Große allergologische Bedeutung haben unter anderem Aspergillus- und Penicilliumarten sowie die Schimmelpilze Alternaria alternata und Cladosporium herbarum. Im Sommer und Herbst finden sich in der Außenluft die höchsten Schimmelpilzsporen-Konzentrationen. Für Schimmelpilzallergiker bietet sich als Urlaubsregion das Hochgebirge an, da hier, bedingt durch die niedrige Luftfeuchtigkeit, nur geringe Sporenmengen vorkommen.

Wie macht sich eine Schimmelpilzallergie bemerkbar?

Allergische Symptome wie Niesanfälle, Schnupfen, Husten, Nesselfieber oder allergisches Asthma können ganzjährig oder saisonal auftreten. Bei der seltenen exogenallergischen Alveolitis (Allergie Typ III) handelt es sich um eine Erkrankung der Lungenbläschen, die durch andauerndes Einatmen von Schimmelpilz-sporen oder anderen organischen Partikeln ausgelöst werden kann.

Wo überall lauert Schimmelpilz?

Oft treten Beschwerden beim Aufenthalt in bestimmten Räumen, zum Beispiel in Büros mit unzureichend gewarteter Klimaanlage oder in feuchten Kellerräumen, auf. In Wohnräumen kommt es vielfach aufgrund von konstruktionsbedingten Baumängeln oder schlecht belüfteten Räumen zu Schimmelbefall und erhöhten Sporenkonzentrationen.

Die Sporen gelangen mitsamt den Allergenen in die Raumluft. Typische Schimmelpilzschäden entstehen etwa durch Feuchtigkeit hinter Tapeten, Holzverschalungen und Kachelwänden. Ebenfalls können schlecht gereinigte Kühlschränke, Abfallbehälter, Blumentöpfe, Luftbefeuchter, Weinkeller oder Gewächshäuser sowie Biotonnen Schimmelpilzquellen darstellen. In der Natur kommen Schimmelpilze überall vor, besonders aber im Boden und unter Laub.

Was sollte bei der Sanierung des Wohnraums beachtet werden?

Der wichtigste Schritt bei der Sanierung ist die Feststellung und Beseitigung der Ursache. Die Feuchtigkeitsschäden müssen beseitigt und die Schimmelpilzschäden fachmännisch saniert werden. Ist es zu einem Schimmelbefall durch Feuchtigkeit gekommen, muss die Feuchtigkeitsquelle ermittelt werden. Häufige Ursachen sind mangelhafte Dämmung und Kondensatbildung durch Kältebrücken. Unzureichendes Lüften begünstigt das Schimmelpilzwachstum.

Die Ursachenermittlung und Gefährdungsbeurteilung sollte am besten durch qualifizierte Sachverständige, die Sanierung durch entsprechende Fachfirmen erfolgen. Bei der Untersuchung werden die Innen- und Außenwände begutachtet sowie die Wandfeuchte und die relative Raumluftfeuchte. Durch gezielte Messungen wird außerdem die Sporenbelastung der Raumluft im Vergleich zur Außenluft überprüft. Im Labor kann auch festgestellt werden, welche Schimmelpilzarten auf den entsprechenden Nährmedien wachsen.

Wie kann man Pilzbefall vorbeugen?

  • Sorgen Sie stets für eine gute Stoß- oder Querlüftung.
  • Vermeiden Sie lange Kippstellung der Fenster.
  • Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen.
  • Stellen Sie Möbel nicht direkt an die Wände, achten Sie auf Stockflecken.
  • Feuchtigkeit aus warmer Luft kann sich an kühlen Wänden unbeheizter Räume niederschlagen.
  • Lüften Sie das Bad nach dem Baden oder Duschen und entfernen Sie Spritzwasser.
  • Lassen Sie keine Küchenabfälle liegen und entsorgen Sie den Hausmüll täglich. Nehmen Sie beim Öffnen der Mülltonne keinen "tiefen Atemzug".
  • Entfernen Sie Luftbefeuchter von Ihren Heizkörpern.
  • Verzichten Sie auf Zimmerpflanzen.
  • Klimaanlagen und raumlufttechnische Anlagen müssen regelmäßig gewartet werden.
  • Lassen Sie Baumängel direkt beheben.
  • Vermeiden Sie intensiven Kontakt mit abgestorbenen Pflanzenteilen und Kompost.
  • Verwenden Sie im Innenraum keine Fungizide.
  • Zur Oberflächenreinigung kann bei trockenen Flächen 70-prozentiger, bei feuchten Flächen 80-prozentiger Ethylalkohol verwendet werden. (Vorsicht: Brandschutz beachten!)
  • Bei glatten Oberflächen (Glas, Metall, Keramik) reichen zum Saubermachen Wasser und Haushaltsreiniger.
  • Befallene Polstermöbel, Matratzen, Teppiche sollten entsorgt werden. 

Sind Schimmelpilze in der Nahrung auch kritisch?

Zur Frage, ob und wie ein Schimmelpilzallergiker auch auf verarbeitete Lebensmittel reagiert, gilt es verschiedene Aspekte zu betrachten. Lebensmittel können natürlicherweise mit Schimmelpilzen belastet sein oder diese gelangen bei der Verarbeitung (etwa zu Obstsaft, Obstessig, Wein, Tomatenketchup) ins Produkt. Ob diese Allergene noch aktiv sind und die Aufnahme bei Schimmelpilzallergikern zu Beschwerden führt, geht aus der aktuellen Literatur nicht hervor.

Ein weiterer Einsatz von Schimmelpilzen findet bei der Herstellung von Starterkulturen/Veredlern (beispielsweise bei Roquefort-Käse, Wein) und Aromen statt. Hierbei werden zunehmend nicht mehr die Mikroorganismen selbst, sondern nur noch die isolierten und gereinigten Enzyme der Schimmelpilze verwendet. Ob und inwieweit diese Enzyme noch Allergene enthalten, wird zurzeit ebenfalls diskutiert.