Auf die Leistungsfähigkeit der Schulmedizin möchte kaum ein Patient verzichten. Eine alternative Behandlung kann aber ebenfalls wirkungsvolle Resultate erzielen. Eines haben alle alternativen Therapien gemein: Sie gelten als nicht wissenschaftlich abgesichert im Sinne der westlichen, naturwissenschaftlich orientierten Medizin. Das unterscheidet die Alternativmedizin von der sogenannten Schulmedizin.

Nicht wissenschaftlich abgesichert

Von bestimmten Ernährungslehren über bewegungstherapeutische Verfahren bis hin zum pflanzlichen Heilmittel galt lange Zeit all das als Alternativmedizin, was von der Schulmedizin nicht als wirksam anerkannt wurde.

Dabei ist es egal, ob die Wirksamkeit einer alternativen Therapie bei bestimmten Leiden in wissenschaftlichen Studien heute nachgewiesen wurde, wie zum Beispiel, dass bestimmte Johanniskraut-Präparate eine leichte bis mittelschwere Depression kurzfristig lindern oder Akupunktur bei Nackenschmerzen hilft.

Der Begriff Alternativmedizin bedeutet einfach allgemein, dass es sich um verschiedene alternative Heilmethoden handelt, die alternativ zur üblichen wissenschaftlich orientierten Medizin (Schulmedizin) eingesetzt werden.

Alternativmedizin muss meist selbst gezahlt werden

Die Alternativmedizin gehört in der Regel nicht zum Leistungskatalog gesetzlicher Krankenkassen. Denn gesetzliche Krankenkassen sind bei der Festlegung der Inhalte ihrer medizinischen Versorgung daran gebunden, welche Maßnahmen der Gemeinsame Bundesausschuss Ärzte/Krankenkassen (G-BA) auf die Positiv- beziehungsweise Negativliste setzt.

Auch die Techniker übernimmt nur die Kosten von Maßnahmen, die der G-BA auf die "Positivliste" setzt, als sogenannte Regelleistung. Und das orientiert sich an den harten Fakten der herrschenden Wissenschaft.

Was ist eine Regelleistung?

Regelleistungen sind die im Gesetz aufgeführten Leistungen, die Krankenkassen gewähren müssen oder im Rahmen einer Ermessensentscheidung als Mehrleistung gewähren können. Dazu müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt ein, die ebenfalls im Gesetz genannt sind. 

Darüber hinaus kann die Techniker, wie andere Krankenkassen auch, Verträge mit verschiedenen Leistungserbringern wie Ärzten abschließen und über die Regelleistung hinaus Kosten übernehmen.

Komplementärmedizin - was ist das?

Dort, wo die Schulmedizin heute an ihre Grenzen stößt, befassen sich auch immer mehr schulmedizinisch ausgebildete Ärzte bei der Therapie ihrer Patienten mit den verschiedenen Verfahren der Alternativmedizin.

Einige wenden sie selber an, andere arbeiten mit Angehörigen anderer Gesundheitsberufe wie Psychotherapeuten oder Heilpraktikern zusammen. Die meisten behandeln heute aber zumindest immer auch Patienten, für die die therapeutischen Systeme der Schulmedizin nicht allein gesund machend sind.

Der Begriff "Komplementärmedizin" hat sich dabei gegenüber dem Begriff Alternativmedizin durchgesetzt, da in der Praxis alternative Methoden meistens nicht als Alternative zur "Schulmedizin", sondern als Ergänzung betrachtet werden. In der Regel sollen sie den Behandlungserfolg einer klassischen Therapie unterstützen und nicht ersetzen.

Eigenverantwortung ist das A und O

Der Begriff "Komplementärmedizin" bedeutet nicht nur den Einsatz alternativer Mittel und Methoden, sondern spricht auch in besonderem Maß die Eigenverantwortung des Patienten an. Dieser ist aufgefordert, selbst aktiv zu werden und zusammen mit seinem Arzt oder Therapeuten die für ihn persönlich optimale Behandlungsweise zu finden.

Und warum ganzheitliche Medizin?

Die Alternativmedizin betrachtet nicht nur die Krankheit beziehungsweise deren Symptome, sondern den Menschen als Ganzes. Das bedeutet, Körper, Geist und Seele werden gemeinsam behandelt.

Im Sinne der ganzheitlichen Medizin werden dabei viele individuelle Details des Erkrankten vor Diagnosestellung gesammelt. So werden zum Beispiel auch das persönliche Befinden, individuelle Lebensgewohnheiten, Beziehungen zu anderen Menschen, das direkte Umfeld und die Umwelt erfasst, gesehen und in der Therapie berücksichtigt.

Naturheilverfahren und Alternativmedizin

Zu den Naturheilverfahren gehören solche Verfahren, die natürliche, von der Natur vorgegebene Mittel und Methoden zur Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten verwenden.

Naturheilverfahren arbeiten also mit dem gezielten Einsatz von

  • Licht,
  • Luft,
  • Wärme und Kälte,
  • Wasser und Erde,
  • Bewegung und Ruhe,
  • Ernährung und Nahrungsenthaltung,
  • Heilpflanzen,
  • seelischen Impulsen und Entspannung.

Naturheilverfahren und Alternativmedizin werden im allgemeinen Sprachgebrauch häufig gleich gesetzt. Das ist aber eigentlich nicht richtig, denn in Abgrenzung zur Alternativmedizin umfasst der Begriff "Naturheilverfahren" nur natürliche, von der Natur vorgegebene Mittel und Methoden  - und keine technischen Verfahren. Der Begriff "Alternativmedizin" ist also im Vergleich zum Begriff "Naturheilverfahren" weiter gefasst zu verstehen.