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Frank Griffel, promovierter Informatiker und IT-Manager, kann auf jahrzehntelange Meditationserfahrung zurückblicken. Dabei ist er, der sich selbst als "total rationalen Menschen" beschreibt, "solchen Sachen" zunächst mit großer Skepsis begegnet. "Ich bin eigentlich Wissenschaftler vom Herzen", sagt er.

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Dr. Frank Griffel (Foto: Philip Giewer)

Neugierig und offen, begleitete er als junger Mann einmal Freunde zu einem Seminar über Energiefluss und Kristallheilung. Er wollte wissen, was seine Freunde so begeisterte. "Aber dieser Esoterik-Kram war weit weg von mir, auch wenn ich einige Effekte schon damals nicht leugnen konnte", stellte er fest. 

Frank Griffel studierte Chemie, Physik und Informatik und betrieb intensiv Sport - vor allem Bodybuilding, Thai-Boxen und Kung Fu, eine Kampfkunst, die aus der buddhistischen Zen-Tradition stammt. 

Mit Mitte 20 besuchte er das Shaolin-Kloster in  China, um die geistigen Grundlagen der Kampfkunst zu studieren - und blieb ganze 15 Monate. Dabei erfuhr er an sich selbst, wie geistige Vorgänge den Körper beeinflussen können. "Das war das erste echte Aha-Erlebnis für mich, weil es so authentisch war." 

Shaolin-Kloster

Shaolin ist ein buddhistischer Mönchsorden. Das Shaolin-Kloster in der chinesischen Provinz Henan gilt als Geburtsstätte des Zen (chinesisch: Chan). Seit rund 1.500 Jahren ist es - mit kurzen Unterbrechungen - eine Stätte der Ausbildung in buddhistischer Meditation, Medizin und Kampfkünsten wie Kung Fu, Tai Chi und Qigong. Shaolin-Mönche werden darin ausgebildet, ihre Energie in sehr konzentrierter Weise zu verwenden. Sie erreichen damit Ergebnisse, die westliche Beobachter häufig als übernatürlich empfinden. 

Überzeugt durch eigenes Erleben

Die Erfahrungen, die Frank Griffel dort machte, prägen ihn bis heute. Er war auf sich gestellt, schlief auf dem Steinfußboden, und mehrere Monate lang sprach niemand mit ihm.

Frank Griffel: "Man lernt ganz viel über sich selber. Und man lernt überleben im wahrsten Sinne des Wortes. Also zum Beispiel: Bei minus 10 Grad nachts im Kloster, wie überleb ich da eigentlich den Schlaf? Oder: Wie kann ich vier Stunden Tiefschlaf erreichen, wenn ich insgesamt vielleicht nur viereinhalb Stunden schlafe?" Er lernte mentale Shaolin-Techniken, um diese Ziele zu erreichen. 

Auch die Heilkunst der Mönche erlebte er am eigenen Leib. Die persönlichen Erfahrungen überzeugten ihn, auch wenn er die Wirkmechanismen wissenschaftlich nicht erklären kann. Doch er glaubt, dass die Physik mittlerweile auf gutem Wege ist, künftig solche Phänomene zu deuten. Damals war wichtig: "Ich habe es erfahren und kann mit gutem Gewissen sagen: Da ist etwas, und man kann es erreichen", sagt er. Das war der Moment, an dem er intensiver zu meditieren begann. Später vertiefte er die Praxis noch. 

Meditieren heißt einfach: Man sitzt da und denkt an nichts. Das ist eigentlich immer das Ziel - egal, mit welcher Technik man da hinkommt. Frank Griffel

Energie für den Tag

Auch heute meditiert Frank Griffel täglich mindestens eine halbe Stunde - meist am frühen Morgen vor der Arbeit. Als Anfänger-Meditation empfiehlt er eine Atemmeditation, bei der es darum geht, den Luftstrom durch die Nase bewusst wahrzunehmen. Er selbst beginnt meist mit einer sogenannten Licht-Meditation, gefolgt von einer bewegten Qigong-Meditation.

Sein Ziel: "Den Geist leer zu kriegen. Jeder von uns kennt diesen Moment, wo man merkt, jetzt ist gerade Zeit vergangen, und ich hab an nichts gedacht. Diesen Zustand bewusst herbeizuführen und vielleicht eine halbe Stunde aufrechtzuerhalten, darum geht es. Weil ich dann sozusagen das leere Gefäß bin, in das ich wieder ganz viel hineinfüllen kann."

Dieser Zustand der Leere bringt ihm nicht nur Ausgeglichenheit für den Tag, sondern auch viel Energie. "Am Morgen die Energie aufbauen und dann einfach entspannt arbeiten können" - darauf will er nicht mehr verzichten. 

Man muss ein Stück Lebenszeit investieren. Das kriegt man nicht umsonst. Frank Griffel

Qigong praktiziert er oft auch im Park oder auf einer Wiese: "Ich kann den Körper bewegen und trotzdem im meditativen Zustand sein und absolut an nichts denken." Dass sich jemand über ihn wundern könnte, wenn er draußen seine Qi-Gong-Übungen macht, blendet er einfach komplett aus. 

Ein paar Wochen durchhalten ist wichtig

Anfängern rät er, einfach zu beginnen. Und in sich zu hineinzuhorchen: "Was macht es mit mir? Macht es was Gutes? Ja? Ich mach weiter. Macht es was Schlechtes? Ich hör nicht gleich auf, sondern versuche eine andere Variante." Und er sagt: "Wichtig ist, einen Augenblick durchzuhalten, egal, was man für Erlebnisse hat. Denn es braucht ein paar Wochen, bis man einen Aha-Effekt an sich selber spürt und ein eigenes authentisches Erleben einsetzt, das man nicht mehr missen möchte."