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Mehr als 200.000 Betroffene gibt es laut MS-Register des Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverbands e. V. hierzulande. "Patienten sollten sich regelmäßig neurologisch untersuchen lassen. Das kann auf dem platten Land wie bei uns schwierig sein", sagt Tim. So entstand seine Idee, ehrenamtlich die App "MSHealth" zu entwickeln. "Ein Smartphone haben wir immer dabei. Warum es nicht nutzen, damit Betroffene ihre Krankheit täglich exakt kontrollieren können?" Ein Lehrer unterstützte ihn beim Kontakteknüpfen und wissenschaftlichen Arbeiten.

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Tim-Lorenz Depping fühlte sich hilflos. Er konnte nur dabei zusehen, wie Multiple Sklerose das Leben einer Latein- und Physiklehrerin an seiner Schule in Niedersachsen drastisch veränderte. "Ihr Gang war erst flüssig, später holprig, dann kam die Gehhilfe - und irgendwann fiel sie im Unterricht aus", erinnert sich der 19-Jährige, der damals, Anfang 2017, mitten im Sport-Abi steckte. Ihr Schicksal ging ihm sehr nah. Tim beschäftigte sich mit der schweren entzündlichen Nervenkrankheit, die oft mit Seh- sowie Empfindungsstörungen an Armen und Beinen beginnt, später zu Lähmungen führen kann.

Digitale Dokumentation

Der 19-Jährige tauschte sich mit Neurologen aus, sprach mit Erkrankten, die ihm sagten, welche Funktionen ihnen am meisten helfen würden. So analysiert die App den Gang von Patienten oder ihre Kognitionsfähigkeit. Die Werte zeichnet sie digital auf und dokumentiert so engmaschig die Entwicklung der Krankheit.

Meine App soll vielen Erkrankten bestmöglich helfen. Tim-Lorenz Depping

Dass Tim so viel positive Resonanz von den freiwilligen Testern seiner App - darunter die Physiklehrerin - erhalten und sogar dafür ausgezeichnet werden würde, überraschte ihn selbst. 2017 förderte ihn die Hertie-Stiftung im Rahmen der Initiative mitMiSsion mit 5.000 Euro, 2018 gewann er den Health-i-Award in der Kategorie "Junge Talente" und den Jugend-Forscht-Sonderpreis "Innovationen für Menschen mit Behinderungen".

Tim, der inzwischen Informatik studiert, will auch später im Bereich Digital Health arbeiten. "Meine App soll vielen Erkrankten bestmöglich helfen. Bald gibt es sie in den App-Stores für iOS und Android zum Download. Ich hoffe auf Finanzierung durch die Krankenkassen, damit sie für die Nutzer kostenlos ist. Vielleicht lässt sie sich künftig sogar auf weitere neuronale Erkrankungen ausdehnen."

Health-i-Award

IT-Genies, Macher, Visionäre: Die Health-i-Initiative, gegründet vom Magazin Handelsblatt und der Techniker, fördert Talente, die Gesundheit und Gesundheitswirtschaft neu denken. Hast du eine revolutionäre Idee oder arbeitest an einem innovativen Projekt? Bewirb dich für den Health-i-Award 2019!