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Annika, du bist Model, Mutter von zwei Kindern, Buchautorin und Yogalehrerin. Das klingt nach Stress. Was machst du, um im Alltag entspannt zu bleiben?
Natürlich Yoga. Sehr beruhigend finde ich vor allem die sogenannte "Stellung des Kindes", denn es ist eine schöne Ruheposition, bei der sich der Blick wunderbar nach innen richtet. Außerdem versuche ich im Alltag besonders auf meine Atmung zu achten. Bewusste Atemzüge helfen mir, in stressigen Situationen wieder zu mir zurückzukommen. So erzeuge ich einen Zustand, in dem ich wieder agieren kann, statt bloß zu reagieren. Außerdem einfach und effektiv: Kurz die Augen schließen. Für mich ist das eine ganz bewusste Auszeit, in der ich mir selbst den nötigen Raum geben kann.

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Annika Isterling

Das klingt sehr spirituell. Hängen Spiritualität und Entspannung für dich per se immer zusammen?
Definitiv. Mit meinen Übungen möchte ich den Menschen das Gefühl nehmen, dass Spiritualität etwas Befremdliches ist. Es ist vielmehr ein Teil von uns, den wir kennenlernen können und definitiv auch sollten. Denn für mich bedeutet Spiritualität im Grunde nichts anderes als Vertrauen in das Leben beziehungsweise in mich selbst zu haben. Und das gibt mir einfach wahnsinnig viel Kraft.

Mit meinen Übungen möchte ich den Menschen das Gefühl nehmen, dass Spiritualität etwas Befremdliches ist. 

War das schon immer so oder wie bist du zum Yoga und Meditieren gekommen?
Nein, das war nicht immer so. Durch das Modeln hatte ich schon sehr früh ein sehr bewegtes und umtriebiges Leben. Ich bin oft umgezogen und lebte in vielen verschiedenen Städten auf der ganzen Welt. 2001 hat mich ein Freund in New York dann zum Yoga mitgenommen. Und ich muss sagen: Yoga war für mich definitiv keine Liebe auf den ersten Blick. Dafür aber auf den dritten: Denn ich bin drangeblieben und konnte später feststellen: Yoga ist nicht gleich Yoga. Es gibt extrem unterschiedliche Stile, Techniken und Lehrer:innen. Wer also Yoga ausprobiert, sollte dem Ganzen immer ein paar Versuche geben.

Einige haben aber auch Bedenken, dass sie nicht beweglich genug sind, um Yoga zu machen…
Leider sind diese Zweifel sehr typisch für uns Menschen. Ständig denken wir, wir seien nicht gut genug. Ich entgegne dem folgendermaßen: Du sagst ja auch nicht, du bist zu dreckig, um duschen zu gehen. Schließlich ist eine Dusche dafür da, um wieder sauber zu werden. Und genau so ist es auch im Yoga: Wer nicht gelenkig ist, sollte unbedingt Yoga machen. Denn es hilft, um ein bisschen flexibler zu werden und setzt darüber hinaus noch so viel mehr in Bewegung: Wenn sich der Körper nämlich geschmeidiger und leichter anfühlt, dann fließt der Atem auch viel freier und dadurch bekommt man ein ganz anderes Bewusstsein für sich selbst. Yoga lässt uns gewissermaßen auch viel befreiter in unseren Gedanken werden.

Beim Yoga geht es oft darum, die innere Mitte zu finden. Gleichzeitig soll es aber auch helfen, den Geist zu erweitern. Befindest du dich nicht ständig im Zwiespalt zwischen Ankunft und Aufbruch?
Ja, das stimmt: Wir suchen immer die innere Mitte. Doch das ist kein richtiger Ort - die innere Mitte ist vielmehr ständig in Bewegung. Und das macht es zwar anstrengend, aber auch so wahnsinnig spannend: Denn wir müssen ständig neu aufbrechen, um ausgeglichen sein zu können. Yoga ist dabei wie ein Anker für mich. Ich schöpfe daraus unglaublich viel Kraft, wenn es um mich herum hektisch wird. 

