Typische Beschwerden sind eine auffällige, erschwerte oder pfeifende Atmung, Husten, Engegefühl in der Brust und Luftnot. Die Atemnot tritt anfallsartig und häufig auch nachts auf.

Charakteristisch ist auch eine große Variabilität der Symptome, die sich in Abhängigkeit von den Jahreszeiten verändern können. Typisch für die Asthmaerkrankung ist zudem, dass bestimmte Stoffe (zum Beispiel Pollen bei allergischem Asthma) oder Situationen (Anstrengung, Klimawechsel, Aufregung) die Beschwerden auslösen oder verstärken.

Bei Kindern und insbesondere Kleinkindern können auch andere Krankheitszeichen wie Bauchschmerzen dazu kommen. Generell sollten Eltern aufmerksam werden, wenn ihr Kind auffällig häufig an Entzündungen der Bronchien (= Bronchitiden) erkrankt, an die sich eine Phase anschließt, in der die Kinder "auffällig" (erschwert und/oder pfeifend) atmen. Das gilt besonders für zwei- bis fünfjährige Kinder.

Ältere Kinder mit Asthma fallen eher durch trockenen Husten und Atemnotanfälle auf. Viele asthmakranke Kinder (und Erwachsene) husten oder bekommen Luftnot, wenn Sie sich anstrengen oder Sport treiben. Alle diese Krankheitszeichen und Beschwerden können für Kinder eine große Belastung sein, engen sie in ihren Spielmöglichkeiten ein und können zu Angst und Unruhe führen. Darum ist es wichtig, dass die Eltern und das Kind lernen, mit Asthma umzugehen, um besser damit leben zu können.

Die typischen Krankheitszeichen bei Asthma:

  • Atemnot (häufig anfallsartig, vor allem morgens, nachts oder bei Anstrengung, bei Atemwegsinfektionen und nach Kontakt mit Allergenen)
  • Giemen (pfeifendes Ausatmen), Pfeifen, Brummen beim Atmen
  • Engegefühl in der Brust
  • Andauernder Husten mit zähem Schleim
  • Kurzatmigkeit  

Was passiert beim Asthmaanfall?

Ein Asthmaanfall beginnt meist mit

  • Husten,
  • pfeifender Atmung,
  • Kurzatmigkeit oder
  • Engegefühl in der Brust.

Aus der Kurzatmigkeit wird Atemnot. Die Atemnot kann unterschiedlich stark sein. Besonders das Ausatmen fällt schwer. Je schlechter die "verbrauchte" Luft, die eigentlich wieder ausgeatmet werden müsste, aus der Lunge herausströmen kann, desto schwieriger wird es, "frische" Luft einzuatmen. Bei starker Atemnot können sowohl Kinder als auch erwachsene Menschen mit Asthma ein Engegefühl in der Brust haben. Das ist für den Betroffenen beängstigend. Gerade im Asthmaanfall ist es jedoch für denjenigen mit einem Asthmaanfall, Angehörige oder zufällig Dabeistehende wichtig,

  • Ruhe zu bewahren,
  • dem Menschen mit Asthma zu helfen, eingeübte Techniken wie Lippenbremse und Kutschersitz durchzuführen,
  • dem Betroffenen zu helfen, die richtigen Medikamente in korrekter Darreichungsform (Spray oder Tablette) und Menge einzunehmen,
  • wenn nötig, einen Arzt zu rufen.

Die eigentliche Gefahr beim Asthmaanfall ist der Sauerstoffmangel. Angst und Panik tragen lediglich dazu bei, dass die Atmung sich weiter verschlechtert. Dies kann in einen Teufelskreis von: Atemnot -> Angst -> weitere Verschlechterung der Atmung -> mehr Angst und so weiter münden, was dann unter Umständen zu ernsthaftem Sauerstoffmangel führt.

Ein Asthmaanfall kann einige Sekunden, Minuten oder Stunden andauern, in einigen Fällen sogar mehrere Tage. Dann sprechen Mediziner vom sogenannten Status asthmaticus. Asthmaanfälle können unterschiedlich schwer verlaufen und sogar in einer akuten Notfallsituation münden.

Wie stark ausgeprägt ist das Asthma (Schweregrade)?

Die Ausprägung von Asthma wird in Schweregrade eingeteilt. Bei der erstmaligen Beurteilung eines Asthmapatienten erfolgt die Einteilung anhand der Symptome, dem Ausmaß der Atemwegsverengung und der Lungenfunktion.

