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Wenn die ersten Herbststürme von Nordwesten aufziehen, brechen für Mads Wollesen goldene Zeiten an. Dann stürzt sich der Kitesurfer in die Fluten von Nord- oder Ostsee und pfeift auf die Kälte.

Mads Wollesen braucht drei Dinge zum Glücklichsein: ein Brett, einen Schirm und das Meer. Wenn es im Herbst richtig stürmisch wird, gibt es für den 28-jährige Kite-Junkie kein Halten mehr. "Bei starkem Wind muss ich sofort raus aufs Wasser." Je aufgewühlter die See, desto größer der Spaß.

Sind Sie fit für die Wellen?

Wer länger keinen Sport getrieben hat, ist häufig unsicher, wie viel Belastung man dem eigenen Körper zumuten darf. Egal, ob es um Kifesurfen, Jogging oder eine andere Sportart geht: Deshalb ist gerade für Neu- oder Wiedereinsteiger ein gründlicher sportmedizinischer Check sinnvoll. Dabei überprüft der Arzt Ihren Gesundheitszustand, gibt Ihnen Tipps, welcher Sport für Sie geeignet ist und berät Sie hinsichtlich des richtigen Trainings.

Wichtig zu wissen: Auch wenn die sportmedizinische Untersuchung keine Kassenleistung ist, erstattet Die Techniker für TK-Versicherte einen Teil der Kosten. Mehr Informationen darüber finden Sie hier:

Mit 15 nimmt ihn sein Vater das erste Mal zum Kiten mit. Damals ist das Wellenreiten mit Drachen (Kite) als Antrieb noch der totale Nischensport. Aber der mit Abstand coolste auf dem Wasser.

Es entspannt mich total, wenn mich der Wind und das Kite brutal aufs Meer ziehen. Ich bin dann völlig im Flow.

Mads ist sofort infiziert, auch wenn ihm anfangs Muskeln brannten, von denen er nicht wusste, dass es sie gab. Aber die Kombination aus Board, Kite und Wellen – einfach unschlagbar. "Windsurfen, Fußball, Basketball, Handball, Judo: alles nett, aber nichts hat mich so gepackt."

Völlig durchgeknallte Tricks zehn Meter über dem Wasser

Das Kiten hingegen schon. Schnell wird Mads Teil der Flensburger Kite-Szene. Freestyle ist angesagt: Schrauben, Salti, wilde Drehungen zehn Meter über dem Wasser – Coolness-Faktor 10. "Wir haben uns gegenseitig total gepusht und die wahnsinnigsten Sachen probiert."
 
Natürlich ist bei den Stunts auch viel schief gegangen. "Ich hab’ nicht gezählt, wie oft es mich schon umgehauen hat. Man muss nur immer wieder aufstehen und weitermachen, ganz egal, wie blöd und peinlich der Abgang war." Und wie schmerzhaft. Wasser kann sehr hart sein, wenn man aus zehn Meter Höhe auf die Oberfläche knallt.
 
Manche Tricks hat der Flensburger 50-mal probiert und konnte sie immer noch nicht. "Aber dann klappt es plötzlich beim 51. Mal. Das ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl, die totale Euphorie. Und das Wissen, dass du vieles schaffen kannst, wenn Du nicht aufgibst." 

Kiten mit 80 Sachen – der ultimative Kick im Herbst

Inzwischen geht der Marketing-Student am liebsten im Herbst aufs Wasser, "wenn es so richtig hackt und kein Freestyle mehr geht". In der aufgewühlten See ist dann Tempo angesagt. Der Herbstwind gibt die Geschwindigkeit vor. Erst ab Windstärke 7 fängt es für ihn so langsam an, Spaß zu machen. Im tosenden Meer, bei Windstärke 8 oder 9, kommt Mads auch schon mal auf 45 Knoten - gut 80 Stundenkilometer. Kiten bei Sturm ist für ihn der ultimative Kick.
 
"Es entspannt mich total, wenn mich der Wind und das Kite brutal aufs Meer ziehen. Ich kann komplett abschalten und bin dann völlig im Flow." So fühlt sich herbstliches Kiter-Glück eines Profis an. 

Sein bevorzugtes Revier ist Dänemark. Schließlich liegt es fast vor seiner Haustür. Nordsee oder Ostsee? Egal. "Hauptsache, ich habe richtig guten Wind." Auf den ist im herbstlichen Dänemark Verlass und der Kiter geht ab "in die Welle". Das macht nicht nur Spaß, sondern härtet auch ab. Mads kann sich gar nicht mehr daran erinnern, wann er das letzte Mal krank war.

"Wir waren praktisch tiefgefroren. Es war super."

Mads muss sich auch bei frostigen Temperaturen nicht überwinden, aufs Meer zu gehen. In der dunklen Jahreszeit ist er mit Freunden sogar schon über die zugefrorene Ostsee gestapft, nur um kiten zu können. "Es hat geschneit und war saukalt. Wir waren praktisch tiefgefroren, aber am Ende war es super. Oder gerade deshalb. Genau an solche verrückten Aktionen erinnert man sich sein ganzes Leben." Je rauer das Wetter, desto besser. 

 -> Wo ist Mads gerade mit seinem Kite unterwegs? Schaut doch mal auf seinem Instagram-Account vorbei: @madswollesen

Der wichtigste Antrieb für Kiter, die auch bei Herbstregen und Kälte Outdoor-Sport machen wollen ist: Spaß haben. "Wer nicht schon nach dem vierten Training wieder aufgeben will, muss wirklich Lust drauf haben", sagt Mads, „denn wenn Sport Überwindung kostet, gibt man schnell wieder auf.“

Also runter vom Sofa, rein in die Badehose und los? Nein, bitte Vorsicht. „Gerade Anfänger müssen gut auf sich achten!“, warnt Mads, „Kiten ist ein Sport, den man nicht unterschätzen darf.“ Da sich gerade Einsteiger anfangs deutlich mehr im Wasser, als auf dem Brett aufhalten, „braucht es einen guten Neoprenanzug und Schuhe, mindestens fünf Millimeter dick.“ Dazu sollte man mit einem größeren Kite um die 10 bis 14 Quadratmeter starten. Die sind langsamer und dadurch einfacher zu kontrollieren. Und auch wenn für Mads der Spaß bei Windstärke 8 erst so richtig anfängt, sollte für Unerfahrene bei Stärke 6 Schluss sein. Wann immer man unsicher ist, „einfach in der Szene nachfragen“, rät Mads, „Kiter sind super hilfsbereit, wir haben halt echt Freude an dem was wir tun.“

Horcht in euch rein, ob das zu euch passt!

Wassersportler Mads hat es genauso gemacht und ist beim Kiten hängengeblieben. "Das ist meine große Leidenschaft. Warum würde ich sonst auch jedes Wochenende an der Hohwachter Bucht an der Ostsee oder in Dänemark abhängen und kiten?" 

Mads' Do's and Dont's für Kite-Einsteiger

DO´s

  • Am besten mit einem Kurs bei einer zertifizierten Kiteschule starten
  • Immer drei Leinenlängen Abstand zum Ufer einhalten
  • Regelmäßig das Material auf Abnutzungserscheinungen überprüfen

DONT’S

  • Bitte nie allein aufs Wasser gehen
  • Niemals bei ablandigem Wind aufs Wasser
  • Keinen Kite von Menschen starten oder landen lassen, die nicht wissen, wie es geht