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1. Stadtobst ist mit besonders vielen Schadstoffen belastet.

Dieser These ging ein Team aus Forschern der TU Berlin nach. Das Ergebnis: Wilde Früchte aus der Stadt enthalten etwa ähnlich viele, teilweise sogar weniger Schadstoffe als das Obst aus dem Supermarkt. Ähnlich sieht es bei Wurzelgemüse und Hülsenfrüchten aus. Bei Blattgemüse, Kräutern und Beeren ist es wiederum besser, wenn sie mindestens zehn Meter abseits des Stadtverkehrs wachsen. Eine Hecke zwischen Straße und Gemüsebeet reduziert die Belastung zusätzlich, indem sie gesundheitsschädliche Schwermetalle wie Blei und Cadmium aus den Abgasen filtert.

2. Wilde Beeren sind oft vom Fuchsbandwurm befallen.

Besonders im Süden von Deutschland bekommt man schon als Kind eingebläut, die Finger von wild wachsenden Beeren wie Himbeeren oder Walderdbeeren zu lassen. Grund dafür ist die Angst vor dem Fuchsbandwurm, dessen Eier über den Kot von Füchsen auf den Beeren landen. Ganz unbegründet sind die Sorgen nicht. Der Befall ist für den Menschen ohne Behandlung lebensgefährlich und macht sich oft erst nach mehreren Jahren bemerkbar. 

Jährlich werden etwa zwischen 40 und 60 Neuerkrankungen gemeldet. Glaubt man den Statistiken, ist es also wahrscheinlicher, vom Blitz getroffen zu werden. Um trotzdem auf der sicheren Seite zu sein, sollte man sich vor dem Verzehr von Wildbeeren gut informieren und nicht in Bodennähe pflücken. Übrigens: Für Pilze-Sammler stellt der Fuchsbandwurm keine Gefahr dar, vorausgesetzt die Pilze werden vorher in der Pfanne gut durchgegart.

3. Pilze und Wildbret sind noch immer stark radioaktiv belastet.

Im Zuge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 musste tonnenweise Blattgemüse vernichtet und hektoliterweise Milch weggeschüttet werden. Grund dafür war der radioaktive Regen, der vor allem in Süddeutschland viele Äcker und Kuhweiden kontaminiert hat. Gleiches gilt natürlich für Waldböden, was den Verzehr von wilden Pilzen und Wildbret lange Zeit in Verruf gebracht hat. 

Und tatsächlich weisen die Pilze und das Wildfleisch in bestimmten Regionen auch heute noch eine erhöhte Radioaktivität auf. Mit einer Halbwertszeit von knapp 30 Jahren hat sich die Belastung seit der Katastrophe immerhin bereits mehr als halbiert. Doch gerade in Süddeutschland ist bei bestimmten Pilzarten noch Vorsicht geboten. Betroffen sind unter anderem Maronenröhrlinge, Semmelstoppelpilze sowie verschiedene Arten von Schnecklingen. Gleiches gilt übrigens für das Wildschwein - bedingt durch seine große Vorliebe für Hirschtrüffel, die es für gewöhnlich in stärker kontaminierten Erdschichten findet. Aber: Glaubt man dem Bundesamt für Strahlenschutz, ist der Verzehr von Nahrung mit einem hohen Cäsium-137-Gehalt nicht weiter tragisch - solange es nicht zur wöchentlichen Routine wird. Um sich die Relationen besser vorstellen zu können, liefern sie gleich noch ein Beispiel: Der Verzehr von 200 Gramm stark kontaminierten Pilzen ist in etwa mit der Strahlenbelastung einer fünfstündigen Flugreise gleichzusetzen.

TK-Ernährungscoaching

Frau bereitet mithilfe eines Tablets Gemüse zu Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
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4. Der Fliegenpilz ist der giftigste Pilz von allen und ungenießbar.

Nicht zuletzt wegen seines auffälligen Erscheinungsbildes ist der Fliegenpilz zumindest der bekannteste Vertreter aller toxischen Pilzarten - aber längst nicht der giftigste! Der Verzehr führt zwar zu Verwirrung, Halluzinationen, Schwindel und Müdigkeit, bei größeren Mengen auch zu motorischen Lähmungen und Muskelkrämpfen. Ob und ab welcher Menge der Konsum von Fliegenpilzen tödlich ist, ist allerdings bis heute umstritten. Vorsicht ist trotzdem geboten: Denn ein regelmäßiger Verzehr wäre aller Wahrscheinlichkeit nach schädlich. 

Während der Fliegenpilz mit seiner roten Kappe und den weißen Flecken leicht als ungenießbar zu identifizieren ist, herrscht bei vielen seiner Artgenossen große Verwechslungsgefahr - so zum Beispiel bei diesen fünf beliebten Speisepilzen und ihren giftigen Doppelgängern .

5. Pilze bestehen nur aus Wasser und haben deshalb keine Nährstoffe.

Es stimmt, dass die meisten Pilze zu drei Vierteln aus Wasser bestehen. Das hat aber nicht zu bedeuten, dass sie arm an Nährstoffen sind! Im Gegenteil: Pilze enthalten zum einen Mineralstoffe wie Magnesium und Kalzium sowie viele wichtige Spurenelemente. Außerdem gelten sie als Vitamin-B- und Vitamin-C-Lieferant. Manche von ihnen versorgen uns sogar mit Vitamin D, welches wir sonst nur über die Sonne aufnehmen. Darüber hinaus sind Pilze eine kalorienarme Eiweißquelle und eine geeignete Alternative für Vegetarier und Veganer.

Sie möchten "in die Pilze" gehen, haben aber noch keine Erfahrung? Hier erfahren Sie, wo und wann man leckere Speisepilze sammeln kann und wie man sie erkennt. Worauf man außerdem noch beim Sammeln wilder Köstlichkeiten achten sollte, steht in unserem Wild Food Knigge

Unser Saisonkalender zeigt, wann welche Wildkräuter, Früchte oder Nüsse erntereif sind.

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