Die meisten Menschen haben bereits auf Verfahren der komplementären Medizin zurückgegriffen. Dabei haben sie schnell festgestellt: Nicht das körperliche Symptom stand dabei im Fokus von Diagnose und Therapie, so wie es in der Regel bei der Schulmedizin der Fall ist.

Ihr alternativmedizinisch behandelnder Therapeut wird Sie vielleicht noch eingehender als ein Schulmediziner auch nach Ihrem persönlichen Befinden und Ihrer individuellen Lebensweise gefragt haben. Oder er hat bestimmte alternativmedizinische Verfahren wie den kinesiologischen Muskeltest angewendet, um den Körper zu "befragen", was ihn belastet und mit welcher geeigneten Technik die Belastung aufgelöst werden kann. Das hat damit zu tun, dass nach Vorstellung alternativmedizinischer Verfahren auch energetische, psychische oder geistige Aspekte eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Krankheiten spielen können.  

Die acht Säulen der alternativen Medizin

Dass Ihr alternativmedizinisch behandelnder Therapeut sich in der Regel für viel mehr als nur Ihr körperliches Leiden interessiert, hat einen einfachen Grund: Die meisten Behandlungsmethoden der Alternativmedizin basieren auf der Vorstellung, dass der Mensch gesund ist, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

  • ein optimaler Wassergehalt im Organismus,
  • ein gesunder Sauerstoffhaushalt,
  • eine ausgewogene Ernährung,
  • ausreichend Bewegung,
  • ein ausgewogener Mineralienhaushalt,
  • eine gute Durchblutung,
  • ein gesunder Geist/eine gesunde Psyche
  • und ein Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht.

Mit unterschiedlichen Methoden wird in der Alternativmedizin versucht, die Balance wiederherzustellen, falls der menschliche Organismus aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Welche alternativen Therapien gibt es?

Um ein bisschen Ordnung in das unübersichtliche Angebot komplementärmedizinischer Methoden zu bringen, wäre ein allgemeingültiges Einteilungsschema gut. Aber leider gibt es das nicht.

Alternative Therapien können in fünf Gruppen eingeteilt werden:

Die fünf Gruppen der Alternativmedizin

  • Ernährungsbasierte Therapien: Verfahren, die Naturprodukte (z. B. Pflanzen, Kräuter, Mineralien), Nahrungsergänzungsmittel (z. B. Vitamine, Probiotika) sowie eine bestimmte Ernährungsweise (z. B. Heildiäten, Fastenkuren) nutzen
  • Geist-Körper-basierte Methoden: Verfahren, die die Wechselwirkungen zwischen Körper und Geist nutzen (Entspannungsverfahren wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Qi Gong, Tai-Chi, Yoga und Meditation)
  • Körperbasierte Methoden: Verfahren, die körperlich angewendet werden, also durch direkte Stimulation von Muskeln, Sehnen, Nerven oder den Körperflüssigkeiten in Blutbahnen und Gewebe mithilfe von manuellem Druck, Wärme, Kälte oder unter Einsatz von Heilwasser, Strom oder Spritzen (Balneotherapie, Chiropraktik, Cranio-Sacrale-Therapie, Elektrotherapie, Eigenbluttherapie, Massage, Neuraltherapie, Osteopathie, Wärme-Kälte-Behandlungen)
  • Energiebasierte Methoden: Verfahren, die auf der Vorstellung beruhen, dass der Mensch von Energie durchflossen und umgeben ist. Solche Methoden arbeiten mit den energetischen Vorgängen im Körper und den ihn umgebenden sogenannten "Energiefeldern" (Akupunktur, Bioresonanz, nicht-invasive Magnetfeldtherapie/Magnettherapie, Kinesiologie)
  • Alternativmedizinische Systeme (Antroposophische Medizin, Ayurveda, Bachblütentherapie, Traditionelle Chinesische Medizin, Homöopathie)

Die Übergänge zwischen den einzelnen Gruppen sind oft fließend. In der Praxis können zudem Therapiemethoden verschiedener Gruppen miteinander kombiniert werden.

Beispiel: Kombination von Heilmethoden

So kann ein Therapeut zum Beispiel erst den kinesiologischen Muskeltest anwenden, bei dem mit leichtem Druck auf einen Muskel untersucht wird, ob er bei einer bestimmten Fragestellung zum Gesundheitszustand nachgibt oder nicht. Der Test beruht auf der Annahme, dass so Blockaden im Körper erspürt werden können. Zum Lösen der Blockaden kann der Therapeut dann aber eine Technik aus einem anderen Bereich, wie zum Beispiel Osteopathie oder Homöopathie, wählen.