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Außen ödes Braun, innen spießiger Kiefernlook, dazu Waschbetonplatten und gelbes Türglas wie bei Oma: "Anfangs war das hier 70er Jahre pur", sagt Katharina Charpian über ihre Schrebergartenlaube. Im Hamburger Südosten, nahe der Dove Elbe, hat die 32-jährige Journalistin 2016 gemeinsam mit ihrem Freund einen Kleingarten gepachtet. Während der Gartensaison heißt es für das junge Paar jetzt regelmäßig: "Ab in die Laube!" Holzwände streichen, Rasenmähen oder Gemüsebeete pflegen - für Katharina der ideale Ausgleich zu ihrem Alltag als Journalistin und Mitgründerin eines Drei-Frau-Medien-Start-ups: "In unserem Freundeskreis waren wir zwar die Ersten, aber inzwischen kenne ich viele jüngere Leute, die einen Schrebergarten haben oder danach suchen", sagt sie.

In unser Häuschen und in die Wiese mit den zwei alten Obstbäumen habe ich mich sofort verliebt. Katharina Charpian

Mitten in der Stadt wohnen und abends schnell nochmal mit dem Fahrrad raus zum nahegelegenen Garten, das sei die perfekte Alternative zum teuren Eigenheim. So könne man sich auch langsam an das Thema Gartenarbeit herantasten. Die Idee mit dem Schrebergarten kam dem Paar 2015 nach einem Urlaub in Schweden, im schlichten Holzhaus am See: "Ich war schon immer ein Fan der skandinavischen Sommerhauskultur", sagt Katharina, die bis vor kurzem im Hamburger Schanzenviertel gewohnt hat und sich ein Stückchen einfaches Leben in der Natur wünschte. Sie machte sich eine Liste mit Kleingartenvereinen in passender Lage und schrieb die Vorstände an. Nur eine Parzelle war frei - doch die war perfekt: "In unser Häuschen und in die Wiese mit den zwei alten Obstbäumen habe ich mich sofort verliebt", erzählt sie.

Viel Grün für wenig Geld

Nach einem Vorstellungsgespräch beim Vereinsvorstand konnte das Paar im Mai 2016 den unbefristeten Pachtvertrag unterschreiben. Knapp 400 Euro zahlen sie jährlich für die Gartennutzung, inklusive Wasser, Strom und Versicherung. Auch der obligatorische Abschlag an den vorherigen Pächter fiel moderat aus. "Der Betrag wird von einem Gutachter festgelegt und richtet sich nach Baujahr, vorhandener Infrastruktur und Pflanzenbestand", sagt Katharina. Weil die 40 Jahre alte Laube längere Zeit leer stand und der Garten verwildert war, musste das Paar nur 1.000 Euro zahlen. Üblich sei eher das Drei bis Vierfache.

Ich war schon immer ein Fan der skandinavischen Sommerhauskultur. Katharina Charpian

Statt viel Geld haben die beiden Arbeit und Zeit in die Renovierung investiert. Von außen erstrahlt ihr Häuschen jetzt in nordischem Schwarz mit weißen Fenstern und Türen. Auch innen sieht es nicht mehr aus wie in der Sauna: weiße Wände, heller Holzfußboden, ein kleiner Küchenbereich in edlem Schwarz und wenige, bewusst ausgewählte Einrichtungsgegenstände.

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Erbsen wie aus Omas Garten

Mit weniger auskommen und selber machen, auch wenn es länger dauert - das sind Aspekte, die Katharina an ihrem Schrebergarten genießt. "Bewusste Ernährung ist mir wichtig", sagt sie. "Ich habe auch vorher schon möglichst nachhaltig und plastikfrei auf dem Wochenmarkt eingekauft, aber mein eigenes Obst und Gemüse zu ernten, ist natürlich noch toller." Zu ihrem Apfel- und Mirabellenbaum haben sich Stachelbeersträucher und ein junger Apfelbaum gesellt. 2018 hat sie zudem das leerstehende Gewächshaus reaktiviert: "Gurken und Zucchini haben top funktioniert, aber den Tomaten war es zu heiß und die Paprika ist leider auch nichts geworden."

Mein eigenes Obst und Gemüse zu ernten, ist einfach toll. Katharina Charpian, Schrebergärtnerin

Kleine Fehlschläge gehören dazu und Katharina hofft auf die kommende Gartensaison. Schon bald können ihre Tomatensetzlinge von der Fensterbank ins Gewächshaus umziehen. Und draußen entstehen zwei neue Hochbeete. Dort will sie Salat säen. Und Erbsen. Die enthalten für sie nicht nur Vitamine und Mineralstoffe, sondern auch schöne Kindheitserinnerungen: "Der Geschmack erinnert mich an den Sommer und den Garten meiner Oma."

Gesundheit aus dem Garten