Unkomplizierte Blasenentzündungen sind bei Frauen sehr häufig. Die Ursache ist eine Infektion mit Bakterien. Sie macht sich normalerweise als brennender Schmerz beim Wasserlassen bemerkbar, oft verbunden mit gesteigertem Harndrang. Diese Beschwerden können sehr unangenehm sein, lassen sich aber mit Antibiotika gut behandeln. Eine unkomplizierte Blasenentzündung heilt meistens ohne Probleme aus.

Antibiotika töten die Bakterien schnell ab

Antibiotika können bei Blasenentzündungen die Beschwerden schnell lindern und die Entzündung beseitigen, indem sie die Bakterien abtöten. Das haben Studien belegt, in denen eine Teilnehmergruppe Antibiotika erhielt, eine andere Gruppe dagegen ein Scheinmedikament (Placebo). In den Studien ging es den Teilnehmenden, die Antibiotika einnahmen, deutlich schneller wieder besser: Die Schmerzen und das Brennen ließen bei ihnen rasch nach - meistens innerhalb von ein bis drei Tagen. Am Ende der ein bis sieben Tage dauernden Behandlung hatten im Durchschnitt 62 von 100 Frauen keine Beschwerden mehr. Dagegen waren nur 26 von 100 Frauen, die ein Scheinmedikament einnahmen, zu diesem Zeitpunkt beschwerdefrei.

Bei einigen Frauen traten bei der Einnahme von Antibiotika Nebenwirkungen auf. Dazu zählten Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit und Durchfall, Kopfschmerzen, Hautausschlag und Juckreiz.

Verschiedene Antibiotika wirken ähnlich gut

Eine Forschergruppe des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration hat versucht herauszufinden, wie effektiv die verschiedenen Antibiotika bei einer Blasenentzündung im Vergleich zueinander sind. Sie haben alle aussagekräftigen Studien in einer sogenannten systematischen Übersicht zusammengefasst.

Ihr Fazit: Alle analysierten Mittel lindern die Beschwerden ähnlich gut. Dies gilt für klassische Antibiotika, aber auch für Medikamente aus der Gruppe der Chinolone. Dies sind Wirkstoffe, die zu den Antibiotika zählen, aber etwas anders wirken. Sie blockieren ein bestimmtes Enzym, das für die bakteriellen Erreger lebensnotwendig ist. Welches Medikament im Einzelfall angebracht ist, hängt unter anderem von folgenden Fragen ab:

  • Spricht etwas gegen die Einnahme bestimmter Antibiotika, beispielsweise Allergien, Unverträglichkeiten oder eine Schwangerschaft?
  • Welche Nebenwirkungen treten bei einzelnen Antibiotika häufiger oder seltener auf als bei anderen?
  • Wie empfindlich sind die vorhandenen Erreger gegen verschiedene Antibiotika?

Resistente Erreger sind unempfindlich gegen bestimmte Antibiotika. Diese können sich unter anderem bilden, wenn Antibiotika zu häufig eingesetzt werden.

Antibiotika drei oder fünf Tage einnehmen?

Zur Linderung der Beschwerden reicht meist eine einzige Antibiotika-Dosis, wie sie bis vor einigen Jahren verschrieben wurde. Die Einmal-Gabe lässt zwar die Beschwerden schnell abklingen, allerdings sorgen überlebende Bakterien oft für einen Rückfall. Heute werden Harnwegsentzündungen deshalb entweder durch eine dreitägige Kurztherapie oder durch eine längere Antibiotika-Einnahme über fünf oder mehr Tage behandelt.

Um die Frage zu beantworten, ob die dreitägige Kurzzeit-Therapie oder die längere Einnahme von Antibiotika besser ist, haben Wissenschaftler der Cochrane Collaboration insgesamt 32 Studien mit über 9.600 Frauen ausgewertet. Aus der Analyse haben die Wissenschaftler mehrere Schlüsse gezogen, die bei der Therapie-Entscheidung helfen können.

Das erste Ergebnis ist, dass eine dreitägige Behandlung den meisten Frauen mit einer unkomplizierten Blasenentzündung genügt, um die Beschwerden zu lindern. Eine längere Antibiotika-Einnahme half nicht besser, führte jedoch häufiger zu Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Problemen oder Hautausschlag.

Ein weiterer Unterschied zeigte sich bei der Untersuchung von Urinproben der Patientinnen. Während einer Blasenentzündung lassen sich Bakterien im Urin nachweisen. Nach einer fünftägigen Therapie war der Urin fast aller Frauen bakterienfrei. Nach einer dreitägigen Antibiotika-Therapie waren bei einigen Frauen jedoch immer noch Bakterien zu finden. Ob das aber häufiger zu Rückfällen führt, ließen die Studien offen.

Dennoch geht es bei der Entscheidung über die Länge der Therapie um die Frage, ob für eine Frau ein möglicherweise erhöhtes Risiko für einen Rückfall oder die Nebenwirkungen mehr ins Gewicht fallen: Wer möglichst sichergehen will, dass die Infektion abgeklungen ist, bevorzugt vielleicht Antibiotika über fünf oder mehr Tage. Wem es hingegen wichtig ist, Nebenwirkungen möglichst zu vermeiden, wählt vielleicht eher eine dreitägige Therapie.