Wird die allergische Reaktion durch direkten Kontakt des Allergens mit der Haut ausgelöst, spricht man von einer Kontaktallergie. Etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung Deutschlands reagieren sensibel auf mindestens ein häufig vorkommendes Kontaktallergen (Nickel, Duftstoffe oder Ähnliches).

Das allergische Kontaktekzem ist eine Spätreaktion, das heißt, sie tritt erst nach 24 bis 72 Stunden auf, typischerweise scharf begrenzt an den Hautstellen, die in direktem Kontakt mit dem Allergen standen. Bei dieser Entzündung der oberen Hautschichten können Rötungen, Schwellungen, Wasserbläschen, nässende Stellen, Schuppenbildung und Hautverkrustungen in unterschiedlichem Ausmaß auftreten. Meist sind sie mit starkem Juckreiz verbunden, wodurch zusätzlich Schäden durch Aufkratzen der Haut verursacht werden können.

Was ist ein chronisches Kontaktekzem?

In der Regel heilt ein allergisches Kontaktekzem wieder vollständig ab, ohne Spuren auf der Haut zu hinterlassen. Bei ständigem Kontakt mit dem Allergen kann sich jedoch ein chronisches Hautekzem mit entzündlichen Hautverdickungen, starker Verhornung und einer Vergröberung der Hautfelderung entwickeln.

Was sind nichtallergische Ekzeme?

Nicht alle Arten von Nesselsucht und Kontaktekzemen sind auf allergische Reaktionen zurückzuführen. Der Kontakt mit bestimmten Reizstoffen (dazu gehört auch die Berührung einer Brennnessel oder einer Nesselqualle) führt bei jedem Menschen zu einer direkten Hautreizung mit nesselartigem Ausschlag oder Ekzem.

In diesem Fall beruhen die Reaktionen auf der giftigen oder ätzenden Wirkung der Reizstoffe. Hierbei tritt die Hautreaktion bereits beim erstmaligen Kontakt mit diesen Stoffen auf und steigt proportional mit der Menge der Reizstoffe an. Bei einer chronischen Schädigung bestimmter Hautpartien kann sich ein degeneratives Kontaktekzem entwickeln.

Durch ständigen Kontakt mit Wasser, Seifen oder Lösungsmitteln wird der Fett- und Säureschutzmantel der Haut geschädigt. Als Folge entstehen Risse in der Oberhaut, durch die sowohl Krankheitserreger als auch allergisierend wirkende Substanzen eindringen und ein Ekzem verursachen können. Hier wird auch von einem Abnutzungsekzem gesprochen.

Was löst eine Kontaktallergie aus?

Theoretisch kann jeder natürliche oder künstliche Stoff zum Auslöser einer Allergie werden. Einige Substanzen treten häufiger als Allergene auf als andere. So bestehen oft Kontaktallergien gegen:

  • Metalle (Nickel, Kobalt, Chromate), Latex, Gummihilfsstoffe (Akzeleratoren, Antioxidantien, Vulkanisierstoffe, Stabilisatoren der Gummiherstellung), Duftstoffe und weitere Inhaltsstoffe in Kosmetika wie Farbstoffe oder Konservierungsmittel (zum Beispiel Parabene, Formaldehyd) sowie Epoxidharze und Pflanzen
  • Es gibt mindestens 10.000 Pflanzen, die in Verdacht stehen, ein allergisches Kontaktekzem auszulösen. Aber nicht nur der direkte Kontakt mit der Pflanze, sondern auch Pflanzenextrakte in Körperpflegemitteln (Seifen, Shampoos, Mundwasser und andere), in Kosmetika und in Naturheilmitteln (zum Beispiel Kamillenbäder) können Allergien auslösen. Korbblütler wie Arnika, Beifuß, Kamille und Schafgarbe sind für ihre allergene Wirkung bekannt, die auch von Tinkturen (zum Beispiel Arnikatinktur) oder Extrakten (zum Beispiel Kamillenextrakt) ausgeht.
  • Die als Garten- und Zimmerpflanzen beliebten Korbblütler wie Astern, Chrysanthemen, Dahlien, Kokardenblume (Gaillardia), Sonnenblumen und Margeriten können ebenfalls Kontaktallergien auslösen.

