Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Weniger Schnickschnack

Drei Röcke, zwei Hosen, ein paar Oberteile, eine Jacke und zwei Cardigans - insgesamt sind es nicht mehr als 20 Teile, die im Kleiderschrank von Minimal Mimi hängen. Bei der Bloggerin ist der Name Programm. Die 29-jährige Berlinerin ist Minimalistin. Und das nicht nur im Kleiderschrank. Sie beschränkt sich auf die Dinge, die sie wirklich braucht. "Das ist unglaublich befreiend für den Geist. Ich lebe nun viel bewusster und achtsamer", sagt Minimal Mimi.

Immer nur auf eine Sache konzentrieren. Das schafft Klarheit im Kopf. Minimal Mimi

Bis sie allerdings zu dieser tiefenentspannten Frau geworden ist, war es ein langer Weg. Als Teenie war der Kleiderschrank voll, shoppen eines ihrer Hobbies. Einen eigenen Stil habe sie allerdings nicht gehabt, ist einfach jedem Trend gefolgt. Schließlich kam die tiefe Unzufriedenheit. "Ich hatte gerade mein Abi gemacht und wusste überhaupt nicht wohin mit mir", berichtet sie. Beim Umzug in die erste eigene Wohnung fiel ihr dann auf, wie viel Zeug sie angesammelt hat. Sie merkte, dass es nicht bereichert, sondern belastet.

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Knallhart aussortiert

Tabula rasa. Alles flog raus. Die Büchersammlung wurde aufgelöst, das meiste aus dem Kleiderschrank verschenkt. Nippes und Teppiche kamen weg. Ein bisschen Deko - nur persönliche Erinnerungsstücke - durften bleiben. "Die Trennung war ein langer Prozess. Aber am Ende fühlte ich mich unglaublich befreit", sagt sie.

Wenn man sich auf das konzentriert, was man gerne macht, kommt der Rest von selbst. Minimal Mimi

Ihr Konsumverhalten hat sich ebenfalls verändert. Sie kauft nur im Unverpacktladen, ihre Seife macht sie selber. Auch ihr Geist hat sich verändert. Heute wird ständig erwartet, dass man im Job oder Studium gefühlt 1000 Dinge gleichzeitig kann. Alles ist schnelllebiger geworden, alle sind diversen Zwängen unterworfen. "Man muss sich davon frei machen. Ich habe beschlossen, mich immer nur auf eine Sache zu konzentrieren. Das schafft Klarheit im Kopf", sagt die Studentin.

Erfolgreiche Bloggerin

Seitdem geht es Minimal Mimi wunderbar. Und mehr noch: Sie möchte möglichst viele Menschen von ihrem Lebensstil überzeugen. Und das kommt gut an. Zahlreiche Menschen folgen ihren Beiträgen in den sozialen Netzwerken wie Instagram und Youtube.

Für sie ist nur wichtig, dass sie sich auf das wirklich Wichtige im Leben beschränkt. Dazu gehören tolle Erlebnisse mit Familie und Freunden. Materielles ist in den Hintergrund gerückt. Pläne macht sie auch kaum, lässt vieles auf sich zukommen. "Wenn man sich auf das konzentriert, was man gerne macht, kommt der Rest von selbst", sagt sie.

Persönlicher Schicksalsschlag

Materielle Dinge spielen auch im Leben von Robert Kronekker keine große Rolle. Zu viel zu haben, macht krank und lenkt vom Wesentlichen ab, meint er. Der 34-Jährige wurde bereits durch eine einfache Kindheit in seiner minimalistischen Einstellung geprägt. Ein Ereignis jedoch hat ihn bestärkt. Vor 15 Jahren sah er einer Profikarriere als Basketballspieler entgegen. Er kam gerade frisch vom Sportinternat und hatte sein Abi in der Tasche. Sein Alltag bestand aus Training. Doch plötzlich der Leistungsabfall.

"Ich wurde immer schlapper, bekam trockenen Husten und litt extrem unter Nachtschweiß", erinnert er sich. Nach einigen Wochen ging er auf Drängen seiner Eltern zum Arzt. Keinen Moment zu früh. Denn was dann kam, hat sein Leben nachhaltig verändert. Die Diagnose: Lymphdrüsenkrebs im Endstadium. Hinzu kam ein faustgroßer Tumor auf seiner Lunge. Es folgte ein Jahr Therapie mit hochdosierter Chemo.

Entspannt bleiben und sich nicht von seinen eigenen Plänen geißeln lassen. Robert Kronekker

Alles auf Anfang

Den Kampf gegen die Krankheit hat er schließlich gewonnen. Doch die Nebenwirkungen der Therapie machten eine Karriere als Sportler unerreichbar. "Für mich folgte eine lange Phase der Verwirrtheit.  Zunächst war ich im Zwiespalt, wollte nur noch coole Dinge machen, das Leben genießen. Alles sollte bunt und schrill sein", sagt er.

Nach einigen Experimenten folgte die Erkenntnis: "Seit meiner Erkrankung interessiere ich mich sehr für Ernährung. Das ist ein ganz wichtiger Teil meines Lebens geworden. Damals habe ich meine Ernährung komplett umgestellt", sagt er.

Erfolgreicher Unternehmer

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Nach einem Ökotrophologie-Studium ist Robert Kronekker  heute erfolgreicher Gründer: Sein Unternehmen Hafervoll produziert gesunde Müsliriegel, handgemacht mit nur wenigen Zutaten ohne Zusatzstoffe. Diverse Supermärkte haben Hafervoll schon gelistet.

Man sollte sich auf das Wichtige im Leben konzentrieren. Robert Kronekker

Man sollte entspannt bleiben und sich von seinen eigenen Plänen nicht geißeln lassen, das hat Kronekker gelernt. "Ich habe immer wieder junge Menschen im Vorstellungsgespräch, die mit aller Macht versuchen, Fehler zu vertuschen", sagt er. "Dabei ist das völliger Quatsch. Es wäre viel schlimmer, etwas zu machen, das man gar nicht will. Man sollte sich auf das Wichtige im Leben konzentrieren."

Zeit für Achtsamkeit und Entspannung