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Probleme in der Schule, Mobbing, Liebeskummer, Angst vor einem Coming-out, Depression, Gewalt oder Missbrauch in der Familie: Viele Ursachen können junge Menschen in eine schwere Krise stürzen, bis hin zu konkreten Suizid-Absichten. Damit es nicht so weit kommt, gibt es seit 2003 die Tübinger Online-Beratungsstelle Youth-Life-Line (YLL). Hier können sich gefährdete junge Menschen an gleichaltrige ehrenamtliche Peer-Berater wenden und sich kostenlos und anonym Rat und Hilfe einholen.

Freiwillige vor

Youth-Life-Line ging 2003 online und hat aktuell 30 junge Berater zwischen 15 und 25. Bisher konnten rund 7.000 Ratsuchende unterstützt werden.

Der 21-jährige Findus gehört bereits seit 2015 zum YLL-Team. "Youth-Life-Line hat sich damals bei uns an der Schule vorgestellt, das Konzept ,Beratung von Jugendlichen für Jugendliche‘ hat mich voll überzeugt", sagt er.

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HILFE FÜR HILFLOSE: Findus berät junge Menschen, die mit Selbstmordgedanken kämpfen.

Ein bis zwei Nachmittage pro Woche verbringt er seither in der Beratungsstelle und hat hier schon unzählige Mails beantwortet. "Absolute Anonymität ist bei uns das oberste Gebot, deshalb kommunizieren wir ausschließlich per Mail über eine geschützte Beratungsplattform", erklärt er. Wer Kontakt mit YLL aufnehmen möchte, legt sich einen Account mit einem Benutzernamen zu. Persönliche Daten wie Name oder Adresse erfahren die jungen Berater nicht. "Das senkt die Hemmschwelle, sich Hilfe zu holen", sagt Findus.

Ich finde es enorm schön, anderen etwas geben zu können. Findus, Peer-Berater bei Youth-Life-Line

Gelernt, sich abzugrenzen

Was im Umgang mit selbstmordgefährdeten jungen Menschen sonst noch zu beachten ist, wie man sie unterstützen und ermutigen kann, hat Findus in einem viermonatigen Vorbereitungskurs gelernt. Auch, wie man sich von den Nöten der Ratsuchenden abgrenzt. "Natürlich ist es zum Teil sehr hart, was man zu lesen bekommt, und wenn die Beratung länger dauert, entsteht oft eine persönliche Bindung. Trotzdem habe ich gelernt, die Gedanken daran im Büro zu lassen", sagt der sportliche junge Mann. Beim Segeln oder Klettern bekommt er den Kopf frei; auch die Möglichkeit, sich mit anderen Peers im Büro auszutauschen, sei sehr wertvoll. Zwei sozialpädagogische Fachkräfte sind immer dabei und checken auch alle Mails, bevor sie verschickt werden.

Im Herbst fängt Findus ein Medizinstudium in Tübingen an. Bei YLL will er auf jeden Fall weitermachen, bis er die zulässige Altersgrenze von 25 Jahren erreicht. "Ich finde es enorm schön, anderen etwas geben zu können und mit meinem Einsatz etwas Wichtiges zu bewirken", sagt er.

Wollt ihr euch auch engagieren?

Mit der kostenlosen App "Letsact" findet ihr coole Projekte in eurer Nähe. Am besten gleich anmelden, denn für jeden neuen Freiwilligen spendet das Social Start-up einen Baum.

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