Rauchen - ob aktiv oder passiv - sollte für jeden Asthmatiker tabu sein.

Asthma verengt die Atemwege. Rauchen ebenfalls. Rauchen kann sowohl direkt Asthmaanfälle auslösen als auch die Entwicklung von Atemwegsinfektionen begünstigen. Im schlimmsten Fall können Rauchen und Asthma eine nicht mehr behandelbare, schwere Erkrankung zur Folge haben, die frühzeitig zum Tode führt.

Passivrauchen

Wer raucht, schädigt auch seine Mitmenschen. Besonders jene, die sich nicht wehren können, nämlich die Kinder. Leider unterschätzen viele rauchende Eltern die Folgen des Tabakrauchs für ihre Kinder. Diese sind dem Rauch ihrer Eltern ausgesetzt und rauchen passiv mit. Beim Verbrennen einer Zigarette entstehen etwa zwei Liter Rauch, die der Raucher selbst am allerwenigsten einatmet. Dieser Rauch schädigt das Kind.

Kinder erkranken umso häufiger an Bronchitis und Lungenentzündung, je mehr Zigaretten in ihrer Umgebung geraucht wird. Ihre Lungenfunktion ist beeinträchtigt, und asthmatische Beschwerden können die Folge sein. Langfristig ist auch die Entstehung von chronischen Krankheiten wie Herzerkrankungen und Lungenkrebs nicht ausgeschlossen.

Mit dem Rauchen aufhören - so kann es klappen

Obwohl sich fast jeder Raucher der Gefahren bewusst ist, können es die meisten dennoch nicht lassen. Auch Versuche, mit dem Rauchen aufzuhören, scheitern in vielen Fällen. Aber es gibt Hilfen, die den Schritt in die Abstinenz erleichtern.

Die beste Möglichkeit ist es, sich das Rauchen in einer Gruppe mit Gleichgesinnten unter psychologischer oder ärztlicher Leitung abzugewöhnen. Es gibt hierfür spezielle Kurse zur Tabakentwöhnung, die auf lerntheoretischen und verhaltenstherapeutischen Grundlagen basieren. Durch Verhaltensänderung sollen das Rauchen "verlernt" und Hilfen entwickelt werden, das Nichtrauchen durchzuhalten. Das Ziel der Programme ist es, das eigene Rauchverhalten zu analysieren und das Rauchen zu einem festgelegten Zeitpunkt einzustellen. Außerdem werden Strategien erarbeitet, um Rückfallsituationen zu bewältigen. Bei Interesse an einem Raucherentwöhnungskurs hilft die TK gerne weiter.

Eine andere Möglichkeit sind Nikotinersatzstoffe. Direkt nach dem Aufhören stehen die körperlichen Entzugsprobleme im Vordergrund. Um diese abzumildern, kann man dem Körper auf verschiedene Arten das Nikotin zuführen. Denn das Nikotin in Reinform ist nicht so gefährlich wie der gesamte Zigarettenrauch. Die besten Erfahrungen wurden mit Nikotinpflastern gemacht, andere Möglichkeiten sind Kaugummi oder Nasenspray. Es sollte jedoch immer gemeinsam mit dem behandelnden Arzt entschieden werden, ob und wenn ja, welche Nikotinersatzstoffe im Einzelfall geeignet sind. Die Kosten für diese Nikotinersatzstoffe können leider von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.

Ganz aufhören

Denken Sie als Asthmatiker daran, dass der vollständige Verzicht auf Zigaretten die einzige Möglichkeit ist, das weitere Fortschreiten der Lungenerkrankung zu verhindern. Die tägliche Zigarettenzahl zu verringern oder zu einer "leichteren" Marke zu wechseln, ist Selbstbetrug.

Denn es handelt sich hier um eine Abhängigkeit. Der Körper holt sich weiterhin durch eine Änderung der Rauchtechnik seine gewohnte Menge Nikotin - und damit auch die Schadstoffe. Je mehr Zigaretten geraucht werden, umso stärker ist die Verengung der Atemwege und umso schneller schreitet bei Asthmatikern die Erkrankung voran. Zwar bildet sich durch die Aufgabe des Rauchens die Schädigung der Lunge nicht zurück, aber die Beeinträchtigung der Lungenfunktion verlangsamt sich auf das altersbedingte, bei Nichtrauchern übliche Maß.