Asthma-Schweregrade nach Ausprägung der Beschwerden

 Schweregrad 

 Beschwerden (Symptome) 

I - zeitweise auftretend
(intermittierendes Asthma)

  •  Gelegentlich Beschwerden tagsüber (weniger als einmal pro Woche) und/oder
  • Kurze Beschwerdezunahme von einigen Stunden bis zu einigen Tagen und/oder
  • Nächtliche Beschwerden bis zu zweimal im Monat

(Bei Kindern/Jugendlichen: zeitweise auftretend Husten/leichte Atemnot mit beschwerdefreien Intervallen über zwei Monate)

II geringgradig häufig auftretend
(geringgradig persistierendes Asthma)

  •  Beschwerden tagsüber zwischen einmal pro Woche bis einmal am Tag und/oder
  • Nächtliche Beschwerden mehr als zweimal im Monat und/oder
  • Beeinträchtigung von körperlicher Aktivität und Schlaf infolge Beschwerdezunahme

(Bei Kindern/Jugendlichen: Intervall zwischen den Beschwerden unter zwei Monate).

III mittelgradig anhaltend auftretend
(mittelgradig persistierendes Asthma)

  •  Tägliche Beschwerden und/oder
  • Nächtliche Beschwerden mehr als einmal pro Woche und/ oder
  • Beeinträchtigung der körperlichen Aktivität und Schlaf infolge Beschwerdezunahme und/oder
  • Tägliche Bedarfsmedikation erforderlich

(Bei Kindern/Jugendlichen: an mehreren Tagen in der Woche und auch nachts Beschwerden).

IV schwergradig anhaltend auftretend
(schwergradig persistierendes Asthma
)

  •  Anhaltende tägliche Beschwerden und/oder
  • Häufige Beschwerdezunahme und/oder
  • Häufig nächtliche Beschwerden und/oder Einschränkung der körperlichen Aktivität

(Bei Kindern/Jugendlichen: anhaltende tägliche Beschwerden, häufig auch nachts).


Der Verlauf der Erkrankung führt nicht automatisch zu einem immer höheren Schweregrad. Vielmehr kann es durch gute Behandlung oder auch von selbst zu einer Verringerung der Beschwerden kommen.

Bei Patienten, die Asthmamedikamente erhalten, beurteilt der Arzt daher, wie gut das Asthma unter Kontrolle ist. Man unterscheidet drei Grade der Asthmakontrolle:

Kontrolliertes Asthma

Von kontrolliertem Asthma spricht man, wenn alle der folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • Beschwerden tagsüber höchstens zweimal pro Woche (bei Kindern/Jugendlichen: keine Beschwerden tagsüber),
  • keine Einschränkung von Aktivitäten im Alltag,
  • keine Beschwerden nachts,
  • Einsatz von Bedarfsmedikation oder Notfallbehandlung höchstens zweimal pro Woche (bei Kindern/Jugendlichen: kein Einsatz von Bedarfsmedikation oder Notfallbehandlung),
  • normale Lungenfunktion,
  • keine Verschlimmerung der Beschwerden.

Teilweise kontrolliertes Asthma

Von teilweise kontrolliertem Asthma spricht man, wenn ein bis zwei der folgenden Kriterien innerhalb einer Woche erfüllt sind:

  • Beschwerden tagsüber mehr als zweimal pro Woche (bei Kindern/Jugendlichen: Beschwerden tagsüber vorhanden)
  • Einschränkung von Aktivitäten im Alltag
  • Beschwerden nachts
  • Einsatz von Bedarfsmedikation oder Notfallbehandlung mehr als zweimal pro Woche (bei Kindern/Jugendlichen: jeglicher Einsatz von Bedarfsmedikation oder Notfallbehandlung)
  • eingeschränkte Lungenfunktion
  • Verschlimmerung der Beschwerden ein- oder mehrmals pro Jahr.

Unkontrolliertes Asthma

  • Drei oder mehr Kriterien des teilweise kontrollierten Asthmas innerhalb einer Woche oder
  • Verschlimmerung der Beschwerden (= Zunahme von Atemnot, Husten, pfeifenden Atemgeräuschen und/oder Brustenge, die mit einem Abfall der Lungenfunktion einhergeht) einmal pro Woche 

Welche Spätfolgen hat Asthma für den Körper?

Spätfolgen können entstehen

1.    durch die Asthmaerkrankung selbst und

2.    durch die Nebenwirkungen regelmäßig und lang andauernd eingenommener Medikamente.

