Das Asthma bronchiale die Fruchtbarkeit von Frauen verringert, ist schon länger bekannt. Eine aktuelle Studie australischer Forscher untersuchte, welchen Einfluss Asthmamedikamente haben: Die sogenannte SCOPE-Studie (Screening für Pregnancy Endpoints) nahm die Daten von 5.617 Frauen in Neuseeland, Australien, Irland und Großbritannien genauer unter die Lupe. 

Medikamente und Fruchtbarkeit

Insgesamt 1.106 von ihnen gaben eine Asthmadiagnose an: 656 Frauen erhielten aktuell eine Asthmabehandlung, 450 benötigten zum Studienzeitpunkt keine Therapie. Anhand der eingenommenen Medikamente klassifizierten die Forscher die Frauen mit bestehendem therapiebedürftigem Asthma in drei Gruppen:

  • Gruppe 1 nahm nur kurzwirksame Bedarfsmedikamente zur Bronchienerweiterung ein
  • Gruppe 2 nahm nur inhalierbares Cortison ein
  • Gruppe 3 nahm inhalierbares Cortison plus langwirksame bronchienerweiternde Medikamente ein

Das Ergebnis: Von Asthma betroffene Frauen brauchten insgesamt länger, bis sie schwanger wurden. Beim genauen Blick in die drei Medikamenten-Gruppen, veränderte sich das Bild jedoch: So wirkte sich inhalierbares Cortison allein oder in Kombination mit langwirksamen bronchienerweiternden Medikamenten nicht auf die Fruchtbarkeit auf. Ganz im Gegenteil: Frauen, die diese Medikamente einnahmen, konnten sich ähnlich schnell über eine Schwangerschaft freuen wie Frauen ohne Asthma. 

Kurzwirksame Bedarfsmedikamente beeinflussen weibliche Fruchtbarkeit

Frauen, die hingegen nur kurzwirksame Bedarfsmedikamente erhielten, warteten bis zur Schwangerschaft rund 20 Prozent länger. Zudem erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit um 30 Prozent, mehr als ein Jahr lang warten zu müssen bis eine Schwangerschaft eintritt. 

Die genauen Hintergründe für dieses Ergebnis sind noch unklar. Experten vermuten, dass sich die Entzündungsprozesse bei Asthma nicht auf die Atemwege beschränken, sondern sich auch auf andere Organe wie zum Beispiel die Eileiter auswirken. Eine ältere Studie hatte hier gezeigt, dass vor allem diejenigen Asthmapatientinnen Fruchtbarkeitsprobleme hatten, die nicht ausreichend mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt wurden.

Fazit: Die australischen Forscher sprechen sich für eine gute Asthma-Kontrolle aus. Die Studienergebnisse deuteten darauf hin, dass langwirksame Asthmamedikamente in Kombination mit inhalativem Cortison die Fruchtbarkeit schützen könnten, während kurzwirksame Bedarfsmedikamente gegenteilig wirkten. Eine Erkenntnis, die nach Ansicht der Wissenschaftler künftig auch den Bedarf an Fruchtbarkeitsbehandlungen bei Asthma-Patientinnen reduzieren könnte.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, dass Frauen mit Asthma und Kinderwunsch möglichst früh mit der Familienplanung starten. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Fruchtbarkeitsprobleme. Das zeigen die Daten von Studien.