Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Stellen wir uns folgende Situation einmal vor: Der Sprecher am Pult ist gut vorbereitet, sein Vortragsthema interessant, der Raum bis auf den letzten Platz gefüllt. Doch statt einer klaren Artikulation kommt beim Publikum nur krächzendes Gequake an. Wie war das gerade? Der Mann mit der Piepsstimme ist nicht etwa erkältet. Trotzdem versagt seine Stimme. Schade eigentlich. Hätte besser laufen können - aber wie bekommt man die Kontrolle über den Klang der eigenen Stimme?

Stimme kommt von Stimmung 

Unser Körper sendet verschiedene Signale, wenn uns etwas belastet: Ein flacher Atem, Bauchgrummeln oder Erschöpfung können zum Beispiel Indikatoren für Stress oder Kummer sein. Wenn wir etwa gestresst sind oder Lampenfieber haben, hört man das dem Stimmklang an.

So lässt sich der Klang der Stimme beeinflussen

Die Stimmbildung funktioniert unter anderem mit Muskelkraft. Je gestresster wir sind, umso flacher ist unsere Atmung. Wir atmen nur in die Brust und haben eine hohe Atemfrequenz. So wird viel Luft auf unsere durch den Stress angespannten Stimmlippen gedrückt. Das Resultat: Unsere Stimme klingt höher und brüchig (siehe auch Infokasten "So funktioniert die Stimme").

Damit der Stimmklang bei einem Vortrag Ruhe und Wärme ausstrahlt, braucht es eine dosierte Luftzufuhr aus dem Bauch. Atmen wir flach, hektisch oder gepresst, nimmt das unserer Stimme die Kraft. Atmen wir tief in den Bauch, entspannen sich die Stimmbänder und können frei schwingen und klingen. Solche Atemtechniken sind übrigens nicht nur gut für die Stimme, sie können auch Schmerzen lindern.

Der Klang unserer Stimme wird - wie auch unser gesamtes Auftreten - von unserer Atmung und unserer inneren und äußeren Haltung beeinflusst. Rhetorik-Coach Michael Wanker

Souverän auftreten trotz Lampenfieber

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Michael Wanker

Wenn wir uns unsere Körpersignale bewusst machen, können wir gezielt gegensteuern, um im entscheidenden Moment auch stimmlich gut rüberzukommen. Michael Wanker

Wie können wir unsere Stimme trainieren, um Stress, Kummer oder Lampenfieber austricksen zu können und gut bei Stimme zu sein, wenn’s drauf ankommt? "Unser Körper reagiert unbewusst über das vegetative Nervensystem auf Stress jeglicher Art", sagt Michael Wanker, Schauspieler und Coach für Auftritt und Wirkung. "Wenn wir uns unsere Körpersignale bewusst machen, können wir gezielt gegensteuern, um im entscheidenden Moment auch stimmlich gut rüberzukommen. Das kann man mit gezieltem Stimmtraining üben", erklärt Wanker.

Starke Haltung. Starke Stimme. Starke Ausstrahlung

Der Rhetorikcoach rät in mentalen Stresssituationen - wie sie ein aufgeregter Sprecher vor Publikum erlebt - zum inneren Perspektivwechsel: "Der Klang unserer Stimme wird - wie auch unser gesamtes Auftreten - von unserer Atmung und unserer inneren und äußeren Haltung beeinflusst. Sind wir deprimiert oder gestresst, können wir versuchen, unseren inneren Zustand aktiv zu ändern. Das kann gelingen, indem wir unsere negativen Gedanken bewusst kontrollieren und abschalten. Der Körper wird entsprechend reagieren."

Das funktioniert auch umgekehrt, so Wanker. "Bringen wir unseren Körper in eine aufrechte, entspannte Haltung und atmen tief in den Bauch statt nur flach in den Brustkorb, so bekommen wir mehr Stimmvolumen. Eine aufrechte, entspannte Körperhaltung tut auch mental gut. Wir fühlen uns gleich viel kraftvoller als zusammengesunken mit hängenden Schultern. Das zeigt auch nach außen Wirkung."

So funktioniert die Stimme

Töne entstehen im Teamwork mehrerer Organe. Beim Ausatmen strömt die Luft durch den Kehlkopf. Dort befinden sich zwei Stimmlippen, die sich über die zugehörigen Stellknorpel unterschiedlich stark spannen lassen. Der Spalt zwischen den Stimmlippen, die Stimmritze, ist beim Einatmen weit geöffnet, beim Ausatmen schließt sie sich, wenn wir einen Ton erzeugen wollen. Die ausgeatmete Luft wird durch die enge Stimmritze gepresst; das bringt die Stimmlippen zum Schwingen.

Je stärker die Spannung der Stimmlippe, desto schneller schwingt sie, was einen höheren Stimmton zur Folge hat. Das Tempo der Schwingung ist auch abhängig von der Länge der Stimmbänder und deren Masse - je kürzer sie sind und je weniger Masse sie besitzen, desto schneller die Schwingung.

Stimmvolumen - so entsteht es

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Die Lautstärke der Stimme wird durch den Druck bestimmt, der im Bauch- und Brustraum aufgebaut wird. Der so entstandene Ton braucht einen Resonanzraum, um zu klingen - die Hohlräume im Kopf, wie Nase, Nasenhöhlen, Wangen und der Raum unter dem Schädeldach. Um Wörter zu sprechen, wird die ausströmende Atemluft im Mund von Kiefer, Zunge, Lippen, Zähnen und Gaumen moduliert. Wenn die Stimme versagt, kann das auch gesundheitliche Ursachen haben, zum Beispiel Infekte oder Überanstrengung. Dann hilft nur eins: Stimme schonen.