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Einer kurzen E-Mail verdankt Johannes Westbrock ein Abenteuer, das sogar seinen Berufsweg prägte. Seine Schwester schickte dem 25-Jährigen einen Link zur Interrail-Homepage und fragte, ob das nicht was für ihn sei. Johannes war sofort angefixt. Er zweifelte in dieser Zeit an seinem Lehramtsstudium und sah in dem Trip die ideale Möglichkeit, den Kopf frei zubekommen. Zwei Tage später stand er auf dem ersten Bahnhof.

Jedes Jahr entscheiden sich etwa 170.000 Menschen für Interrail. Besonders beliebt ist der sogenannte Global-Pass, der für 37 Bahngesellschaften in 30 Ländern gilt und preislich zwischen 208 und 510 Euro liegt. Johannes entschied sich für dieses Ticket. Drei Monate lang fuhr er quer durch Europa. Nicht mit Freunden, sondern nur mit sich selbst. Dabei ist Johannes eigentlich kein Einzelgänger. "Diese Reise sollte aber etwas sein, das ich für mich mache."

Ich konnte das tun, wonach mir gerade war - das ist ein irres Freiheitsgefühl. Johannes Westbrock

Freiheit statt Einsamkeit

Eine lange Vorbereitungszeit brauchte er für seine Tour nicht. "Interrail ist erstmal nur ein Ticket. Was man daraus macht, ist jedem selbst überlassen." Ein Freund, der bereits mit dem besonderen Zugticket reiste, riet ihm, nicht zu viele Pläne zu schmieden und stattdessen einfach loszufahren. Das tat er. Seine Reise führte ihn von den Niederlanden, Belgien und Frankreich über Spanien, Italien und die Balkanstaaten bis nach Griechenland.

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Die Entscheidung, sich alleine auf den Weg zu machen, bereute er zu keinem Zeitpunkt. "Ich konnte das tun, wonach mir gerade war - einem Musiker auf der Straße zuhören, auf den nächsten Berg steigen oder einfach mal ’ne Stunde schlafen. Das ist ein irres Freiheitsgefühl."

Unvergessliche Erlebnisse

Zwar musste der Student seine Pläne nie mit einer Reisebegleitung ausdiskutieren, allerdings konnte er seine Erlebnisse auch nicht teilen. Dennoch sagt er: "Allein war ich oft, einsam nie." Falls doch so etwas wie Heimweh aufkam, mischte er sich unter Leute - auf Märkten, vor Sehenswürdigkeiten oder im Hostel. Einheimische luden ihn zu sich nach Hause zum Essen ein. In Mazedonien bot ihm sogar jemand einen Schlafplatz an.

Allein war ich oft, einsam nie.

Immer mit dabei: sein 16-Kilo-Rucksack. Für den 25-Jährigen war es die erste Tour als Backpacker. Seinen treuen Begleiter packte er nach Gefühl. "Im Endeffekt kam ich mit viel weniger aus, als gedacht. Ich hatte zum Beispiel fünf T-Shirts dabei, drei hätten locker gereicht." Unverzichtbar für ihn: Schlafsack, Taschenmesser, Taschenlampe und Ohrenstöpsel gegen das Schnarchen im Mehrbettzimmer.

Nachts im Wald

Seine Unterkunft buchte Johannes nie im Voraus. "Weil ich alleine unterwegs war, kam ich fast immer irgendwo unter." Wenn er nicht ins Hostel ging, schlief er an Bahnhöfen, in Nachtzügen und auf Parkbänken. Auf seinem Weg durch die Pyrenäen verbrachte er eine Nacht mitten im Nirgendwo. "Ich war an einem Bahnhof gestrandet, kein Hostel weit und breit. Also ging ich in den nächsten Wald und packte meinen Schlafsack aus." Er schlief nicht besonders gut in dieser Nacht. Es war stockdunkel, von überall kamen Geräusche, die er nicht zuordnen konnte.

Ich habe gelernt, alles selbst zu regeln.

Ohne feste Route ließ sich Johannes treiben. Die Kehrseite des Alleinreisens spürte er bei Kleinigkeiten. Mal kurz auf Toilette gehen und den schweren Rucksack bei einem Kumpel stehen lassen, das ging beispielsweise nicht. Schlief er im Zug ein, kam es vor, dass er seine Station verpasste. "Das wäre mir in einer Gruppe vielleicht nicht passiert, aber so habe ich gelernt, alles selbst zu regeln."

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Sich selbst gefunden

Die wichtigste Erkenntnis nach seiner Reise: Es geht immer irgendwie weiter. Auch mit dem Studium. Allerdings stellte Johannes während Interrail fest, dass Lehrer nicht sein Traumberuf ist. Er studiert jetzt Medienwissenschaft in Siegen. Die Tour half ihm dabei, seinen Weg zu finden - auch zu sich selbst. Nach dem Bachelor-Abschluss will er sich wieder ein Interrail-Ticket kaufen und in den nächsten Zug steigen. Natürlich alleine.

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