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Nach über einem Jahr der Sorgen ist die Erleichterung nach der ersten Impfung groß und noch größer, wenn der volle Impfschutz zwei Wochen nach dem zweiten Impftermin (beim Impfstoff von Johnson & Johnson 28 Tage nach einmaliger Impfung) vollständig ausgebildet ist.

Experten aus ehemaligen Hochrisikoländern, in denen die Bevölkerung innerhalb kürzester Zeit weitgehend durchgeimpft wurde, sehen bereits jetzt die Folgen, wenn die AHA-Regeln sofort nach der Impfung außer Acht gelassen werden und man zu schnell zu einem sorglosen Verhalten zurückkehrt. 

Fakten: Ansteckung trotz Impfung 

Steigende Infektionsraten trotz Impfschutz sind ein Phänomen, das in Deutschland und anderen Ländern aktuell beobachtet wird und unter Fachleuten als "Impfdurchbruch" bezeichnet wird.

Das Center for Disease Control (CDC) in den USA hat bis Mitte April bei 75 Millionen vollständig Geimpften fast 6000 Fälle positiv Getesteter oder Erkrankter dokumentiert, darunter auch 74 Todesfälle "an oder mit COVID-19". Erstaunlich war, dass sich viele Menschen innerhalb weniger Tage nach der ersten Impfung angesteckt hatten. 

Woran liegt das? Die Gründe für eine Ansteckung trotz Impfung haben nach dem derzeitigen Stand der Forschung (Mai 2021) mit dem Immunsystem und außerdem mit dem Virus selbst zu tun.

Ursache 1: Anfälligkeit für Infektionen

Forscherteams beobachten, dass es unmittelbar nach einer Impfung gegen das Corona-Virus unabhängig vom Impfstoff  zu einem Abfall der weißen Blutkörperchen kommen kann (Leukopenie), wodurch sich die Infektanfälligkeit allgemein und entsprechend auch für das Corona-Virus erhöht. 

Ursache 2: Mutationen

Die neuen Varianten des SARS-CoV2-Virus verbreiten sich teilweise leichter und sind schlechter angreifbar durch das Immunsystem, sogar bei Geimpften. In der Fachsprache ist von "Immunescape" die Rede, also das Virus kann den speziellen Antikörpern in Teilen entkommen. Laut RKI wirken die in der EU zugelassenen Impfstoffe auch gegen die neuen Virus-Varianten.

Wie effektiv bei den Mutationen der Impfschutz greift, wird derzeit in Studien geprüft und muss für jede relevante Mutation bestimmt werden.  

Ursache 3: Nachlassende Impfantwort

Virologen konnten jetzt schon zeigen, dass der durch die Impfung erworbene Schutz durch das Immunsystem mit der Zeit nachlassen kann. Bestimmte Risikogruppen werden deshalb wahrscheinlich bereits im Winter 2021 eine Auffrischung benötigen, so wird derzeit vermutet. 

Modellrechnung aus Großbritannien

Impfungen alleine sind neuen Studien zufolge vermutlich nur eine Maßnahme im Kampf gegen das Virus, denn allein reichen sie offenbar nicht aus, um die Pandemie zu beenden.

Auf der Basis von Daten aus Großbritannien und der bisher errechneten Wirksamkeit der Impfstoffe von AstraZeneca/Oxford University und von Biontech/Pfizer haben britische Wissenschaftler jetzt eine Modellrechnung erstellt, die gerade im renommierten Fachmagazin The Lancet veröffentlicht wurde.

Demnach muss im besten Fall - also wenn die Impfungen 85 Prozent der Infektionen verhindern können - immer noch von einem R-Wert um 1,58 ausgegangen werden. Das bedeutet, selbst mit vollem Impfschutz steckt ein Erkrankter immer noch andere Personen an und die Infektion breitet sich weiter aus. 

Empfehlungen rund um die Impfung 

Das Robert-Koch-Institut und die meisten Experten raten deshalb, nach der ersten und auch nach der zweiten Impfung momentan noch die AHA-Regeln "Abstand, Hygiene und Alltagsmaske" weiter so konsequent zu beachten wie vor der Impfung, und regelmäßig zu lüften. Sobald die Inzidenzen weiter sinken und der größte Teil der Bevölkerung komplett geimpft ist, kann über eine Rückkehr zur Normalität nachgedacht werden. 

Außerdem scheint es ratsam, sich in der ersten Woche nach einer Impfung nicht zu überlasten, damit das Immunsystem optimal arbeiten kann. Um die Produktion der weißen Blutplättchen zu fördern, sollte ein bestehender Vitamin-D-Mangel möglichst schon vor der Impfung ausgeglichen werden. Denn Vitamin D hat nicht nur für die Knochensubstanz eine wichtige Funktion, sondern auch für die Abwehr durch das Immunsystem. 

Wichtig zu wissen

Vitamin D wird nur zu etwa 10-20 Prozent mit der Nahrung aufgenommen und zu 80 Prozent in der Haut durch UV-B-Strahlung hergestellt. Regelmäßige, tägliche Spaziergänge an der frischen Luft sind deshalb während der Pandemie besonders für Menschen mit chronischen Erkrankungen wichtig, um die Vitamin-Speicher aufzufüllen und dadurch die Abwehrkraft zu stärken. Ein bestehender, nachgewiesener Vitamin-D-Mangel sollte zudem gezielt ausgeglichen werden. 

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