Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Wie bekommen wir den Plastikmüll aus dem Meer? Und wie sorgen wir dafür, dass weniger Müll hineinkommt? Umwelt- und Verbraucherorganisationen zeigen Möglichkeiten auf, wie wir im Alltag Plastik vermeiden können. 

Die Bilder und Geschichten gehen einem nicht mehr aus dem Kopf. Schildkröten fressen Plastiktüten, weil sie sie für Quallen halten. Wale und Delfine verheddern sich in treibenden Netzen und verletzen sich beim Versuch, sich  zu befreien. Vögel, Fische und andere Meeresbewohner verenden, weil Plastikmüll ihre Mägen verstopft. Plastikmüll im Meer ist nicht nur ein optisches Problem. Er beeinträchtigt die Umwelt, das Leben der Tiere und möglicherweise langfristig auch unser eigenes.

1.440 Lastwagenladungen pro Tag

580.000 Müllpartikel treiben in einem Quadratkilometer Ozean, schätzte 2015 eine australische Forschergruppe um den niederländischen Ozeanologen Eric Van Sebille. Und jeden Tag kommt neuer Plastikmüll hinzu - produziert und weggeworfen von Menschen, hineingespült in die Meere über die Abwässer und Flüsse aller Kontinente oder direkt am Ufer oder auf See entsorgt. Der World Wildlife Fund (WWF) berichtet von schätzungsweise  4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll, die jährlich ins Meer gelangen - das entspricht der Ladung von 1.440 Lastwagen pro Tag.

Die Meere säubern: Netz gegen Plastik 

Mit riesigen Anlagen zum Sammeln von Meeresmüll auf See versuchen Aktivisten und Umweltorganisationen, die Ozeane vom Plastikmüll zu befreien. Eines dieser Projekte: Das "Pacific Garbage Screening". So heißt eine riesige, schwimmende Plattform, die Tonnen von Kunststoff aus den Meeren filtern soll. Zusammen mit dem Hamburger Fußballclub St. Pauli unterstützt Die Techniker dieses Projekt im Rahmen der Kampagne "Weltverbesserer".

Mikroplastik in Tieren und Menschen

Wird der Müll im Meer durch Abrieb und Zerfall zerkleinert, entsteht Mikroplastik. Das sind Plastikteilchen mit weniger als fünf Millimeter Größe. Sie werden von Fischen, Muscheln und anderen Seetieren aufgenommen und können auf diese Weise über die Nahrungskette auch in den Menschen gelangen. Mikroplastik entsteht auch an Land: zum Beispiel durch den Abrieb von Autoreifen. Oder auch gezielt hergestellt als Bestandteil mancher Kosmetikprodukten wie Peelings und Shampoos. 

Mikroplastik finden sich mittlerweile in Seetieren vieler Arten, in unserem Breiten zum Beispiel in Makrelen und Kabeljau. Im Oktober 2018 meldete das österreichische Umweltbundesamt, dass Umweltforscher und Medizinern erstmals Mikroplastik im menschlichen Stuhl nachgewiesen haben.

Noch weiß man nicht, welche gesundheitlichen Effekte die Mikropartikel auf den Menschen haben. Nachgewiesen ist jedoch, dass Kunststoffe umwelt- und gesundheitsschädigende Substanzen enthalten können, etwa Flammschutzmittel oder Weichmacher, die im Meer zum Teil freigesetzt werden. 

An den Ursachen ansetzen

Fehlende Strukturen zum Sammeln und zum Recycling, vor allem in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern, sind eine der Hauptursachen für den Plastikmüll in den Ozeanen, so der WWF. Eine andere Ursache können wir selbst beeinflussen: das übermäßige Verwenden von Einmal-Produkten aus Plastik - zum Beispiel Trinkbecher, Plastiktüten, Frischhaltefolie und Verpackungen. 

So vermeiden Sie Plastikmüll im Alltag 

Ganz ohne Plastik werden wir im Alltag sicher nicht auskommen. Nicht immer lässt es sich durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzen - oft aber schon. Verbraucherzentrale und Umweltorganisationen meinen: Vor allem auf Wegwerfartikel aus Kunststoff und auf aufwändige Verpackungen können wir verzichten.

Zehn Tipps für den Alltag:

  1. Nehmen Sie zum Einkaufen Taschen, Beutel und Dosen mit und verwenden Sie sie mehrfach. So können Sie auf viele Plastik- und Papiertüten verzichten. Am besten haben Sie immer einen Beutel bei sich, den Sie beim spontanen Einkaufen nutzen können. 
  2. Kaufen Sie Nahrungsmittel frisch und unverpackt ein, zum Beispiel auf dem Markt. Auch im Supermarkt können Sie Gemüse und Obst oft unverpackt erhalten. 
  3. Lassen Sie sich den Käse an der Theke ohne Plastikhülle in einen mitgebrachten Behälter geben. 
  4. Verwenden Sie schon vorhandene Plastikdosen oder -behälter mehrfach. 
  5. Der Kaffee to go schmeckt im eigenen Becher mindestens genauso gut. 
  6. Trinken Sie, wenn möglich, Leitungswasser statt Mineralwasser aus Einwegflaschen. Verzichten Sie grundsätzlich auf Einwegflaschen und möglichst auch auf Tetrapaks. 
  7. Kochen Sie selbst und meiden Sie abgepackte Snacks und Fertiggerichte. 
  8. Nutzen Sie Seife im Stück statt Flüssigseife und Waschpulverkonzentrat statt Flüssigwaschmittel. Denn Wasser im Produkt erhöht die Menge an Müll. 
  9. Verzichten Sie auf Einweg-Geschirr und -Besteck. 
  10. Wenn Sie Kosmetik benutzen: Verwenden Sie Naturprodukte ohne Mikroplastik.