Bei oberflächlicher Betrachtung sind Asthma und COPD kaum zu unterscheiden. In beiden Fällen handelt es sich um eine chronische Lungenerkrankung mit den Hauptsymptomen Atemnot, Husten und Auswurf. Erst bei genauerem Hinsehen zeigen sich Unterschiede.

Asthma und COPD - die Unterschiede

Die COPD beginnt meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr, denn sie ist vor allem eine Folge jahrelangen Rauchens. Durch den langsamen Verlust der Lungenstruktur, insbesondere der Lungenbläschen, leiden Betroffene unter Atemnot, Husten, gefolgt von zähem Auswurf. Anfangs treten die Beschwerden nur bei körperlicher Belastung auf, etwa beim Treppensteigen. Später zeigt sich die Kurzatmigkeit auch im Ruhezustand.

Asthma bronchiale ist eine Erkrankung, die bereits in der Kindheit entsteht. Atemnot und Husten treten anfallsartig auf. Asthma entsteht zum Beispiel durch eine erbliche Veranlagung, die dazu führt, dass die entzündeten Bronchien besonders empfindlich auf bestimmte Reize reagieren. Außerdem führen äußere Einflüsse wie Allergene, Atemwegsinfekte oder kalte Luft zu den typischen Atemnotanfällen.  

Wann entsteht das ACOS?

"Derzeit gibt es noch keine einheitliche Definition des Asthma-COPD Overlap Syndroms", sagt Dr. Wolfgang Esters vom TK-Ärztezentrum und ergänzt: "Das liegt daran, dass die Forschung noch am Anfang steht und die Erkrankung viele Gesichter hat. Doch alle Formen des ACOS haben eines gemeinsam. Betroffene Patienten leiden unter einer dauerhaften Verengung der Atemwege, die sich auch durch die Einnahme von Medikamenten nicht mehr vollständig zurückbildet." "Hinzu kommen Beschwerden, die sich entweder dem Krankheitsbild COPD oder dem des Asthmas zuordnen lassen", sagt der Facharzt für Innere Medizin.

15 bis 20 Prozent aller Asthma- und COPD-Patienten zeigen Symptome, die auf das Asthma-COPD Overlap Syndrom schließen. Typischerweise sind ACOS-Patienten älter als 40 Jahre, da eine COPD bei jungen Menschen kaum auftritt.

"ACOS entsteht vor allem bei Asthma-Patienten, die leider zu Rauchern geworden sind", sagt Esters und ergänzt: "Im Laufe der Zeit zeigt sich eine Mischung aus Asthma- und COPD-Symptomen." Der Facharzt für Innere Medizin betont außerdem: "Menschen, die seit ihrer Kindheit unter Atemwegsallergien wie zum Beispiel Heuschnupfen leiden und zusätzlich einer Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz ausgesetzt sind oder rauchen, können ebenso an einem Asthma-COPD Overlap Syndrom erkranken."

Viele Symptome melden sich gleichzeitig

Das Asthma-COPD Overlap Syndrom ist mit einem schweren Krankheitsverlauf verbunden - schwerer als bei Asthma oder COPD allein: ACOS-Patienten leiden unter vielen Symptomen gleichzeitig, die sich rasch verschlechtern und zu einem schnelleren Verlust der Lungenfunktion führen. Grundsätzlich haben die Betroffenen einen erhöhten Bedarf an Medikamenten und werden häufiger im Krankenhaus behandelt. 

Die Behandlung des Asthma-COPD Overlap Syndroms orientiert sich in erster Linie an der Asthma-Therapie: Inhalierbare Steroide wie entzündungshemmendes Cortison in Kombination mit einem Betamimetikum (Medikament, dass die Bronchien erweitert) sollen die Beschwerden lindern. Bei weiterhin symptomatischen Patienten kann der behandelnde Arzt ein langwirksames Anticholinergikum verordnen, dass vor allem bei COPD eingesetzt wird, um die Bronchien zu erweitern.

Wichtig zu wissen: Besteht der Verdacht eines Asthma-COPD Overlap Syndroms, veranlasst der Arzt eine umfangreiche Lungenfunktionsdiagnostik, die über das übliche Maß an Untersuchungen hinausgeht, um die Diagnose zu sichern.