Psycho­hy­giene – Was löst eine Pandemie in uns aus?

Hinweis: Dieses Video bezieht sich auf den Stand vom 07.04.2020. Zurzeit ändert sich die Sachlage nahezu täglich. Daher kann es sein, dass einzelne Informationen nicht mehr dem aktuellsten Stand entsprechen.

Gründlich Hände waschen und Abstand halten – die Hygiene- und Verhaltensregeln in Zeiten von Corona haben die meisten von uns mittlerweile verinnerlicht. Doch wie steht es um unsere "psychische Hygiene" in der Corona-Krise?

In der Videoreihe "Psychohygiene statt Krise im Kopf" erklärt die Berliner Psychologin Dr. Carina Remmers im Gespräch mit den Youtubern "Space Frogs" Steve und Rick, was die Corona-Krise bei uns psychisch auslöst, welche Folgen sie für unsere seelische Verfassung haben kann und wie wir unsere mentale Gesundheit in Corona-Zeiten stärken können. 

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Frühling 2020 in Deutschland: Kontaktverbot, Ausgangsbeschränkungen, abgesperrte Stadtgrenzen. So etwas haben wir noch nicht erlebt. Was löst die Corona-Pandemie in unserer Psyche aus? Panik, Angst, Empörung oder Wut - die Emotionen und Reaktionen fallen ganz unterschiedlich aus. Dr. Carina Remmers gibt in Folge 1 dieser Videoreihe einen Überblick darüber, was Corona mit unserer Psyche macht. 

Die Routine fehlt

Plötzlich nur noch Homeoffice, keine Freunde mehr treffen, kein Restaurant-Besuch, auch Fitness-Studios sind geschlossen: vielen von uns fehlt die tägliche Routine und der Kontakt zu anderen. Da kann einem schon mal die Decke auf den Kopf fallen. "Das ist für viele ein regelrechtes Schockerlebnis und eine riesige Belastung. Wir passen uns zwar allmählich an so eine Ausnahmesituation an, aber es werden auch eine ganze Reihe von Emotionen losgetreten", sagt Dr. Carina Remmers im Video. Und die sind durchaus ansteckend. Die Furcht vor dem Notstand lässt zum Beispiel viele Leute "hamstern" - laut der Berliner Psychologin ein Versuch, wieder Kontrolle über das eigene Leben zu bekommen.

Die Unsicherheit aushalten

Jeder von uns tickt anders - das gilt auch für unsere Reaktionen auf die Corona-Krise. Wie wir auf die aktuelle Lage reagieren, hängt von unserer "inneren Architektur" und unserer aktuellen Lebenssituation ab. Wann hat der ganze Spuk ein Ende? Dr. Carina Remmers: "Die größte Herausforderung ist es gerade, die Unsicherheit auszuhalten."

Psycho­hy­giene – Wie stärke ich meine mentale Gesund­heit in der Krise?

Hinweis: Dieses Video bezieht sich auf den Stand vom 07.04.2020. Zurzeit ändert sich die Sachlage nahezu täglich. Daher kann es sein, dass einzelne Informationen nicht mehr dem aktuellsten Stand entsprechen.

Social Distancing ist wichtig, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen - es kann sich aber auch auf unsere Psyche negativ auswirken. Deshalb sollten wir in Zeiten der Corona-Krise auch auf unsere mentale Gesundheit achten und versuchen, in der Quarantäne nicht die Nerven zu verlieren.

Ostern allein zu Haus: empfundene Einsamkeit kann depressiv machen und unser Immunsystem schwächen. Gerade an Feiertagen halten wir uns gerne an familiäre Rituale. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Corona macht uns auch über die Feiertage oder bei anderen Familien-Events einen Strich durch die Rechnung. Dr. Carina Remmers, klinische Psychologin und Psychotherapeutin aus Berlin, sagt in der zweiten Folge der Videoreihe "Psycho-Hygiene statt Krise im Kopf", welche Folgen die Pandemie auf unsere Psyche haben kann. 

Aktuelles zur Corona-Krise

Alles Wichtige zum Coronavirus und über unsere Services und Angebote in der aktuellen Krisensituation.

Morgens nicht aus dem Bett kommen, sich über nichts mehr freuen können, Unruhe oder Schlaflosigkeit - ist das noch normal, oder ist professionelle Hilfe nötig? Halten solche Symptome länger an und verschwinden nicht von allein, "dann sollte man etwas unternehmen", sagt Dr. Carina Remmers. Der TK-DepressionsCoach unterstützt zum Beispiel TK-Versicherte, die unter depressiven Verstimmungen leiden.

Tipps gegen den Lagerkoller

Doch Corona macht nicht nur einsam. Auch in vielen Paar-Beziehungen und Familien birgt das oft ungewohnte ständige Zusammensein ein erhöhtes Konfliktpotenzial. Dr. Carina Remmers gibt Tipps, wie wir Streit in den eigenen vier Wänden aus dem Weg gehen können. 

Psycho­hy­giene – Welche Folgen hat die Pandemie auf unsere Psyche?

Hinweis: Dieses Video bezieht sich auf den Stand vom 07.04.2020. Zurzeit ändert sich die Sachlage nahezu täglich. Daher kann es sein, dass einzelne Informationen nicht mehr dem aktuellsten Stand entsprechen.

Die Corona-Pandemie hat Deutschland schon länger fest im Griff. Wie gehen wir mit dieser Unsicherheit um und was können wir tun, damit wir psychisch unbeschadet durch diese Krise kommen? In der dritten Folge der Videoreihe "Psychohygiene statt Krise im Kopf" sagt Dr. Carina Remmers, Psychologin und Psychotherapeutin aus Berlin, was wir in dieser Situation für unsere mentale Gesundheit konkret tun können.

Corona ist mittlerweile Alltag. Die Nachrichtenflut in den Medien ist gigantisch, wir werden auf allen Kanälen rund um die Uhr mit dem Thema konfrontiert. "Es ist schon wichtig, dass wir gut informiert sind. Aber der ständige Blick auf Corona-News kann einen regelrecht panisch machen. Ein achtsamer Medienkonsum ist jetzt hilfreich. Vielleicht nur ein- oder zweimal pro Tag die Nachrichten checken und ruhig mal eine Corona-Pause einlegen", rät Dr. Carina Remmers.

Was wir noch tun können für mehr mentale Balance in Corona-Zeiten: 

  • Auf das Positive und die eigenen Stärken in dieser Situation fokussieren: Was habe ich in den letzten Wochen trotz schwieriger Rahmenbedingungen alles gut geschafft?
  • Es ist, wie es ist: wir können uns der Situation stellen und schauen, was wir am besten daraus machen.
  • Die auferlegte Entschleunigung als Chance für mich selbst und meine Familie nutzen und bewusst wahrnehmen, wie gut es auch sein kann, mal aus dem "Autopiloten-Modus" unseres sonstigen Alltags auszusteigen.
  • Negatives Gedanken-Karrussel rund um die Risiken und Unsicherheiten der Corona-Situation bewusst machen und versuchen, es abzustellen.
  • Mit anderen sprechen und den eigenen Gefühlen Raum geben.
  • Wer darunter leidet, niemanden zum Reden zu haben und allein zu bleiben mit seinen Ängsten und Sorgen, sollte sich professionelle Hilfe suchen.