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Was bedeutet Pornografie - eine (mögliche) Definition

Ganz egal, ob in Bild, Film oder Schrift - grundsätzlich kann jede explizite, offene und direkte Darstellung von Sexualität als Pornografie bezeichnet werden. Aber wie so häufig steckt der Teufel im Detail. Denn was letztendlich wirklich pornografisch ist, steht in keinem Gesetz, sondern wird in Deutschland im Zweifelsfall von einem Richter entschieden. Dabei orientiert sich die deutsche Rechtsprechung bis heute an einem Grundsatzurteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf aus dem Jahre 1974, das Pornografie als "grobe Darstellungen des Sexuellen, die in einer den Sexualtrieb aufstachelnden Weise den Menschen zum bloßen, auswechselbaren Objekt geschlechtlicher Begierde degradiert" definierte.

Nicht jede Form von Erotik, die das Ziel hat, den Betrachter sexuell zu erregen, ist also Pornografie - auch wenn die Begriffe oftmals als Synonym füreinander verwendet werden. Doch während Erotik mit Stilelementen wie Verhüllung und Anspielungen arbeitet, kommen pornografische Inhalte nicht ohne die detaillierte Darstellung des Sexualaktes und Großaufnahmen von erigierten Geschlechtsteilen aus. 

Die Geschichte der Pornografie

Die Geschichte der Pornografie ist quasi so alt wie die Menschheit selbst. Der Begriff hat einen antiken Ursprung und setzt sich aus zwei altgriechischen Wörtern zusammen, nämlich aus den Worten "pórnē" (Hure) und "gráphein" (schreiben, bzw. zeichnen). Tatsächlich gab es sowohl bei den alten Griechen als auch im alten Rom bereits pornografische Darstellungen des Geschlechtsverkehrs, beispielsweise in Form von Statuen oder auf Wandbildern.

Und auch am anderen Ende der Welt ging man offen und liberal mit Sexualität und den dazu gehörigen Praktiken um: Das beweist unter anderem DAS Lehrbuch der Erotik, das in Indien zwischen 200 und 300 n. Chr. verfasste "Kamasutra". Dieses enthält Hunderte detaillierte Beschreibungen unterschiedlicher Positionen beim Geschlechtsverkehr.

Da war man in Europa sehr lange sehr viel verklemmter: Bis weit in die Neuzeit hinein fristete Pornografie in unseren Breitengraden ein skandalöses, verwerfliches Schattendasein. Die Erfindung der Fotografie im 19. Jahrhundert und später die des Films legten dann quasi den Grundstein für die Pornografie, wie wir sie heute kennen. Während man in den 1970er-Jahren aber noch sogenannte Sex-Kinos besuchen musste, um Pornografie konsumieren zu können, findet man sie heutzutage in unermesslichem Ausmaß und zur freien Verfügung im Internet.

Pornografie-Statistik - Zahlen und Fakten

Auch, wenn der Konsum von pornografischen Inhalten noch immer ein Tabu ist: Die meisten Menschen schauen regelmäßig Pornos - und das vor allem online. Statistiken zufolge dreht sich bei Google mindestens jede vierte Suchanfrage um Pornografie. Allein im vergangenen Jahr konnte der bekannte Pornoanbieter Pornhub über 42 Milliarden Website-Besuche verbuchen. Würde man alle Filme ansehen, die allein 2019 auf die Plattform hochgeladen worden sind, würde das ganze 169 Jahre lang dauern. Übrigens: Glaubt man den Bilanzen und Trendreports verschiedener Pornoseiten befinden sich unter den Nutzern auch immer mehr Frauen. Sie machen inzwischen bis zu einem Drittel aller User aus.

Bedenklich ist: Die Konsumenten werden immer jünger. Im digitalen Zeitalter können Kinder und Heranwachsende nur zu leicht auf pornografische Inhalte im Internet stoßen. Im Schnitt findet der Erstkontakt mit elf bis zwölf Jahren statt. Laut einer Studie der Universitäten Hohenheim und Münster hat fast die Hälfte der 14- bis 20-Jährigen in Deutschland schon einmal einen Hardcore-Porno gesehen. Das Problem: Mehr als die Hälfte schämt sich dafür und spricht nicht darüber. Das Gesehene wird deswegen oft nicht richtig verarbeitet bzw. eingeordnet.

Das "kleine Porno-Einmaleins"

Sind Pornos legal? Fakt ist: Porno ist nicht gleich Porno. Was üblicherweise konsumiert wird, bezeichnet die Rechtswissenschaft als einfache Pornografie, dessen Konsum und Besitz seit 1973 erlaubt ist. Wie in Hollywood, wo beispielsweise zwischen Actionfilmen, Dramen oder Komödien unterschieden wird, gibt es aber auch bei Pornofilmen ganz unterschiedliche Genres.

Softpornos

Softpornos oder auch erotische Filme bzw. Sexfilme sind eigentlich keine "richtigen Pornos", da die sexuellen Handlungen für gewöhnlich nur simuliert werden. Deswegen haben viele dieser Filme auch eine Altersfreigabe ab 16 Jahren. 

Hardcore-Pornos

Während es bei der soften Version meist noch eine Handlung drum herum gibt, liegt beim Hardcore-Porno der Fokus ganz klar auf dem eigentlichen Geschlechtsakt und der ausführlichen, direkten Darstellung der erigierten Geschlechtsteile. Auf eine sinnhafte Handlung, die der Film erzählt, wird hingegen verzichtet. 

Amateur-Pornografie

Seit rund 20 Jahren entsteht immer mehr Pornografie in privaten Schlafzimmern. Das heißt: Bei Amateur-Pornografie handelt es sich um Sexvideos von Privatpersonen, die diese zur freien Verfügung ins Internet stellen. 

Pornosucht als Krankheit

Auch wenn Pornofilme das Liebesleben vieler Menschen bereichern können, verhält es sich hier wie bei nahezu jedem Konsumgut: Es kommt auf das richtige Maß an. Denn süchtig werden kann man nicht nur nach Substanzen wie Alkohol oder Nikotin, sondern eben auch nach bestimmten Verhaltensweisen. Wenn jemand jeden Tag mehrere Stunden Pornos sieht, kann sich daraus durchaus eine Art Zwang entwickeln, welcher unbedingt ernstzunehmen ist. Schätzungen zufolge leiden rund fünf Prozent der deutschen Bevölkerung unter Pornosucht . Durch die Tabuisierung der Pornografie kann aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgegangen werden.

Bin ich pornosüchtig?

Wer unsicher ist, ob sein Pornokonsum noch normal ist, kann sich rund um die Uhr an das TK-ÄrzteZentrum wenden.

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