Während sich Paare und Familien über etwas mehr Abstand freuen würden, bringt die Corona bedingte Isolation viele Alleinstehende an ihre Grenzen. Zwar haben wir uns über die letzten Monate an Abstand und Maskenpflicht gewöhnt, trotzdem ist und bleibt der Mensch ein soziales Wesen. Und das führt dazu, dass selbst glückliche Singles vermehrt unter Einsamkeit und Angst leiden. Ein erheblicher Stress für die Seele, der auf Dauer auch zur gesundheitlichen Belastung werden kann. Die gute Nachricht: Wir müssen die aktuelle Situation nicht passiv und hilflos über uns ergehen lassen. Es gibt Möglichkeiten, bewusst und aktiv die Corona-Zeit zu meistern und besser mit Einsamkeitsgefühlen umzugehen.

Einsamkeit zugestehen

Niemand mag negative Gefühle. Deswegen ist es völlig normal, dass wir versuchen sie im ersten Moment von uns zu schieben. Da die Corona-Krise höchstwahrscheinlich noch einige Zeit andauern wird, ist das Unterdrücken der eigenen Bedürfnisse keine Strategie, die langfristig hilft. Besser: ein konstruktiver Blick in das eigene Innenleben. Es ist durchaus hilfreich, sich selbst einzugestehen, dass man sich gerade einsam fühlt und traurig darüber ist. Wichtig ist, nicht in eine Opferrolle zu verfallen. Es geht vielmehr darum, die eigenen Gefühle besser einordnen und verstehen zu können. Statt Selbstmitleid lieber Selbstmitgefühl . So können Sie sich selbst ein guter Freund sein.

Mit Routinen durch den Alltag

Für unbestimmte Zeit nicht mehr dem normalen Leben nachgehen zu können, sorgt für Verunsicherung und Unbehagen. Um diesem Gefühl vorzubeugen, sollten Singles ihren Tag weiterhin klar strukturieren. Geben Sie sich einen Tagesablauf vor: aufstehen, arbeiten, zu bestimmten Zeiten essen, sich bewegen, telefonieren. Gewohnte Routinen geben Halt und Sinn und verhindern, dass einem die Decke auf den Kopf fällt.

Beziehungspflege zu sich selbst

Nutzen Sie das Alleinsein als Beziehungspflege zu sich selbst!

Nutzen Sie das Alleinsein als Beziehungspflege zu sich selbst! Wie das geht? Tägliches Tagebuchschreiben ist eine gute Möglichkeit, um die eigenen Gedanken sichtbar zu machen und sich selbst zu reflektieren. Darüber hinaus können Sie sich wertvolle Impulse geben: Notieren Sie beispielsweise, was Sie am kommenden Tag erreichen möchten oder wofür Sie, trotz der aktuellen Situation, dankbar sind. Das Schreiben wirkt befreiend und macht es möglich, sich auf das wirklich Wesentliche zu besinnen. Andere Selfcare-Maßnahmen: Machen Sie bewusst Dinge, die Ihnen guttun oder für die jetzt endlich mal Zeit ist: Wie wäre es, die Stuckleisten zu befestigen, die schon so lange im Keller lagern? Oder das angefangene Bild vollenden, Achtsamkeitsübungen, einen Podcast hören oder einem Wellness-Tag daheim einlegen? Nehmen Sie sich Zeit und kreieren Sie Ihre eigenen Wohlfühl-Routinen.

Kontakte digital pflegen

Eigentlich handelt es sich beim Social Distancing mehr um eine körperliche als eine soziale Distanz. Denn der nächste menschliche Kontakt ist in der Regel nur einen Anruf entfernt. Digitale Medien machen es möglich, dass wir unseren Liebsten trotz Abstand nahe sein können. Um nicht zu vereinsamen, ist es ratsam sich aktiv für Videos-Calls zu verabreden: Wie wäre es mit einem After-Work-Drink mit den Kollegen via Zoom oder einem Spieleabend mit Freunden über Skype? Natürlich kann ein Videoanruf keinen richtigen Besuch ersetzen, trotzdem vermittelt er ein wohlig-warmes Gefühl der Verbundenheit.

Reden, reden, reden

Auch, wenn wir uns gerade alleine fühlen: Wir sind es nicht! Jeder befindet sich gerade im Ausnahmezustand und viele haben mit Einsamkeit zu kämpfen. Über die Sorgen und Ängste offen zu reden, kann helfen, den Kummer loszuwerden und sich gegenseitig Mut zu machen. Wer dabei lieber anonym bleiben möchte, kann auch eine Telefonseelsorge in Anspruch nehmen. Wichtig: Wenn die Überforderung zu groß wird, sollten Sie sich professionelle Hilfe suchen: Der TK-DepressionsCoach bietet per Online-Beratung schnelle Unterstützung.

Neue Hobbys

Durch die Pandemie fallen derzeit viele Freizeit-Aktivitäten flach. Aber was tun mit all der Corona-Freizeit? Vielleicht ist es die perfekte Gelegenheit für ein neues Hobby oder um Dinge auszuprobieren, die man schon immer einmal ausprobieren wollte: Beispielsweise ein Instrument oder eine andere Sprache lernen, stricken, mehr lesen oder neue Rezepte nachkochen. Es gibt viele Beschäftigungen, die nicht nur Spaß machen, sondern auch ganz leicht von zuhause aus umsetzbar sind.

Fit bleiben

Neben einem ausgiebigen Spaziergang an der frischen Luft kann auch Sport in den eigenen vier Wänden helfen, um Dampf abzulassen. Dabei muss es kein intensives Work-out sein. Bereits moderate Bewegungen, wie beim Yoga, können das eigene Wohlbefinden deutlich steigern. Inspiration gefällig? Im Internet gibt es unzählige Mitmachangebote für verschiedene Sportarten. Kennen Sie schon den TK-GesundheitsCoach ? Hier finden Sie passgenaue Unterstützung für Ihr Home-Training .

Online-Dating

Nur weil man während der Corona-Krise Single ist, heißt das nicht, dass das Liebesleben vollkommen zum Erliegen kommen muss.

Nur weil man während der Corona-Krise Single ist, heißt das nicht, dass das Liebesleben vollkommen zum Erliegen kommen muss. Online-Dating-Plattformen sind eine gute Möglichkeit, um ein bisschen zu flirten. Das hilft nicht nur gegen Langeweile, sondern kann auch eine schöne Bestätigung für das Selbstbewusstsein sein. Übrigens: Auch in der Isolation ist ein Kennenlernen möglich. Ob via Skype, beim Telefonieren oder beim Chatten - es gibt viele Wege, um sich auch ohne Treffen zu daten. Das Schöne: Hier zählen vor allem Charakter und die inneren Werte.

Es geht vorbei

Und nicht vergessen: Bleiben Sie positiv! Die Isolation ist temporär und die Corona-Pandemie wird vorbeigehen. Und wer weiß, vielleicht gehen wir auch gemeinsam gestärkt aus der Krise hervor!