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Pilze sammeln erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Kein Wunder: Es verwandelt jeden Spaziergang in eine kleine Schatzsuche. Ob Pfifferlinge, Steinpilze oder Maronen - wer mit offenen Augen durch die Natur spaziert, entdeckt beinahe überall schmackhafte Speisepilze. Dabei lassen sich zwar die meisten Exemplare im Wald finden, aber auch in Parks, auf Wiesen oder sogar am Wegesrand wachsen Pilze. Doch Vorsicht! Von den über 10.000 Großpilzen, die in Mitteleuropa vorkommen, sind nur knapp 200 Arten essbar und 150 sogar giftig. Viele davon stehen außerdem unter Naturschutz - und dürfen nur in geringen Mengen gesammelt werden.

Was sind Pilze?

Da Pilze, wie Gemüse, aus dem Boden wachsen, liegt die Vermutung nahe, dass sie Pflanzen sind. Das stimmt aber nicht: Pilze sind nicht wie Pflanzen in der Lage, Photosynthese zu betreiben. Sie ernähren sich vielmehr wie Tiere von organischen Substanzen. Sind Pilze also Tiere? Auch das trifft nicht zu. Sie sind genaugenommen weder Pflanze noch Tier und bilden in der Biologie ein eigenes Reich. Dieses setzt sich zusammen aus Einzellern, wie Hefepilzen, und Vielzellern, wozu Schimmelpilze oder Speisepilze zählen. Was wir dabei als Pilz kennen, sammeln und essen, ist nur der sogenannte Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz sprießt unterirdisch und setzt sich aus mikroskopisch feinen Fäden, dem Myzel, zusammen. Ähnlich wie Wurzeln breitet sich dieses Pilzgeflecht unter der Erde aus und erstreckt sich, je nach Art, über mehrere Kilometer. Viele Pilze gehen dabei eine Lebensgemeinschaft mit Bäumen ein und versorgen diese mit Wasser und Nährsalzen aus der Erde. Im Gegenzug bekommen sie lebensnotwendige Stoffe, wie Eiweiße oder Zucker, der bei der Photosynthese in den Blättern der Bäume entsteht. 

Wichtige Aufgaben übernehmen Pilze auch außerhalb dieser Symbiosen: Sie sind Recycling-Spezialisten und kümmern sich zusammen mit Bakterien um die Zersetzung im Stoffkreislauf unserer Ökosysteme. So sorgen Pilze dafür, dass wichtige Nährstoffe in den Boden zurückgeführt werden.

Pilze sammeln - welche sind essbar?

Eine allgemeingültige Regel beim Bestimmen von essbaren Waldpilzen und Giftpilzen gibt es nicht. Jedes gesammelte Exemplar muss im Einzelnen genau begutachtet werden. Ohne grundlegende Kenntnisse zur Pilzkunde geht dabei nichts! Und nur, wenn man sich zu 100 Prozent sicher ist, sollte man selbst gesammelte Pilze auch wirklich verzehren. Das rät die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM). Während bei Röhrlingen oft das Vergleichen von Bildern ausreicht, muss man bei Lamellenpilzen auf viele verschiedene Merkmale achten. Dazu gehören der Geruch, die Farbe der einzelnen Pilzsegmente, die Sporenabdruck und vieles mehr. Also: Lassen Sie sich Zeit und sammeln Sie gewissenhaft. Es gibt viele gute Pilzratgeber, Sachbücher und Apps, die Ihnen dabei helfen können. Im Zweifel sollten Sie aber in jedem Fall auf Expertenwissen setzen und eine kostenfreie Beratungsstelle oder einen Pilzsachverständigen aufsuchen .

Pilzkalender: Wann findet man essbare Pilze?

Pilze wachsen zwar das ganze Jahr über, doch das mengenmäßig größte Vorkommen gibt es zur Pilzsaison. Diese beginnt im Spätsommer und geht bis in den November hinein. Als wichtigste Monate gelten dabei September und Oktober. Für eine erfolgreiche Pilzernte sollten Sie außerdem das Wetter im Blick haben: Besonders regnerische Tage begünstigen das Pilzwachstum und steigern die Chance, mit einem vollen Korb nach Hause zu kommen.

Achtung, nicht vergessen: Viele Pilze stehen unter Artenschutz. Deshalb ist in Deutschland nur das Sammeln von Pilzen für den Eigenbedarf erlaubt. In den meisten Fällen wird dieser mit einem Kilo pro Person und Tag bemessen. Wer die erlaubte Menge überschreitet und keine Sondergenehmigung hat, dem droht ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro. Mehr Infos dazu finden Sie in der Bundesartenverordnung.

In unserem Pilzkalender sehen Sie, wann welcher Pilz Saison hat:

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Pilze selber anbauen

Pilze sind nicht nur lecker, sondern stecken auch voll guter Inhaltsstoffe und tragen somit zur gesunden Ernährung bei. Eine gute Alternative zur plastikverpackten Variante aus dem Supermarkt oder zum Selbersammeln, ist die eigene Pilzzucht zu Hause. So können Sie nicht nur das ganze Jahr über frische Pilze genießen, sondern bekommen diese auch noch garantiert schadstofffrei. Denn was viele nicht wissen: Einige Waldpilze filtern natürlicherweise Schwermetalle wie Blei oder Quecksilber aus den Böden heraus und sind somit oft stärker belastet als Kulturpilze.

Die eigene Zucht zu Hause kann sich also auch aus gesundheitlicher Sicht als sinnvoll erweisen. Um Pilze im Haus zu kultivieren, gibt es für Urban-Gardening-Fans verschiedene Möglichkeiten. Für Anfänger eignet sich aber am besten ein fertiges Pilzzuchtkultur-Set. Dieses beinhaltet alles was man braucht, von Pilzkultur bis zum passenden Substrat. Dank Schritt-für-Schritt-Anleitung sind keine Vorkenntnisse notwendig. Meistens können Sie bereits nach wenigen Tagen die ersten Pilze ernten. Gut zu wissen: Fertigkulturen gibt es sowohl für Drinnen als auch für das Freiland zu kaufen. Im Garten bevorzugen Pilze einen schattigen, windstillen Ort.