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"Das Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen." Das hat John Lennon von den Beatles 1980 in einem Songtext gesagt. Kluger Satz. Erhört wird er von den wenigsten. Meist gilt: Nur wer einen Plan hat, wird erfolgreich.

Kommt etwas Unvorhergesehenes dazwischen, droht eine Krise. Psychologin und Karriereberaterin Madeleine Leitner behandelt Menschen, die genau in so einer scheinbar ausweglosen Situation stecken. Besonders in Erinnerung ist ihr eine Pharmaziestudentin geblieben. Die junge Frau war mit der Wahl ihres Faches unzufrieden. Sie entwickelte sogar eine Essstörung. "Dass sie einfach das Fach wechseln könnte, kam ihr nicht in den Sinn.  Die Konsequenz wäre, dass sie sich eingesteht, eine Fehlentscheidung getroffen zu haben", sagt Leitner. Und das akzeptiere das Umfeld nur selten.

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Entscheidungen auch mal revidieren

Wer sich einmal für einen beruflichen Werdegang entschieden hat, muss dabeibleiben - sonst ist das Leben verpfuscht. Das habe mit unserem Selbstoptimierungswahn zu tun. "Im Fernsehen, Internet und in Büchern wird uns ständig gesagt, wie wir zu sein haben: immer gut gelaunt, schön, zielstrebig und erfolgreich", erklärt die Psychologin.

Druck wegnehmen

Den meisten Druck machen sich die jungen Menschen selbst. Oft durch den ständigen Vergleich mit Gleichaltrigen. Die sozialen Medien unterstützen diesen Drang, zu schauen, wie andere ihr Leben gestalten. Auf Instagram folgt eine Story aus dem Praktikum bei einer angesagten Firma der nächsten. "Da muss ich gleichziehen. Oder es direkt noch besser machen" - dieser Gedanke schwirrt schnell im Hinterkopf herum. Manchmal ganz unbewusst, weil es ein gelernter Prozess ist.

Bereits in der Schule vergleichen die Klassenkameraden ihre Noten. Später muss es ein Studium sein und keine einfache Ausbildung - insbesondere, wenn viele Familienmitglieder Akademiker sind, machen sich die Kinder den Druck, gleichzuziehen. Im Studentenleben angekommen, geht es weniger darum, auf Partys zu gehen und die Zeit vor der ernsten Arbeitswelt zu genießen. Ein rasend schneller Abschluss, der noch mit ein paar Auslandsaufenthalten gespickt wird, ist das Ziel.

Sind das meine Ziele, die ich hier verfolge? Oder gehe ich einen Weg, den mir ein anderer diktiert hat? Madeleine Leitner

Lockerer werden

Ist man einmal in dieser Spirale drin, kann man den Druck kaum selber ablegen. Dann sind es schon mal die eigenen Eltern, die raten: "Mach dich mal locker." Doch manchmal hilft auch das nicht. Ein 28-jähriger Jungunternehmer ist dadurch letztendlich mit Stresssymptomen wie Kopfschmerzen, Beklemmungen und Hörsturz zu Madeleine Leitner gekommen. Er war bis dato immer erfolgreich, geradezu ein Überflieger. Als die Absage einer Schweizer Top-Uni für ein weiterführendes Studium kam, bekam das Nervenkostüm des Mannes Risse.

Um an den hohen Erwartungen von innen und außen nicht zu zerbrechen, empfiehlt die Expertin eine gesunde Selbstreflektion. "Man muss sich immer fragen: Sind das meine Ziele, die ich hier verfolge? Oder gehe ich einen Weg, den mir ein anderer diktiert hat?" Wichtig sei, sich klarzumachen: Eine Entscheidung zu revidieren ist fast immer möglich und die Konsequenzen sind oft überschaubar.

Der junge Mann, der bei Leitner Hilfe gesucht hat, bekam schließlich eine Zusage von einer anderen Uni. Als er sich mit ihrer Hilfe dazu durchgerungen hat, das Angebot anzunehmen, war er glücklich und erleichtert. Auch die Pharmaziestudentin fand ihren Weg und studierte ein anderes Fach.

Stress Dich nicht!

Neben dem Druck, den man sich bei der Lebensplanung selbst macht, gibt es auch ganz alltägliche Situationen, die einen stressen können: Die verspätete Bahn auf dem Weg zur Uni, die Schlange an der Supermarktkasse, die Deadline für die nächste Hausarbeit - die einen reagieren gelassen, die anderen explodieren förmlich.

Manchmal hilft es, sich in einer Stresssituation zu fragen: Was werde ich wohl in zehn Jahren über diese Situation denken? Das rückt vieles ins rechte Licht:

Um eine dauerhafte "Resilienz", also seelische Widerstandskraft gegen Stress, aufzubauen, hilft ein regelmäßiges Training mit zehn Punkten .