Die ständige Entzündungsbereitschaft in den Atemwegen kann dazu führen, dass eine Asthmaerkrankung die Funktionsfähigkeit der Lunge dauerhaft beeinträchtigt und im fortgeschrittenen Alter in eine chronisch-obstruktive Bronchitis (COPD) oder in ein Lungenemphysem übergeht. Beim Lungenemphysem bläht sich die Lunge auf Dauer stark auf und die kleinen Lungenbläschen, die am äußersten Ende der kleinsten Bronchien sitzen und in denen der Gasaustausch stattfindet, werden geschädigt.

Die Wände zwischen den einzelnen Bläschen werden zerstört und es bilden sich größere Blasen, die zur Aufnahme von Sauerstoff und zum Gasaustausch nicht mehr geeignet sind. Der Brustkorb ist überbläht. Dadurch kann nicht mehr genügend Sauerstoff aus der Atemluft aufgenommen werden und es entsteht Luftnot.

Eine weitere seltene Spätfolge vieler Erkrankungen, die ein Leben lang in den Atemwegen der Betroffenen bestehen, ist die Schwächung der rechten Herzhälfte (Rechtsherzinsuffizienz). Herz und Lungen liegen nicht nur örtlich nah beieinander im Brustkorb, sie arbeiten auch auf vielfältige Weise zusammen und sind voneinander abhängig.

Während die linke Herzhälfte das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge mit einem relativ hohen Druck in den Körperkreislauf und zu den einzelnen Organen pumpt, ist die rechte Herzhälfte dafür zuständig, das sauerstoffarme Blut aus dem Körperkreis in die Blutgefäße der Lunge zu transportieren. Dafür ist normalerweise nicht so viel Kraft nötig, denn der Druck im Lungenkreislauf ist viel niedriger als der Druck im Körperkreislauf.

Lang andauernde Erkrankungen oder ständige Entzündungen stellen nicht nur für die Atemwege selber, sondern für die gesamte Lunge und damit auch für ihre Blutgefäße ein Problem dar. Der Druck in den Blutgefäßen der Lunge steigt und das Herz muss gegen einen viel größeren Widerstand anpumpen und wird dadurch auf lange Sicht geschwächt.

Chronische Bronchitis, Lungenemphysem und Asthma - ist das dasselbe?

Chronisch-obstruktive Bronchitis (COPD) heißt übersetzt: lang andauernde Entzündung der Lungen mit Verengung der Bronchien (= der Atemwege in der Lunge).

Das trifft zumeist auch auf die typischen Beschwerden und Veränderungen beim Asthma zu. Auch die ständige Atemnot des Menschen mit einem Lungenemphysem ist von ausgeprägten Asthmaformen manchmal schwer zu unterscheiden.

Erklärende Grafik: Verengende Atemwegserkrankungen
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Trotzdem sind Asthma, chronisch-obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem nicht dasselbe. Sie haben unterschiedliche Ursachen, unterschiedliche Krankheitszeichen, werden unterschiedlich behandelt und betreffen zumeist Menschen mit unterschiedlichen Veranlagungen und körperlichen Voraussetzungen. Eine seit langer Zeit bestehende Asthmaerkrankung, die ihre "Spuren" in den Atemwegen des Betroffenen hinterlassen hat, kann jedoch in eine chronische Bronchitis übergehen.

Das Hauptproblem bei der chronisch-obstruktiven Bronchitis ist der ständige Husten mit Auswurf. Im Gegensatz zum Asthma, wo der zähe Schleim kaum abgehustet werden kann, ist bei der Bronchitis der produktive Husten (das "Hochhusten" von Schleim aus der Lunge) typisch. Die chronische Bronchitis und auch das Lungenemphysem kommen nur bei Erwachsenen vor, Asthma kann dagegen bereits im Kindesalter erstmals auftreten.

Weitere wichtige Unterscheidungsmerkmale zwischen Asthma und COPD: Nur bei Asthma reagieren die Atemwege überempfindlich auf bestimmte Auslöser. Außerdem ist die Atemwegsverengung bei Asthmatikern mithilfe von Medikamenten komplett aufhebbar, sodass die Betroffenen zeitweise keinerlei Beschwerden haben.

Was ist bei berufsbedingtem Asthma zu beachten?

Asthma kann berufsbedingt sein. Zehn bis fünfzehn Prozent der Asthma-Patienten leiden an Atembeschwerden, die nur am Arbeitsplatz auftreten. Auslöser können zum Beispiel Mehlstaub bei Bäckern, Haarfärbemittel bei Friseuren, Farbstoffe, Reinigungs- und Desinfektionsmittel sein.

Deswegen ist bei Berufstätigen bei Verdacht auf Asthma eine eingehende Untersuchung des beruflichen Umfeldes und des Arbeitsplatzes erforderlich.