Vorab erst einmal eine gute Nachricht: Für die meisten Arzneimittel gilt, dass sie viele Jahre in ihrer Wirkung stabil sind, vorausgesetzt, sie werden richtig aufbewahrt. Sie sollten zum Beispiel vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt gelagert werden. Im Badezimmer und in der Küche können sich - gerade bei kleinen Räumen - Wärme und Feuchtigkeit stauen, sodass sich diese häufig genutzten Aufbewahrungsorte für Medikamente nicht eignen. 

Wenn das Verfalldatum abgelaufen ist

Es empfiehlt sich, die Hausapotheke einmal jährlich zu sichten und die verfallenen Medikamente auszusortieren. Auch Präparate, deren Farbe oder Geruch sich verändert haben sowie solche mit äußerlich sichtbaren Defekten, zum Beispiel Rissen, gehören entsorgt.

Auf keinen Fall sollten Medikamente in die Toilette oder den Ausguss geschüttet werden, da dies zu vermeidbaren Belastungen des Abwassers und der Umwelt führt. Aus dem gleichen Grund sollte man das Ausspülen von Glasbehältern, in denen sich Arzneimittelreste befinden, unterlassen. Auch dies belastet den Wasserkreislauf. Laut einer Umfrage der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) gaben 20 Prozent der Befragten an, Medikamente auch über das Abwasser zu entsorgen.

Entsorgung über Apotheke und Recyclinghof

Vorzuziehen ist die fachgerechte Entsorgung über die Apotheke. So rät die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände den Verbrauchern, alte Medikamente über die Apotheke zu entsorgen, auch wenn dies nur eine Serviceleistung der Apotheke ist und die Kunden keinen Rechtsanspruch darauf haben.

Auch Recyclinghöfe oder Schadstoffmobile entsorgen Medikamente kostenlos. Wichtig ist, dass der Medikamenten-Müll nicht in die Hände von Unbefugten oder spielenden Kindern gerät.

Entsorgung über den Hausmüll

Die Landesapothekerkammer in Baden-Württemberg empfiehlt die Entsorgung über den Restmüll. Auch laut Bundesministerium für Gesundheit ist die Entsorgung über den Restmüll ein sicherer und umweltfreundlicher Entsorgungsweg für Altarzneimittel, sofern der Beipackzettel eines Arzneimittels keine speziellen Hinweise für die Entsorgung enthält.

Nicht in die Restmülltonne gehören zum Beispiel Krebsmedikamente (Zytostatika). Verbraucher sollten Ärzte oder Apotheker fragen, wie diese zu entsorgen sind, falls es nicht auf dem Beipackzettel vermerkt ist.