Verzweifelte Patientin bei der Psychotherapie
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Warum befallen uns unsere Sorgen gerade dann, wenn wir uns doch eigentlich erholen wollen, und lassen uns nicht mehr los? „Tagsüber sind wir abgelenkter. Unsere To-do-Listen halten uns beschäftigt. Abends nimmt dann die äußere ‚Geräuschkulisse‘ allmählich ab und wir sind wieder mehr auf uns selbst und unser Inneres zurückgeworfen", erklärt Diplompsychologin Bona Lea Schwab. Sie arbeitet als psychologische Beraterin in Stuttgart und und hat schon vielen Ratsuchenden geholfen, die quälende Grübelei zu stoppen. 

Um sich selbst kreisen

Beim Grübeln geraten wir in eine negative Form des Nachdenkens. "Wir verlieren uns gewissermaßen in einer Denkschleife, die sich vor allem um unangenehme Emotionen, schlechte Bewertungen einer Situation und belastende Selbsteinschätzungen dreht“, sagt die Expertin.

Es sind die typischen „Warum“-Fragen, die das Gedankenkarussell schneller werden lassen: „Warum passiert ausgerechnet mir das? Warum muss ich mich so fühlen?“ Beantworten lassen sich diese Fragen nicht. So entsteht schnell ein Teufelskreis, bei dem der Blick für den Ausweg aus der bestimmten Situation verloren geht. Eine Denkgewohnheit, die Vielgrübler nur schwer wieder ablegen können.

„Grübeln macht passiv und verursacht Gefühle wie Traurigkeit, Wut oder Ohnmacht."

Grübeln, um Unangenehmes zu vermeiden

Häufigste Auslöser sind Konflikte, denen wir aus dem Weg zu gehen versuchen, Entscheidungen, die wir nicht treffen wollen, und unangenehme Emotionen. „Wer grübelt, vermeidet den Konflikt. Wer sich systematisch mit einem Problem auseinandersetzt, geht so lange damit um, bis es keines mehr ist", so Schwab. Es helfe nicht weiter, sich zu fragen: Was bedeutet das für mich? Bewegung kommt dann ins Spiel, wenn wir uns mit dem Wohin und dem Wie beschäftigen: Was will ich eigentlich erreichen? Ist mir mein Ziel vielleicht noch nicht bewusst? Was brauche ich, um dort hinzukommen?

Raus aus dem Grübelzirkel

Grübeln wird, wie alles, was wir oft tun, eine Gewohnheit. Deshalb rät Schwab zunächst zu einer Bestandsaufnahme. Wie oft grüble ich? Zu welchen Zeiten? Was unterscheidet die Situation von grübelfreien Momenten? Gibt es Auslöser für mein Grübeln? „Allein diese Beschäftigung eröffnet eine neue Ebene, mit einem ‚Draufblick‘ und mehr Abstand zu den Gedanken, mit denen wir sonst schnell zu verschmelzen drohen“, erklärt Schwab. Auch bewusste Ablenkung, zum Beispiel mittels einer To-do-Liste, kann helfen. Oder der "Gedanken-Stopp". Dabei sagen Sie sich selbst laut "Stopp", wenn Sie merken, dass Sie dabei sind, zu grübeln, und lenken Ihre Gedanken um. Gerade vorm Einschlafen kann das nützlich sein. Wenn es bei Ihnen immer vorm Einschlafen losgeht, sagen Sie sich Stopp und lenken Ihre Gedanken um. Zum Beispiel auf schöne Bilder oder angenehme Erinnerungen. 

Eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und zu ihnen zu stehen, ist einer der ersten Schritte aus dem Grübelkarussell. 

Hilfreich sind Übungen zum achtsamen Beobachten. Sie leiten an, die Gedanken akzeptierend zu betrachten, ohne sich von ihnen vereinnahmen zu lassen. Schwab empfiehlt auch, sich beim Grübeln einfach einmal vor einen Spiegel zu setzen:  „Durch solche Distanzierungsübungen lernt man, das Auftreten der Gedanken besser zu kontrollieren und ihnen weniger Glauben zu schenken.“ 

Mit Entspannung das Gedankenkarussell stoppen

Einfach und sofort zu haben: Entspannungsübungen, Sport oder Yoga helfen aus der Gedankenspirale. Denn damit verändern Sie Ihren mentalen und körperlichen Zustand und finden zur Ruhe zurück. Probieren Sie doch einmal eine der Entspannungsübungen, die Ihnen die Techniker kostenfrei zur Verfügung stellt. Oder die Online-Kurse zu Achtsamkeit oder zu Yoga. 
 

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