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Hodenkrebs ist gut zu behandeln - wenn er rechtzeitig entdeckt wird. Wer besonders gefährdet ist und welche Alarmsignale es neben Knoten im Hoden noch gibt, erklärt Professor Dr. Stefan Tritschler, Chefarzt der Urologie und urologischen Onkologie im Freiburger Loretto-Krankenhaus.

Was ist Hodenkrebs genau?
Hodenkrebs ist eine bösartige Erkrankung, die von Zellen im Hodengewebe, dem Keimepithel, ausgeht. Sie kann Metastasen verursachen und unbehandelt tödlich enden. Rechtzeitig erkannt ist die Erkrankung aber sehr gut behandelbar, auch wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. Hodenkrebs ist zwar insgesamt eine seltene Erkrankung. Bei jungen Männern ist er aber der häufigste bösartige Tumor.

Warum ist es so wichtig, die Hoden regelmäßig selber abzutasten?
Ein Hodentumor ist zunächst nicht schmerzhaft. Er verursacht aber Veränderungen im Hodengewebe wie etwa Knoten, die sich häufig gut ertasten lassen. Durch das regelmäßige Abtasten können Veränderungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Wie tastet man die Hoden richtig ab?
Jungen und Männern sollten mit der Hand den Hoden abtastasten und erspüren, wo sich Hoden und Nebenhoden befinden. Es geht darum, sich der eigenen Anatomie bewusst zu werden. Die Nebenhoden sitzen auf den Hoden oder an der Außenseite. Das ist normal. Ein derber, nicht schmerzhafter Knoten hingegen ist verdächtig.

Kann es neben den Knoten noch andere Alarmsignale geben?
Ja, etwa ein allgemeiner Leistungsknick oder Atemnot. Hodenkrebs kann Metastasen in der Lunge bilden. Es kommt vor, dass der Hodenkrebs erst darüber als eigentlicher Auslöser entdeckt wird. Auch eine starke Gewichtsabnahme und ständige Abgeschlagenheit sollten abgeklärt werden. Der Tumor ist ein Energiefresser.

Was sollte ich tun, wenn ich Auffälligkeiten feststelle?
Auffälligkeiten sollten so schnell wie möglich von einer Urologin oder einem Urologen mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung abgeklärt werden.

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Können verschiedenen Arten von Hodenkrebs auftreten?
Es wird  grob unterschieden zwischen Seminomen und Nicht-Seminomen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich des Krankheitsverlaufs und der Heilungschancen. Seminomen treten häufiger in der Altersgruppe der 30- bis 40-Jährigen auf und gelten als der "günstigere Tumor". Nicht-Seminomen sind die deutlich aggressiveren Tumore und betreffen vor allem Patienten im Alter von 20 bis 30 Jahren.

Ab welchem Alter sollte mit der Selbstuntersuchung gestartet werden? 
Es gibt keine offiziellen Empfehlungen. Die meisten Betroffenen sind aber zwischen 20 und 40 Jahren alt. Deshalb sollte ab dem jungen Erwachsenenalter, also etwa mit 16 bis 18 Jahren, mit dem regelmäßigen Abtasten begonnen werden.

Gibt es Männer, die besonders gefährdet sind? 
Ein Hodenhochstand in der Kindheit ist ein Risikofaktor, auch wenn er behandelt wurde. Außerdem besteht nach einer Hodenkrebserkrankung ein bis zu 40-fach erhöhtes Risiko für einen Tumor im gegenüberliegenden Hoden.

Was bedeutet eine Hodenkrebserkrankung für die Familienplanung?
Die Tumorerkrankung wird oft im Rahmen einer Kinderwunschsprechstunde entdeckt, weil er die Fruchtbarkeit beeinflussen kann. Die Familienplanung bleibt aber trotz Erkrankung möglich, sofern der Krebs nicht zu weit fortgeschritten oder der Tumor beidseitig ist. Hodenkrebs und dessen Therapie gefährden zwar die Fruchtbarkeit, doch Männer können Spermien tiefgefroren konservieren lassen.


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Prof. Dr. Stefan Tritschler ist Chefarzt der Urologie und urologischen Onkologie im Freiburger Loretto-Krankenhaus.

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