Im Zuge der Vorsorgeuntersuchungen kontrolliert Ihre Frauenärztin oder Ihre Hebamme auch Ihre Blut- und Urinwerte. Ziel der Messungen ist es, die Entwicklung Ihres Kindes optimal zu fördern und zu verhindern, dass Sie oder Ihr Kind sich gegebenenfalls mit einer Infektionserkrankung anstecken.

Wichtig:

Nicht alle Laboruntersuchungen gehören zu den gesetzlich vorgesehenen Untersuchungen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge . Die Überprüfung der Werte bestimmter Infektionserkrankungen wie Zytomegalie oder Toxoplasmose oder die Untersuchung auf eine B-Streptokokken-Infektion zählen zu den sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Die Kosten hierfür müssen Sie als Schwangere in der Regel selbst tragen.

Ihr Anspruch - gesetzliche Leistungen

Im Rahmen der gesetzlichen Schwangerschaftsvorsorge kann Ihre Frauenärztin zahlreiche Laboruntersuchungen veranlassen:

  • Gehalt von Eiweiß und Zucker im Urin: Ist Zucker im Urin vorhanden, kann das auf einen Schwangerschaftsdiabetes hindeuten. Ein erhöhter Eiweißgehalt zeigt hingegen eine mögliche Entzündung an. Das Labor wird Ihren Urin außerdem auf eine Infektion mit Chlamydien untersuchen. Häufig haben Betroffene keinerlei Beschwerden. Daher ist es wichtig, dass die Infektion rechtzeitig erkannt und mit Antibiotika behandelt wird, um einer Augen- oder Lungenentzündung Ihres Babys vorzubeugen.
  • Schwangerschaftsdiabetes : Sofern bei Ihnen bislang kein Diabetes festgestellt wurde, besteht ab der 25. Schwangerschaftswoche die Option eines Screenings auf Schwangerschaftsdiabetes. Durch den Blutzucker-gestützten Suchtest kann Ihre Ärztin die Erkrankung frühzeitig erkennen. Die anschließende Therapie kann verhindern, dass Ihr Kind zu früh auf die Welt kommt und unter Fehlbildungen des Herzens oder unter Atemnot leidet. Dieses Screening ist freiwillig.
  • Rote Blutkörperchen: Mit dem sogenannten Hämoglobin-Wert wird überprüft, ob Sie unter einem Eisenmangel leiden. Um zu verhindern, dass dieser das Wachstum Ihres Babys beeinträchtigt, kann Ihre Frauenärztin Ihnen ein Eisenpräparat verordnen oder ein Nahrungsergänzungsmittel empfehlen.
  • Blutgruppe: Die Blutgruppe vermerkt Ihre Frauenärztin in Ihrem Mutterpass. Im Ernstfall kann so der Notarzt schnell auf diese Information zugreifen und eine geeignete Behandlung einleiten. Mit der Bestimmung des Rhesus-Faktors wird kontrolliert, ob Sie im Laufe der Schwangerschaft Antikörper gegen das Blut Ihres Kindes bilden könnten. In diesem Fall kann Ihre Frauenärztin eine vorbeugende Therapie einleiten.
  • Antikörper: Weitere Tests auf irreguläre Antikörper in Ihrem Blut zeigen, ob solche Antikörper vorliegen, die Ihre Schwangerschaft gefährden könnten. 
  • HIV: Wird eine HIV-Infektion während der Schwangerschaft nicht behandelt, kann sich das Virus auf Ihr Kind übertragen. Medikamente können das Risiko einer Ansteckung minimieren. Es liegt bei Ihnen, ob Sie sich auf eine HIV-Infektion testen lassen möchten. Das Testergebnis wird nicht in Ihrem Mutterpass eingetragen.

Die folgenden Infektionen sind für einen gesunden Menschen ungefährlich. Während der Schwangerschaft können sie jedoch die Gesundheit Ihres Kindes gefährden:

  • Röteln: Wenn Sie in Ihrem Leben noch keine Röteln-Infektion überstanden haben oder gegen die Erkrankung geimpft wurden, wird Ihr Blut auch auf Röteln-Antikörper untersucht. Das ist wichtig, da die Erreger die körperliche und geistige Entwicklung Ihres Babys schädigen können. 
  • Syphilis: Mit einem sogenannten Lues-Such-Reaktions-Test wird Ihr Blut auf eine Infektion mit der Geschlechtskrankheit Syphilis untersucht. Da sich auch Ihr Kind über die Plazenta mit der Erkrankung infizieren kann, erhalten Sie bei einem positiven Testergebnis Antibiotika.
  • Hepatitis-B: Das Hepatitis-B-Virus greift die Leber an und führt dazu, dass sich diese entzündet. Wenn Sie nicht gegen das Virus geimpft sind, wird Ihr Blut auf mögliche Erreger untersucht. In der Regel wird das Virus nicht während der Schwangerschaft, sondern erst durch direkten Blutkontakt bei der Geburt auf Ihr Kind übertragen. Deshalb erfolgt die Untersuchung erst nach der 32. Schwangerschaftswoche. Ist das Ergebnis positiv, kann Ihr Baby sofort nach der Geburt behandelt und eine lebensbedrohliche Infektion verhindert werden.

Zeitplan für die Untersuchungen:

Die meisten Werte werden im Rahmen der Erstuntersuchung zur Schwangerschaftsvorsorge ermittelt. 

Folgende Werte werden während der Schwangerschaft erneut überprüft:

  • Alle vier Wochen beziehungsweise ab dem siebten Monat alle zwei Wochen: Urinuntersuchung auf Eiweiß, Zucker und Infektionen sowie Hämoglobinbestimmung
  • 16. bis 17. Schwangerschaftswoche: erneuter Röteln-Antikörpertest für Schwangere ohne Immunschutz
  • 24. bis 27. Schwangerschaftswoche: erneuter Antikörper-Suchtest für Schwangere mit negativem Rhesus-Faktor. 

Diese Werte werden erst im weiteren Verlauf Ihrer Schwangerschaft ermittelt:

  • 25. bis 28. Schwangerschaftswoche: Screening auf Schwangerschaftsdiabetes
  • Ab der 32. Schwangerschaftswoche: Untersuchung auf eine Hepatitis-B-Infektion

Ihre Entscheidung - optionale Untersuchungen

Im Zuge Ihrer Schwangerschaftsvorsorge wird Sie Ihre Frauenärztin fragen, ob Sie zusätzliche Untersuchungen in Anspruch nehmen möchten. Diese gehören zu den individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) und werden in der Regel nicht von der TK übernommen. Nur bei einem konkreten Verdacht können sie durch die TK bezahlt werden. Welche Untersuchungen dazugehören, erfahren Sie hier .