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Du postest Fotos von Deinem Bauch, sprichst über Schambehaarung. Warum bekommst du dafür mehrere Tausend Likes?

Ich versuche ein Sprachrohr für Leute zu sein, die sich nicht trauen, gewisse Dinge auszusprechen. Zum Beispiel mal über Sex zu reden. Das fällt nicht jedem leicht. Oder ehrlich zu sagen: "Heute finde ich meinen Körper scheiße." Oder: "Heute will ich allein sein." Leute erkennen sich wieder. Das ist, denke ich, das "Geheimnis".

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JANA HUHN: "Mit Instagram habe ich einen Weg gefunden mich auszudrücken."
Hat dein Profil schon immer so ausgesehen?

Früher habe ich wenig Persönliches geteilt. Eher so Dinge wie "Ich trage diesen Look und esse ein Avocadotoast". Wenig Nahbarkeit. Seit ich vor eineinhalb Jahren Mama geworden bin, ist es mir wichtiger geworden, über Gefühle und meinen Alltag zu reden. Mit Instagram habe ich einen Weg gefunden mich auszudrücken. Egal, ob ich ein Nacktbild hochstelle, eines mit meinem Kind im Arm oder ein Rezept für eine nachhaltige Seife teile. Ja, das bin ich und das ist mein Leben. Ich merke, dass mir das guttut und meinen Followern auch.

Es wird immer Menschen geben, die ‚schöner‘ sind als du. Jana Huhn

Dein ehrliches Profil ist bestimmt gefundenes Fressen für Hater. Bekommst du viele Hasskommentare?

Es gab mal welche wegen meiner Augenbrauen. Die sind von Natur sehr hell und ich fühle mich wohler, wenn ich sie nachmale. Da wurde öfter kommentiert, dass meine Augenbrauen scheiße aussehen und dass ich mich nicht schminken kann. Hauptsächlich von Frauen, was total crazy ist. Nach der Geburt kam mal von zwei Männern so eine Bemerkung wie: "Dein Gesicht ist wirklich total schön, aber passt nicht zum Rest deines Körpers."

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#awarenetz

Body-Shaming und Hate Speach sind im Netz allgegenwärtig. Ihr habt auch schon Erfahrungen damit gemacht? Wir haben uns mit Experten und Influencern darüber ausgetauscht, nachzulesen auf tk.de/awarenetz .

Die TK unterstützt die Beratungsplattform JUUUPORT.de, auf der sich Jugendliche gegenseitig helfen, wenn sie Probleme im und mit dem Internet haben. Die Kontaktaufnahme erfolgt anonym.

Wenn du zum Thema Nachhaltigkeit postest, passiert dir das nicht, oder?
Oh doch. Ich bin mal eine Kooperation eingegangen mit einem Rasierer-Hersteller. Seine Message war, dass man sich nur rasieren sollte, wenn man selbst drauf Bock hat. Ich fand das gut und habe ein Bild gepostet von einem Rasierer. Da gab es dann einen Haufen negative Kommentare, dass der Rasierer nicht nachhaltig hergestellt sei und wie ich mich für so etwas einsetzen könnte. Dabei ging es mir bei dieser Kooperation nicht um den Rasierer, sondern um die Botschaft dahinter.

Wie regierst du auf Hater? Streckst du Beleidigungen einfach so weg?

Ich denke, selbst der selbstbewussteste Mensch steckt das nicht einfach weg. Man überlegt sich doch immer, warum jemand so etwas schreibt. Wenn es konstruktive Kritik ist, dann versuche ich die andere Seite zu verstehen und antworte auch. Oder versuche Missverständnisse zu klären, wie bei der Kooperation. Wenn man mich aber einfach nur gezielt verletzen will, dann nützt keine Diskussion. Die haben keinen Bock zu reden, sondern wollen bewusst draufhauen. Deswegen: blockieren, Kommentar löschen und ciao. Letztlich ist mein Profil mein Wohnzimmer, meine Gedankenwelt. Das gestalte ich so, wie ich mich wohlfühle.

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NO FILTER:  Jana Huhn steht zu ihrem Körper und postet Fotos wie dieses auf Instagram.
Dazu braucht es Selbstbewusstsein. Wie steht man zu seinen Problemzonen?

Probleme machen wir uns ja meist nur selbst. Es wird immer Menschen geben, die "schöner" sind als du. Aber das ist dieses "Gesellschafts-Schön" und totaler Quatsch. Wenn die Kamera aus ist, sind wir alle irgendwie gleich und wollen für das akzeptiert werden, was wir sind - und nicht für unsere Fotos. Dieses Denken hat mir geholfen, meinem Körper gegenüber positiv gestimmt zu sein.

Und das gelingt dir jeden Tag?

Es geht darum, dass ich mich vor den Spiegel stellen und sagen kann: 'Heute ist’s nicht so geil, aber ich mag dich trotzdem.'

Nee! Ich habe bisher auch noch keinen getroffen, der sich immer gut findet. Darum geht es auch gar nicht. Es geht darum, dass ich meinen Körper so nehme, wie er ist. Dass ich mich vor den Spiegel stellen und sagen kann: "Heute ist’s nicht so geil, aber ich mag dich trotzdem." Dass ich mich angucken kann, ohne mich zu fragen, wie ich aussehen würde, wenn ich jetzt hier eine Delle weniger hätte, mehr Brust da, weniger Nase hier. Einfach, dass ich mich anschaue und mich mag. Mein Leben mag. Und ich habe auch gelernt, andere Menschen so zu nehmen, wie sie sind und sein möchten. Ich möchte andere Menschen genauso behandeln, wie ich selbst behandelt werden will.

Ist das noch gesund?

In unserem Podcast zum Thema "Body-Shaming" hört ihr ein Gespräch mit Influencerin Louisa Dellert. Sie setzt sich seit Jahren für Body-Positivity ein.Mit ihr im Interview: Medizinsoziologe Dr. Friedrich Schorb.