Berufliche Sorgen verstärken die Wahrscheinlichkeit an Asthma zu erkranken. 

Menschen, die Angst haben, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, sind offenbar stärker gefährdet, an Asthma zu erkranken, als Menschen ohne berufliche Sorgen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeitsgruppe vom Institut für Arbeits- und Sozialmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf.

Als Datenbasis diente eine repräsentative Wiederholungsbefragung, das sogenannte Sozio-oekonomische Panel. Im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung werden dafür seit 1984 jedes Jahr etwa 30.000 Deutsche befragt. Die Daten geben Auskunft über Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung und Gesundheit. 7.000 Datensätze aus den Krisenjahren 2009 bis 2011 gingen in die Untersuchung zur Asthmahäufigkeit ein. Bei den Ergebnissen wurden Nikotin- und Alkoholkonsum, Körpergewicht und körperliche Aktivität berücksichtigt.

Maßstab für die Verlustangst war, wie hoch die Beschäftigten die Gefahr einschätzten, während der folgenden zwei Jahre ohne Arbeit dazustehen. Schätzten die Teilnehmer diese Wahrscheinlichkeit auf zehn bis 50 Prozent, stieg die Asthma-Neuerkrankungsrate um elf Prozent im Vergleich zur Asthmahäufigkeit unter Beschäftigten, die nicht um ihren Arbeitsplatz fürchteten. Wurde aber die Gefahr auf mehr als 50 Prozent geschätzt, war das Risiko, an Asthma zu erkranken, um 61 Prozent erhöht. Ursache könnte der chronische Stress sein, der das Immunsystem in einen dauernden Alarmzustand versetzt.