Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie - es gibt also keine regionale Eingrenzung mehr für die Ausbreitung einer Erkrankung. Das Coronavirus, das die schwere Erkrankung Covid-19 auslöst, hat Deutschland und die Welt schon seit einigen Wochen fest im Griff. Aufgrund der Globalisierung der Märkte  konnte sich das Virus in rasantem Tempo verbreiten. Europa und die USA sind inzwischen zum Epizentrum der Pandemie geworden.

Expotentielles Wachstum  

Mitte März hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ausbreitung des Coronavirus zur Pandemie erklärt. Während eine Epidemie örtlich begrenzt bleibt und sich nur auf bestimmte Landstriche oder Länder beschränkt, ist eine Pandemie immer länder- und sogar kontinentübergreifend aktiv. Pandemisch hat sich vor 18 Jahren beispielsweise auch das SARS-Virus ausgebreitet. Es hat sich in den Jahren 2002/2003 über insgesamt vier Kontinente verbreitet. Die Spanische Grippe - die zwischen 1918 und 1920 auftrat, war ebenfalls eine Pandemie. Weltweit starben viele Millionen Menschen daran. Die sogenannte Schweinegrippe, die vor einem Jahrzehnt mit dem Influenza-Erreger "H1N1" weltweit für zahlreiche Tote sorgte, ist auch als Pandemie zu bezeichnen.

Von einer Endemie spricht man, wenn eine Krankheit in bestimmten Regionen regelmäßig auftritt. Geografisch betrachtet ist die Endemie damit genau das Gegenteil einer Pandemie. Die Zahl der Erkrankungen bleibt bei einer Endemie zudem relativ konstant. Ein expotentielles Wachstum - wie es bei Corona-Infizierten zu beobachten ist - bringt die Endemie nicht mit sich. 

Aus gerade mal 50 Infizierten zu Anfang der Corona-Ausbreitung sind innerhalb der ersten drei Wochen der Pandemie mehr als 15.000 geworden. Der Chef des Robert-Koch-Instituts, Professor Dr. Lothar H. Wieler, warnte: Falls es nicht gelingen sollte, die expotentielle Entwicklung zu stoppen, könnte es bis Juni zehn Millionen Infizierte in Deutschland geben. 

Zahlen aus Baltimore

Eine der meist zitierten Stellen, die Zahlen zur Coronakrise liefern, ist die private Johns Hopkins University in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland). Warum? Weil sie fortlaufend aktualisierte, weltweite Zahlen via Internetrecherche zur Coronavirus-Pandemie liefert. Dadurch liegen die Zahlen zwar sehr schnell vor, ermöglichen aber nur begrenzt Rückschlüsse. Das Robert-Koch-Institut in Berlin (RKI) sammelt für seine Analysen ausschließlich die offiziellen, den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle. Die Zusammenstellung dieser gemeldeten Daten sowie die Validierung sind im Vergleich zur Internetrecherche wesentlich zeitaufwendiger. 

Auch in der Gesundheitspolitik spielt der Begriff Pandemie eine Rolle. Indem 2009 die Schweinegrippe grassierte, galt die zweithöchste Pandemie-Warnstufe. Das Stufensystem, das damals verwendet wurde, umfasste insgesamt sechs Alarmstufen. Heute gibt es nur noch einen offiziell gültigen Notfallstatus, den Public Health Emergency of International Concern (PHEIC). Dieser wurde bereits Ende Januar 2020 ausgerufen.

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