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Übers Online-Telefonbuch suchte er Adressen heraus und bat in einem Begleitschreiben darum, persönliche Eindrücke und Erlebnisse aus der Coronazeit auf der vorbereiteten Ansichtskarte an ihn zurückzuschicken. "Es war völlig offen, was wohl passieren würde", schildert Robin die aufregende Zeit nach dem Versand seiner Karten. Aber die Resonanz war groß. Fast alle Empfänger reagierten. "Sehr individuelle und bewegende Zeilen waren dabei, manche Schreiber hatten extrem viel zu sagen."

Epidemie prägt

Weil der Platz auf einer Postkartenrückseite begrenzt ist, zeigten sich einige Adressaten erfinderisch: "In kleinster Schriftgröße wurde ausgedruckt und auf die Karte geklebt, wie die Epidemie geprägt und beeinflusst hat", so der Düsseldorfer Student.

Aus seiner Postkartenidee ist inzwischen ein Studienprojekt seiner Hochschule geworden. Robin hat Interviews ergänzt, in denen er wiederum Menschen zu Wort kommen lässt, die sonst womöglich nicht unbedingt ihre Stimme erheben.

Komplett analog

So hat er Geschichten aus Berufen erfahren, die besonders hart von der Corona-Krise betroffen sind. Zusammen mit den Karten - auf Vorder- und Rückseite mit Dokumentationen einer Pandemie - ist eine Art "zeitgeschichtliches" kleines Buch entstanden, komplett analog als eine Art Gegenprogramm zu allen digitalen Bestrebungen ...

Postkartentexte

Eine Malerin beschreibt, wie sie in die Kunst abtauchen konnte:

"Für mich war diese Zeit eine glückliche Zeit."

"Ich bin Malerin und habe durch die Ruhe und Stille wieder zu meiner Kunst zurückgefunden und neue Bilder gemalt."

Eine sorgenvolle Antwort zeigt auf, wie furchteinflößend Corona ist:

"Ich bin 90. Die Coronazeit macht mir große Sorgen. Die grausamen Kriegsjahre, Flucht, Zwangsarbeit und Vertreibung haben mein Leben geprägt."


"Die Coronazeit bedrückt meine schöne Alterszeit erneut."

Ein Ehepaar ist dankbar für die eigene Gesundheit:

"Eine schwere Zeit - für sehr viele leider ganz gewiss! Für mich darf ich mich allerdings nicht beklagen: Das Arbeitsleben habe ich hinter mir, bewohne mit Frau ein Haus mit Garten, habe (wie vorher) viel Zeit für allerlei Wichtiges und Unwichtiges. Familie und Freunde sieht man selten, aber alle sind gesund."

Wie schwierig der Alltag ist, schreibt diese Familie:

"Wir erleben Corona als eine schwere Zeit, da das Beisammensein mit Sohn und Familie nicht wie vorher ist."


"Mein Mann kann wegen seiner Krankheit nicht zur Tagespflege. Pflegedienst und Therapie werden nur mit Mundschutz ausgeführt. Wir wollen für uns und alle hoffen, dass die Zeit sehr schnell vorbei ist."

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