Yoga ist dabei wie ein Anker für mich. Ich schöpfe daraus unglaublich viel Kraft, wenn es um mich herum hektisch wird. 

Wie integrierst du Yoga und Meditation in deinen Alltag? Hast du bestimmte Rituale?
Ritual ist ein schönes Wort. Ich habe eins für den Morgen entwickelt, denn ich finde es sehr entscheidend, wie man in den Tag startet und in welche Richtung man schwingen möchte. Ich nehme mir deswegen nach dem Aufstehen fast immer die Zeit zum Meditieren und für Journaling. Beim Journaling geht es darum, sich jeden Tag bestimmte Fragen zu stellen und sie dann schriftlich zu beantworten. Es hilft innezuhalten und zu reflektieren. Natürlich klappt das nicht jeden Morgen, doch ich versuche mir zumindest jeden Tag etwas Zeit für mich selbst einzuräumen. Wir alle haben im Alltag diese paar Minuten, die wir für solche Entspannungsübungen nutzen können. Wichtig ist, dass wir es dann auch machen und uns diese Pause zugestehen.

Warum ist das so wichtig?
Weil es Selbstfürsorge ist! Das Leben ist turbulent und nicht vorhersehbar. Worauf wir uns allerdings immer verlassen können, sind wir selbst. Und genau diese Verbindung zu uns selbst erreichen wir eben durch bestimmte Übungen und Meditation. Das ist der schönste Halt, die schönste Stabilität und der schönste Schutz, den wir uns selbst schenken können.

Welche Auswirkungen hat das auf unsere Gesundheit?
Der Körper hat immense Selbstheilungskräfte, die wir dadurch aktivieren. Aber wir müssen ihm eben auch die Zeit dafür geben, um zu regenerieren. In meinem Programm für "TK Smart Relax" geht es deswegen zum Beispiel auch darum, die Herzkohärenz zu verbessern, Stress zu reduzieren und den Schlaf zu optimieren.

Mir ist es unglaublich wichtig, dass die Menschen auf allen Ebenen in Verbindung mit sich kommen - also körperlich, geistig, aber auch emotional. Wir vergessen leider viel zu oft, wie Gefühle unsere Gesundheit beeinflussen können. Deswegen möchte ich mit meinen Übungen zeigen, wie wir Emotionen zwar annehmen, aber auch wieder loslassen können.

Wir alle haben im Alltag diese paar Minuten, die wir für solche Entspannungsübungen nutzen können. Wichtig ist, dass wir es dann auch machen und uns diese Pause zugestehen.

Bei deinen Übungen steht die Lehre des Ayurveda im Fokus. Warum?

Ayurveda basiert auf der Erkenntnis, dass unsere sogenannten "Doshas", das sind unsere Lebensenergien und Konstitutionen, im Einklang stehen sollten. In den Übungen gehe ich deswegen auf die verschiedenen Doshas ein: also Kapha (Erde), Pitta (Feuer) und Vata (Wind). Jede der drei Lebensenergien befindet sich in unterschiedlichen Ausprägungen in uns und ist auch in den verschiedenen Jahreszeiten wiederzufinden. Ich zeige verschiedene Techniken, die dabei helfen, eine innere Balance herzustellen.

Das klingt spannend. Aber was verstehst du eigentlich unter Energie?
Alles ist Energie. Das klingt zwar recht esoterisch, aber ich bin überzeugt: Die Energie, die du selbst lebst, ist die, die zu dir zurückkommt. Wenn du also jeden Zweifel lebst, dann ist das, was zurückkommt, eben der Zweifel. Bist du allerdings voller Liebe für dich selbst, kommt auch Liebe zurück. 

Für " TK Smart Relax " stellt Annika Isterling künftig alle 14 Tage unterschiedliche Entspannungs- und Meditationstechniken vor.