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Die Drinks werden kälter, die Bässe lauter, die Nächte länger - und das Leben wird besser. Zu einem perfekten Sommer gehören natürlich auch Grillpartys mit Freunden im Park. Abende, an denen man stundenlang zusammensitzt, leckere Sachen futtert, und keiner als Erster nach Hause gehen will. Am nächsten Morgen sehen die öffentlichen Grillplätze leider oft aus, als hätte ein Müllwagen seine Ladung verloren: überquellende Abfalleimer, Kronkorken, Dosen und so viel Plastik, dass nicht nur die Umweltengel weinen. Der Rasen ist an vielen Stellen verbrannt. Die Aluschale mit den Kohlen liegt verloren in den Rabatten. Dabei geht es auch anders. Sieben Tipps für einen tollen Grillabend - ohne schlechtes Öko-Gewissen. 

1) Wo darf’s denn hingehen? 

Bevor die Brutzel-Sause startet, kurz checken, wo Grillen überhaupt erlaubt ist. In Wäldern, Naturschutzgebieten und auf landwirtschaftlichen Flächen ist Grillen meistens verboten. Für Grünflächen in der Stadt gibt es individuelle Regelungen; die findet man auf den offiziellen Websites der jeweiligen Stadt. In Berlin beispielsweise ist das Grillen in Parks auf ausgewiesenen Grillplätzen möglich. In München gibt es Grillzonen entlang der Isar. 

2) Einweggrill? Nein, danke!

Klar, nichts ist einfacher, als sich bei der Tankstelle einen billigen Grill zu kaufen und ihn am Ende des Abends zu entsorgen. Aber die herkömmlichen Wegwerfgrills sind nicht nur eine Öko-Sünde - sie schaden auch der eigenen Gesundheit, da die Kohle mit Brandbeschleuniger bezogen ist. Beim Verbrennen entstehen Dämpfe, die das Gegenteil von leckerem Grill-Aroma sind. Dazu kommt, dass die Hitze von bodennahen Einweggrills die Rasenflächen dauerhaft zerstören. Besser: der klassische Dreibein-Grill. Ja, den muss jemand mit in den Park bringen und hinterher wieder nach Hause tragen, aber dafür glimmt die Kohle darauf auch deutlich länger und nicht nur - wie bei Einweggrills - eine Stunde.

3) Die richtige Holzkohle verwenden 

Viele Grillfans ahnen gar nicht, dass sie vielleicht gerade wertvolles Tropenholz verfeuern - weil diese Info nicht auf der Verpackung angegeben werden muss. Tatsächlich wurden laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2017 über 215.000 Tonnen Grillkohle importiert, darunter über 30.000 Tonnen mit Tropenholz aus Paraguay. Tropenwälder sind wichtig für den Artenschutz und den Schutz des Weltklimas. Zum Glück gibt es Alternativen: Briketts aus Olivenkernen zum Beispiel. Die zünden schnell, brennen länger und entwickeln weniger Rauch und Funkenflug. Wer lieber mit Holzkohle grillt, kann sich informieren, woher sie stammt. So gibt es beispielsweise deutsche Hersteller, die nachhaltige Grillkohle aus heimischen Wäldern anbieten. Und noch ein Tipp: Auch der Grillanzünder sollte frei von Chemie sein. Es gibt spezielle in Wachs getränkte Kaminanzünder auf Holzfaserbasis. Noch einfacher: trockene Holzstücke und Äste sammeln und diese zum Anzünden nutzen. Pfadfinder-Style!

4) Das gute Geschirr einpacken

Salat von einem durchgematschten Pappteller essen? Irgendwie eklig - von der Umwelt ganz zu schweigen. Wer aber das gute Porzellan-Geschirr nicht auf dem Gepäckträger transportieren will, hat Alternativen, etwa Bio-Einweggeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen wie Bambus oder Palmblatt. Manche der Produkte lassen sich sogar abwaschen und mehrfach nutzen - und sind auf jeden Fall gut kompostierbar.

5) Was kommt auf den Grill? 

Wenn die Kohle erst einmal glimmt, kann es ja losgehen! Und was kommt auf den Grill? Aus ökologischer Sicht am besten vegetarische Spezialitäten - da gibt es tolle Rezepte! Wer nicht auf Fleisch verzichten und trotzdem möglichst nachhaltig grillen möchte, sollte beim Kauf auf Bio-Qualität achten und darauf, dass die Ware aus der Region stammt. Einige Griller nutzen Aluschalen, um mariniertes Fleisch zu erhitzen. Vorsicht: Die Herstellung von Alufolie verbraucht nicht nur viel Energie. Das Metall kann auch auf das Grillgut übergehen kann, wenn es mit Salzen oder Säuren wie in Marinaden in Kontakt kommt. Wer auf Nummer sicher gehen will, bringt sich ein Edelstahl-Pfännchen mit. 

Für Fisch-Fans ist es nicht so einfach, ökologisch korrekt einzukaufen: Das MSC-Siegel, das eigentlich nachhaltige Fangmethoden garantieren soll, steht seit einiger Zeit in der Kritik. Auch hier am besten auf lokale Produkte zurückgreifen oder sich genau im Netz informieren - zum Beispiel mit dem "Einkaufsratgeber Fisch" von Greenpeace.

6) Müll so gut es geht vermeiden 

Der Trick ist, von Anfang an so wenig Müll wie möglich zu verursachen. Für das Essen gilt: Saisonale Produkte kaufen, die nicht in Plastik gewickelt sind. Oder selbstgemachte Grillsaucen, Aufstriche oder Chutneys mitbringen. Abgefüllt in kleine Einmachgläser sind die außerdem ein Hingucker. Den Müll, der trotzdem anfällt, kann man gleich trennen und am Ende der Party entsorgen. Noch ein Tipp: Die erkaltete Kohle eignet sich super als Grillanzünder für das nächste Mal.

7)  Mit Omas Hausmitteln den Grill reinigen 

Chemische Backofen- und Grillreiniger sind zwar effektiv, enthalten aber viele Stoffe, die unsere Atemwege reizen und Allergien und Verätzungen auslösen können. Häufig reichen schon Hausmittel wie Natron, Backpulver oder Essig, um Eingebranntes zu entfernen. Man kann auch Kaffeesatz als Schmirgelpulver verwenden. Wer einen Garten hat, kann den dreckigen Rost einfach ins Gras legen: Über Nacht bedienen sich die Ameisen an den verkohlten Essensresten, sodass das Gitter am nächsten Morgen vom gröbsten Dreck befreit ist. Mehr Natur geht nicht, oder?