Blutgerinnsel, sogenannte Thromben, können den Blutfluss behindern. Sie bilden sich meist in Venen, da hier ganz andere Bedingungen herrschen als in unseren Arterien. Venen transportieren sauerstoffarmes Blut. Mit rund 85 Prozent befindet sich ein Großteil Ihres Blutvolumens im venösen Gefäßsystem. Das venöse Blut fließt viel langsamer, besonders in herzfernen Venen, beispielsweise in den Beinen oder im Becken. 

Gestörter Blutfluss fördert Thrombosen

Die Blutgerinnung ist ein fein abgestimmter Mechanismus. Eine kleine Schnittwunde am Finger hört in der Regel dank der einsetzenden Gerinnung nach kurzer Zeit von selbst auf zu bluten. Innerhalb des Gefäßsystems strömt das Blut selbst in sehr kleinen Gefäßen einwandfrei. Risikofaktoren für Thrombosen sind:

  • Langes Liegen, zum Beispiel nach einer Verletzung oder einer Operation 
  • Druck- oder Gipsverbände, die den Blutfluss stauen
  • Medikamente wie Hormonpräparate zur Linderung von Beschwerden der Wechseljahre oder hormonelle Verhütungsmittel wie die Anti-Baby-Pille
  • Ein veränderter Hormonhaushalt in der Schwangerschaft kann ebenso wie der wachsende Babybauch den Abfluss in den Beckenvenen behindern
  • Ursachen wie eine angeborene Störung der Blutgerinnung, eine Tumorerkrankung oder eine Infektion
  • Langes Sitzen, z. B. bei Langstreckenflügen

Symptome 

Eine Thrombose kann sich langsam und unbemerkt über Tage und Wochen entwickeln oder plötzlich entstehen. Konsultieren Sie einen Arzt, wenn Sie die folgenden Beschwerden verspüren - insbesondere dann, wenn Atemnot und Brustschmerz hinzukommen:

  • Das Bein ist warm und geschwollen.
  • Die Gliedmaße ist bläulich verfärbt.
  • Oberflächliche Venen treten hervor.
  • Oft kommen muskelkaterähnliche Schmerzen hinzu.
  • Druck auf Ihrer Wade oder Fußsohle schmerzt. Mitunter haben Sie auch Schmerzen, wenn Sie Ihren Fuß anziehen.

Lagern Sie das betroffene Bein hoch, um den Blutfluss zu verbessern. Konsultieren Sie unverzüglich Ihren Arzt. Rufen Sie in akuten Situationen einen Notarzt. Das Gerinnsel kann häufig medikamentös aufgelöst werden. Eine Operation kommt nur in bestimmten Situationen zum Einsatz.

Thrombosen häufiger im linken Bein

Das linke Bein ist statistisch gesehen häufiger von einer Thrombose betroffen als das rechte. Die Anatomie des Körpers liefert eine Erklärung: Die Vene des linken Beins muss einen Ast der Bauchaorta überkreuzen und wird dadurch leicht eingeengt. Durch den Reiz kann sich die Beschaffenheit der Vene verändern und eine Thrombose begünstigen.