in der Kälte auf schweres Essen und auf Alkohol zu verzichten. Das kann das Herz und den Kreislauf zusätzlich belasten.

Hinweis:

Die meisten Herzinfarkte treten nicht plötzlich und unvorhersehbar auf. Häufig gibt es zuvor Anzeichen, die den Infarkt ankündigen. Dazu gehören unangenehmer Druck oder Schmerzen in der Brust. Aber auch Schmerzen in Armen, Nacken, Kiefer oder Rücken können auftreten. Betroffene können auch kurzatmig sein und verstärkt schwitzen. Übelkeit und Schwindel sind ebenso möglich. In diesem Fall sollten Sie Ihre Tätigkeit sofort unterbrechen und einen Arzt aufsuchen oder gleich den Rettungswagen rufen.