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Einen Porno gucken. Wo ist das Problem? Machen doch Millionen andere Menschen auch. Doch was viele dabei vergessen: Pornos können unser Liebesleben nicht nur bereichern. Sie können bei einem übermäßigen Konsum auch zu einem ernsten Problem werden. Denn die Filme aktivieren das Belohnungszentrum im Gehirn: Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin und Endorphine werden ausgeschüttet und es kommt zu einem übernormalen Glücks- bzw. "High"-Gefühl.

Was passiert beim Anschauen eines Pornos?

"Sex ist der mit Abstand stärkste Aktivator des Lustzentrums neben Nahrung. Es wird nur noch von Substanzen wie Kokain oder Heroin getoppt", erklärt Heike Melzer, Neurologin und Sexualtherapeutin aus München. Es ist somit gesehen ein Genussmittel und weckt in uns sexuelles Verlangen und Lust, was ja auch Sinn und Zweck von Pornografie ist.

Das Problem dabei: Je mehr sich das Gehirn an den Reiz von Pornos gewöhnt, desto mehr wird von der "Droge" benötigt. Die Folge: Auf der Suche nach dem immer größeren Kick schauen Betroffene länger und / oder extremeres Material. Die Pornosucht beginnt. Und so wie bei anderen Süchten auch sind die Übergänge zwischen gelegentlichem Konsum und Abhängigkeit fließend. Es geht häufig ein jahrelanger Prozess einher, der von den Betroffenen oftmals nicht richtig gedeutet und häufig schambedingt auch verleugnet wird.

Bin ich pornosüchtig?

Ein sicheres Anzeichen einer Pornosucht ist, wenn man versucht mit dem Konsum von Pornos aufzuhören und merkt, dass das nicht geht. Weitere Merkmale sind:

  • Sexuelle Fantasien ziehen sich wie ein roter Faden durch den Tag.
  • Toleranzentwicklung und Dosissteigerung: Immer mehr Zeit wird aufgewendet auf der Suche nach intensiveren Reizen mit Steigerung des Risikoverhaltens.
  • Negative Konsequenzen in der Schule, im Beruf, für Gesundheit, Beziehungen, Finanzen oder durch Konflikte mit dem Gesetz.
  • Kontrollverlust: Sexuelle Fantasien und Verhaltensweisen können trotz negativer Folgen nicht mehr ausreichend gesteuert werden.

Wer unsicher ist, ob sein Pornokonsum noch normal ist, kann sich rund um die Uhr an das TK-ÄrzteZentrum wenden.

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Was sind die Ursachen für eine Pornosucht?

Zunächst einmal: Pornografie ist per se nichts Schlechtes. Und nicht jeder, der hin und wieder ein Sex-Video schaut, wird automatisch pornosüchtig. Fakt ist: Menschen, die sehr stark in digitalen Welten leben ohne den Halt durch Freunde, Familie, Hobbys, Erfüllung im Beruf oder in der Schule, sind generell anfälliger für die Entwicklung von Süchten. Viele Betroffene konsumieren, um schlechte Gefühle zu vermeiden. So wie der Alkoholiker trinkt, um zu vergessen, so kann Pornografie sich über ungelöste Probleme legen und diese für einen Moment vergessen lassen. Nach dem Rausch beginnt der Suchtzyklus von vorn. Pornos durchdringen das Internet und auch das gesellschaftliche Leben. Der Zugriff zu unbegrenztem Material ist somit kinderleicht, ohne Barriere und zumeist kostengünstig möglich.

Auswirkungen von Pornosucht

Pornos bedienen die triebhafte Seite unserer Sexualität. Wenn wir häufig Pornos konsumieren, beeinflussen sie mit der Zeit unser sexuelles Verlangen und unsere sexuellen Fantasien. Sexualtherapeutin Heike Melzer beobachtet seit einiger Zeit die Folgen von übermäßigem Pornokonsum: "Viele meiner Patienten leiden unter Kontrollverlust. Ihre sexuellen Triebe verselbstständigen sich ", erzählt die Neurologin aus München. "Einige Betroffene haben Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und werden von Antriebslosigkeit, depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen, Scham und oftmals auch von Versagensängsten und schlechtem Gewissen geplagt." Hinzu kommt, dass "normaler" Sex irgendwann nicht mehr als befriedigend empfunden wird: "Besonders junge Männer leiden immer mehr unter sexuellen Funktionsstörungen", so Melzer. "Dazu zählt das Trio aus Potenzstörungen, verzögertem oder ausbleibenden Orgasmus und partnerbezogener Unlust."

Kontrollverlust und Probleme im Alltag

Betroffene können ihr Verhalten nicht mehr willentlich aus eigener Kraft ändern, obwohl sie wissen, dass es ihnen schadet. Die Sucht hat sie voll im Griff, was dazu führt, dass viele andere Dinge vernachlässigt werden: Beruf, Familie, Schlaf, Studium, Freunde, Beziehung, Hobbys und Interessen. Die Probleme, die im realen Leben dadurch entstehen, führen oft dazu, dass sich Betroffene noch mehr in die virtuelle Pornowelt flüchten. Ein Teufelskreis entsteht. Aus Scham wird darüber wenig gesprochen. Zudem ist der Süchtige oftmals blind für die eigenen Probleme und verdrängt diese.

Was Pornosucht für Beziehungen bedeutet

Viele Beziehungen zerbrechen an der Pornosucht des Partners. Während sich der Süchtige immer weiter entfremdet, fühlen sich viele Partner hilflos. Bei vielen Frauen kommt es zu enormen Selbstzweifeln, wenn der Partner offenkundig keine sexuelle Lust mehr zeigt oder Probleme der Erektion oder im Orgasmus zeigt. Deshalb sollte man das sensible Thema für sich auch in der Partnerschaft besprechen und konkret nachfragen. Wichtig ist es, sich zu informieren und zu begreifen, dass man oftmals keine direkte Schuld an der Pornosucht des Partners trägt. Allerdings kann man Hilfestellung geben. Wie bei vielen Süchten ist es auch bei der Pornosucht ratsam, sich professionelle Hilfe bei einem Psychotherapeuten zu holen. Süchte sind chronische Erkrankungen und je früher gegengelenkt wird, umso besser die Erfolgsaussichten.


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