Jeder Mensch geht anders mit dieser Situation um 

Der Umgang mit dem Verlust eines Kindes ist so individuell wie der Mensch. Eine richtige oder falsche Reaktion gibt es nicht, genauso wenig wie das richtige oder falsche Gefühl. Das ist jetzt wichtig für Sie und Ihren Partner bzw. Ihre Partnerin zu wissen, um Sie nicht in Schuldgefühlen oder Vorwürfen zu verstricken. 

Sie tragen keine Schuld

Bedauerlicherweise können Sie nicht wirklich verhindern, dass es zu einer Fehlgeburt kommt. Auch, wenn es schmerzhaft ist, ein Gefühl der Hilflosigkeit hinterlässt und keinen wirklichen Trost bietet: Fehlgeburten sind häufig. Ungefähr 30 von hundert Frauen erleiden in ihrem Leben mindestens eine Fehlgeburt. 10 bis 15 von hundert Schwangerschaften enden in einer Fehlgeburt. 

Warum es wichtig ist, jetzt Hilfe zu haben

Der Verlust eines Kindes ist ein Schock und löst massiven Stress aus, der sich traumatisch auswirken kann. Neben allgemeinen Stressreaktionen kann er eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) oder auch eine anhaltende Trauerstörung (prolongierte Trauer) zur Folge haben. 

Es kann sein, dass Sie soziale Unterstützung haben oder es vorziehen, das Erlebte mit sich selbst auszumachen. Es kann genauso gut sein, dass eine professionelle Unterstützung Ihnen hilft, das Geschehene zu verarbeiten. 

Egal, was andere sagen - es gibt keine bestimmte Zeit, in der man einen solchen Verlust verarbeitet haben muss. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie benötigen und fühlen Sie sich nicht unter Druck gesetzt. Der Schmerz und alle anderen Gefühle sind berechtigt. Gemeinsam mit Psychologen können Sie Strategien entwickeln, wie Sie mit Gefühlen wie Trauer, Wut oder Ohnmacht in Ihrer Beziehung und bei Konfrontationen in Ihrem Alltag umgehen können. Eine therapeutische Begleitung kann Ihnen Ihren Schmerz nicht nehmen, aber Ihnen dabei helfen, einen Weg zu finden, damit zu leben. Sie sind und müssen nicht allein damit sein. 

Wenn es Ihnen hilft, schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe in Ihrer Region an. Dort können Sie sich mit Menschen austauschen, die eine ähnliche Situation erlebt haben.

Unsere TK-Expert:innen vom TK-HebammenTelefon erreichen Sie unter der Rufnummer 040 - 46 06 61 91 70. Die Hebammen beraten jeweils von Montag bis Freitag von 7 bis 21 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten werden Anfragen und Anrufe an Ärzt:innen des TK-ÄrzteZentrums weitergeleitet.

Unterstützung bei einer Eileiterschwangerschaft

Auch bei der Eileiterschwangerschaft, auch Extrauterinschwangerschaft genannt, kann es sein, dass zur Bewältigung eine therapeutische Unterstützung hilfreich ist. Häufig rückt durch die komplizierte Diagnostik oder eine erforderliche Operation der Verlust ganz in den Hintergrund. Damit es Sie nicht später wieder einholt, kann eine Psychotherapie dabei helfen, den Verlust zu verarbeiten.