Wie wird eine Kontaktallergie festgestellt?

Die Allergiediagnostik läuft in verschiedenen Stufen ab. Den Anfang bildet stets die gründlich erhobene Vorgeschichte (Anamnese) zum Auftreten der allergischen Symptome. Das Führen eines Allergietagebuchs kann dabei sehr hilfreich sein, zumal die allergische Reaktion verzögert auftritt.

Der Nachweis einer Kontaktsensibilisierung erfolgt durch einen Epikutantest (Pflastertest auf der Haut). Hierbei werden verdächtige Substanzen mit einem Spezialpflaster auf den Rücken geklebt. An diesen Stellen lassen sich dann anhand von Hautrötung und Quaddelbildung bestehende Allergien erkennen.

Nach 24 bis 48 Stunden wird das Pflaster entfernt, die Stellen werden markiert und die Reaktion der Haut wird am gleichen Tag und nach 72 Stunden nochmals beurteilt.

Wie wird eine Kontaktallergie behandelt?

Da eine einmal erworbene Kontaktsensibilisierung zeitlebens bestehen bleibt und eine Heilung nicht möglich ist, bleibt die einzige Möglichkeit, das Auftreten einer erneuten Reaktion zu verhindern, den Kontakt mit dem Allergen konsequent zu vermeiden. Hierzu werden genaue Informationen über die einzelnen Auslöser benötigt. Patienten mit Kontaktallergien erhalten meist einen Allergiepass, in dem die Auslöser mit Zusatzinformationen aufgeführt sind. Diese Substanzen gilt es dann in allen Produkten zu meiden.

Seit 1997 ist die sogenannte INCI-(International Nomenclature of Cosmetic Ingrediens)Deklaration der Kosmetikinhaltsstoffe europaweit Gesetz. Inzwischen hat sich diese Kennzeichnung auch weltweit etabliert. Neben den USA ist sie auch in vielen Ländern Asiens, Südamerikas, Afrikas und in Australien gesetzlich verankert. Die einzelnen Kosmetikinhaltsstoffe werden mit ihren chemischen beziehungsweise botanischen Bezeichnungen auf den kosmetischen Produkten genannt. Die Inhaltsstoffe sind mit der abnehmenden Reihenfolge ihrer Konzentrationen angegeben, bei Bestandteilen in einer Menge unter einem Prozent ist die Reihenfolge nicht mehr maßgebend.

Als Farbstoffe, Konservierungsmittel und Lichtschutzfilter dürfen nur Substanzen eingesetzt werden, die in einer Positivliste in der Kosmetikverordnung aufgeführt sind. Zu den häufigsten Allergieauslösern bei Kosmetika gehören Duftstoffe, bestimmte Farbstoffe und Konservierungsmittel. Ein vom Deutschen Allergie- und Asthmabund entwickeltes Label kennzeichnet Produkte, die frei von den häufigsten Allergieauslösern sind.

Wie sollte ein akutes Kontaktexzem behandelt werden?

Das akute Hautekzem wird mit Medikamenten oder Salben (Glukokortikosteroide und Teerpräparate) behandelt. Diese Therapie wird durch adstringierende und rückfettende Bäder und Umschläge sowie Maßnahmen zur Linderung des Juckreizes unterstützt. Folgeerkrankungen wie Hautinfektionen durch Pilze und Bakterien werden dabei gesondert behandelt.

Wie wichtig ist die richtige Hautpflege als Schutz?

Die sorgfältige Pflege der Haut ist in jedem Fall erforderlich. Der Fett- und Säureschutzmantel der Haut wird durch die Verwendung seifenfreier Syndets (pH-Wert zwischen 5 und 6,5) und Schutzcremes stabilisiert, wodurch das Eindringen von Allergenen erschwert wird. Die Pflegemaßnahmen müssen immer auf den aktuellen Hautzustand, der sich durch Lebensalter, Klima und Umwelt verändert, eingestellt werden.