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Eine Straße braucht Jens Schwedler nicht zum Radfahren. Mit seinem Crossrad bahnt er sich am liebsten seinen eigenen Weg mitten durchs Gelände. Je heftiger die Topografie, desto besser.

Bei Wettkämpfen auf schwierigen Strecken mit vielen Kurven kann der 51-jährige Ex-Weltmeister und mehrfache Deutsche Meister im Querfeldein noch heute seine Technik ausspielen. Es ist eine ganz einfache Rechnung: "Wenn du eine Strecke mit 50 Kurven fährst und jede Kurve eine halbe Sekunde schneller nimmst als die Konkurrenz, hast du am Ende 25 Sekunden Vorsprung."  

Der Herbst ist nichts für Radsportler? Stimmt nicht!

So ist der frühere Leistungssportler in diesem Jahr in Kleinmachnow bei Berlin Deutscher Meister in der Senioren-Masterklasse 3 geworden. Eine weitere Trophäe in Jens’ langer Karriere als Straßen-, Mountainbike- und Querfeldeinfahrer. Und Ergebnis konsequenten Trainings: "Wenn du deine Ziele erreichen willst, musst du immer dran bleiben." Auch bei miesem Herbstwetter.

Daran hat sich der Rennfahrer immer gehalten. "Manche denken, der Herbst sei nichts für Radfahrer, aber das stimmt nicht. Es ist vielleicht sogar die schönste Jahreszeit, wenn man im bunten Wald seine Runden drehen kann." In der Zeit ab Oktober bietet der Wald Radsportlern einige Vorteile. "Er schützt super vor Regen und Wind, den schlimmsten Feinden des Radsportlers." Vom inneren Schweinehund einmal abgesehen.

Für Anfänger gilt nur eine einzige Radsport-Regel

Doch selbst der lässt sich mit ein bisschen Herbstsonne und Spaß am Radsport bezwingen. "Für den Anfang ist nur eine einzige Regel wichtig: langsam fahren!" Sehr häufig sind nicht nur Einsteiger, sondern auch Fortgeschrittene viel zu schnell unterwegs." Am zweiten Trainingstag kommen sie dann vor Muskelkater kaum noch aufs Rad. Schmerzen und Überforderung sind Gift für die Motivation, viele geben schnell wieder auf. 

"Richtiges Training sieht ganz anders aus." Jens muss es wissen, schließlich hat er mehr als 40 Jahre Erfahrung im Sattel. 1987 gewann er als 15-jähriger Junior das Zeitfahren der "Tour de Bocholt" und wurde in die Nationalmannschaft berufen.  

Schon nach drei Wochen spürst du eine Leistungssteigerung

So geht richtiges Ausdauertraining

Der richtige Einstieg gelingt mit einem ganz einfachen Trainingsplan: An Tag eins eine Stunde ganz locker radeln, und zwar so langsam, dass man sich noch gut unterhalten kann. Am zweiten Tag in gleichem Tempo anderthalb Stunden trainieren. Danach gibt es einen freien Tag, bevor am dritten Tag eine zweistündige Trainingseinheit ansteht. 

Danach ist die Trainingswoche beendet – ohne Schmerzen, ohne Quälerei. "Wer das drei Wochen durchhält, spürt sofort eine Leistungsverbesserung. So geht richtiges Ausdauertraining." 

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Herbstregen: eine willkommene Erfrischung für Radsportler 

Er selbst nutzt jede kleine Lücke in seinem Terminplan zum Trainieren. Wenn es die Strecke zulässt, brettert er auch schon mal auf dem Crossrad mit Tempo 40 durch den Wald. Herbstregen oder einsetzende Dämmerung sind dabei kein Problem. Im Gegenteil: Jens liebt anspruchsvolle Bedingungen, sie bringen den besonderen Kick. "Wenn ich unterwegs bin, darf es auch regnen. Das erfrischt und macht mir persönlich sogar richtig Spaß. Und gegen die Dunkelheit im Herbst gibt es inzwischen extrem gute Beleuchtung mit bis zu 200 Lux. Damit könnte man sogar mitten in der Nacht durch den Wald fahren."

Sein Trick, um sich auch an schlechten Tagen zu motivieren: Er denkt daran, was danach kommt. Jens hat eine Schwäche für gutes Essen. Der Fisch schmeckt ihm gleich viel besser, wenn er zuvor ein paar Kilometer auf dem Crossbike abgerissen hat.

Bei aller Begeisterung für den Radsport ist es sehr wichtig, ein paar Sicherheitsregeln zu beachten. Radfahrer und Rad müssen eine perfekte Einheit bilden. "Jeder muss sich auf seinem Rad wohl und sicher fühlen. Es muss zu 100 Prozent passen", sagt der Radprofi. Das sei die Basis für unfallfreie Touren. Ein Crossbike bietet sich besonders an. Es ist sehr wendig, gelände- und alltagstauglich und lässt sich mit ein paar Handgriffen auch zum straßentauglichen Rennrad umbauen.

Equipment: Die richtigen Basics für Biker
„Jeder muss selbst entscheiden, ob er mit oder ohne Fahrradhelm fahren will“, sagt Jens Schwedler. Zu seinem Standardequipment gehören:

  • Fahrradhelm 
  • Handschuhe gegen Verletzungen bei einem Sturz 
  • gut sichtbare Kleidung 
  • Brille zum Schutz vor Staub, Insekten und Ästen
Auch wenn du große Ambitionen hast, solltest du dich niemals überschätzen.

Manchmal ist Angst ein guter Ratgeber 

Mit Blick auf die Sicherheit ist es im Herbst außerdem doppelt schlau, durch den Wald zu fahren. Erstens stören da keine Autos. Und zweitens ist Laub auf der Straße viel gefährlicher und rutschiger als auf Waldwegen. "Aber, bitte: immer Rücksicht auf Spaziergänger und andere Radfahrer nehmen. Der Wald gehört allen."

Außerdem wichtig: "Auch wenn du große Ambitionen hast und viel erreichen willst: Überschätze dich niemals auf dem Rad!" Denn das geht irgendwann schief. Jens spricht aus Erfahrung, in seiner langen Sportlerkarriere hat er einige heftige Stürze erlebt. Zum Glück gingen alle am Ende halbwegs glimpflich aus. "Wer zum Beispiel Angst beim Bergabfahren hat, sollte es lassen, wenn die Abfahrt zu steil ist. Manchmal ist Angst ein guter Ratgeber, auf den wir alle hören sollten."

Das Gute am Radsport: Es macht ja auch mit weniger steilen Abfahrten Spaß. Zum Beispiel an einem goldenen Oktobertag im Wald.