Schmerzmittel zählen zu den am häufigsten verkauften Medikamenten überhaupt. Mittlerweile sind viele Präparate freiverkäuflich und dadurch sofort verfügbar, wenn sich Schmerzen einstellen. Dies erweckt aber fälschlicherweise den Eindruck, dass  rezeptfreie Schmerzmittel harmlos sind. Das Gegenteil ist der Fall, vor allem für Patienten mit einer Koronaren Herzerkrankung. Diese Warnung sprechen jetzt europäische Forscher aus und möchten Patienten wie Ärzte darüber aufklären, wann und warum im Umgang mit Schmerzmitteln Vorsicht geboten ist.

Freiverkäufliche Schmerzmittel sind nicht harmlos 

Mediziner unterscheiden "starke" Schmerzmittel wie Morphin von Wirkstoffen, die im Vergleich dazu als "leichtere" Schmerzmittel eingestuft werden. Dies gilt aber nur im Vergleich, denn diese rezeptfreien Schmerzmittel, beispielsweise Acetylsalicylsäure (zum Beispiel Aspirin), Paracetamol oder Ibuprofen, sind keineswegs unbedenklich. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Die Dosis pro Körpergewicht, der zeitliche Abstand zwischen zwei Einnahmen, Vorerkrankungen, die gegen das Medikament sprechen (absolute oder relative Gegenanzeigen) und natürlich individuelle Risikofaktoren. Herzpatienten sollten diese Einschränkungen kennen und den sicheren Umgang mit freiverkäuflichen Schmerzmitteln im Zweifel mit ihrem Kardiologen besprechen. 

Wichtig zu wissen:

Nichtsteroidale-Antirheumatika (NSAR) können zahlreiche Arzneimittel zum Beispiel zur Behandlung von Diabetes, Rheuma oder Bluthochdruck abschwächen, andere wie Gerinnungshemmer dagegen verstärken. Typische Neben- und Wechselwirkungen zu kennen, ist deshalb für Ihre Gesundheit besonders wichtig. 

Die SOS-Studie zu Schmerzmitteln 

Europäische Forscher prüften im Rahmen des großangelegten SOS-Projekts (safety of non-steroidal antiinflammatory drugs) elektronische Gesundheitsdaten aus den Niederlanden, Italien, Großbritannien und Deutschland. Dabei fanden sie heraus, dass die Einnahme von Schmerzmitteln aus der Gruppe der "Nichtsteroidalen Antirheumatika" (NSAR) insgesamt zu einem 19 Prozent höheren Risiko führte, mit einer Herzinsuffizienz in eine Klinik eingewiesen zu werden. Damit sich Ärzte und Patienten mit Schmerzen besser orientieren können, kontrollierte die Studie zahlreiche verschiedene Wirkstoffe und Dosierungen. 

Diese Medikamente erhöhten das Risiko 

Schmerzmitteln aus der Gruppe der NSAR hemmen die Produktion von Botenstoffen, die bei Schmerzen und Entzündungen ausgeschüttet werden. Dies kann laut Forschern der SOS-Studie bei manchen Menschen die Durchblutung der Nieren einschränken, die Filtrationsrate und die Natrium-Ausscheidung, was wiederum eine Herzschwäche begünstigt. Wie hoch das Risiko im Einzelfall sei, lasse sich durch die Studie aber nicht sagen. Am besten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, welche Wechselwirkungen ein Schmerzmittel mit den Medikamenten hat, die Sie aktuell einnehmen.

Unser Tipp:

Im Alter sinkt die Nierenleistung kontinuierlich ab. Wenn sich dann durch ein Schmerzmittel die Funktion der Nieren noch weiter einschränkt, kann dies deutlich rascher als in jungen Jahren Probleme machen. Grundsätzlich sollten ältere Menschen deshalb mehr Wasser trinken. Aber bei Herzerkrankungen sieht der ärztliche Rat manchmal anders aus. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt die für Sie optimale Trinkmenge, die eine gute Balance zwischen Nierenfunktion und Herztätigkeit findet.