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In seiner Karriere hat der gebürtige Berliner nicht nur vier euphorische Aufstiege erlebt, sondern wurde auch vom Trainer aussortiert, auf die Tribüne verbannt und vom Mannschaftstraining ausgeschlossen. Warum er trotzdem weiter an sich geglaubt und wie er wieder den Weg nach oben gefunden hat.

Ich bin mental echt stark - darauf bin ich stolz. Marvin Knoll

Herr Knoll, Sie haben in Ihrer Sportlerkarriere schon viele Höhen und Tiefen erlebt. Wie haben Sie sich in schwierigen Zeiten motivieren können?

Als Fußballer möchte man immer auf dem Rasen stehen und um drei Punkte spielen - und nicht unbedingt von der Tribüne aus zuschauen. In Sandhausen wurde ich nicht so gebraucht, wie ich es mir vorgestellt habe. Das war für mich als Sportler eine harte Situation. Aber für meine mentale Stärke war es das Beste, was mir passieren konnte. Ich wusste, wenn ich aus dieser Lage rauskomme, dann wird mich nichts mehr so schnell umhauen.

Und diesen Fokus haben Sie nie verloren?

Nein, warum? Ich liebe es, Fußball zu spielen. Und wenn ich mir diesen Spaß nehmen lasse, ist es vorbei. Dann kann ich mich selbst nicht mehr motivieren.

Wer einmal am Boden war, sieht danach vieles anders.

Hatten Sie nie Angst, dass Ihre Karriere vorbei sein könnte?

Während dieser Zeit habe ich trotzdem hart weiter trainiert und Extra-Schichten geschoben. Ich war mir sicher, dass es sich irgendwann auszahlen wird. Früher oder später. Bei mir leider etwas später. Ich musste in die dritte Liga wechseln und bin dann noch in die Regionalliga abgestiegen.


Haben Sie die ganze Zeit daran geglaubt, dass es wieder bergauf gehen wird?

Na klar! Es gibt viele Spieler, die mehr Talent haben als ich oder schneller sind. Aber ich habe Herz und Leidenschaft. Meine mentale Einstellung ist meine Stärke. Nach dem Abstieg in die Regionalliga haben alle gesagt, dass meine Karriere vorbei ist. Und dann bin ich mit meiner neuen Mannschaft zweimal in Folge aufgestiegen.

Wer einmal am Boden war, sieht danach vieles anders. Man freut sich stärker aufs Training und gibt automatisch mehr. Diese Wertschätzung entwickelt sich, weil man weiß, wie es ganz unten ist. Deswegen sage ich immer: "Einmal so richtig auf den Boden zu krachen ist gar nicht schlimm." Man muss nur wieder aufstehen. Liegen bleiben und an sich selbst zweifeln bringt nichts.

Ist das in anderen Berufen auch so?

Bestimmt. Es ist nicht immer alles schön und nicht alle Aufgaben machen Spaß. Aber man sollte trotzdem stets sein Bestes geben. Irgendwann wirst du belohnt werden - selbst wenn gerade alles blöd ist und scheinbar alles gegen dich läuft. Daran glaube ich.

Man sollte stets sein Bestes geben. Irgendwann wirst du belohnt werden. Daran glaube ich.

Setzen Sie sich selbst unter Druck?

Selbstverständlich möchte ich jedes Spiel gewinnen. Ich ärgere mich über Niederlagen, in denen wir nicht alles gegeben haben. Wenn die gegnerische Mannschaft an dem Tag aber einfach besser gespielt hat und wir uns angestrengt haben, kann ich damit leben. Es kann natürlich aber auch passieren, dass du 90 Minuten gut spielst, dann einen blöden Fehler machst und deswegen das Spiel verlierst. Aber Fehler gehören in meinem Beruf dazu. Ich reiße niemandem deswegen den Kopf ab.

Worauf sind Sie stolz?

Früher war ich sauer, wenn ich nicht gespielt habe. Mittlerweile bin ich sehr mit mir im Reinen und kann besser mit Rückschlägen umgehen. Ich habe mich persönlich gut entwickelt. Ich bin reif und erwachsen geworden. Und mental echt stark. Darauf bin ich stolz.

Marvin Knoll

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Seine Profikarriere begann der Abwehrspieler (geboren am 5.12.1990) bei Hertha BSC. Zur Saison 2013/14 wechselte er zum Zweitligisten SV Sandhausen. Dort setzte er sich jedoch nicht durch und schloss sich nach zwei Jahren dem abstiegsgefährdeten Drittligisten SSV Jahn Regensburg an. Den Abstieg in die Regionalliga konnte er mit seinem neuen Team zwar nicht verhindern, doch gelangen ihm und seinen Mitspielern zwei Aufstiege in Folge - bis in die zweite Bundesliga.

Seit der laufenden Saison kickt der 28-Jährige für den FC St. Pauli.