Besser atmen mit Yoga und Qigong

Entspannungstechniken wie Yoga, Qigong oder autogenes Training wirken sich positiv auf Körper, Geist und Seele aus.

Auch Patienten und Patientinnen mit Atemwegserkrankungen profitieren davon: Stress kann Anfälle von Luftnot auslösen, und wer Methoden zur Entspannung beherrscht, kann ihnen besser begegnen und sie im besten Fall vermeiden. So können Asthmapatienten ihre Lebensqualität spürbar verbessern. Im Fall von Yoga hat das inzwischen auch eine Studie gezeigt.

Yogaübungen, so fanden chinesische Wissenschaftler heraus, beeinflussen Asthmasymptome positiv und fördern damit die Lebensqualität der Betroffenen. Inwieweit sie die Lungenfunktion verbessern, konnte der Vergleich von insgesamt 15 Studien allerdings nicht eindeutig belegen, betonen die Forscher der Chinese University of Hong Kong. Patienten und Patientinnen, die Yoga praktizierten, sollten deshalb auf jeden Fall weiterhin ihre Medikamente nehmen.

Besonders geeignet: Hatha- und Kundalini-Yoga

Ungeachtet dessen gilt Yoga für Menschen mit Asthma als sinnvolle Maßnahme zur Selbsthilfe. Empfohlen werden vor allem Hatha- und Kundalini-Yoga. Ersteres konzentriert sich auf Meditation, langsame Körperbewegungen, sogenannte Asanas, sowie Atemübungen im Wechsel. Der Sonnengruß beispielsweise ist eine der bekanntesten Übungen aus dem Hatha-Yoga. Beim Kundalini-Yoga sind die Körperbewegungen etwas weniger statisch, zugleich kommen extreme Dehnungen oder Übungen wie der Kopfstand nicht vor. Auch beim Kundalini-Yoga ist eine ausgefeilte Atemtechnik ein wesentlicher Bestandteil der Übungen.

Beide Yogastile trainieren im Rahmen einer Atemtherapie sowohl das Zwerchfell als auch die Atemhilfsmuskulatur und fördern so die Koordination der Atmung. Davon profitieren Patienten und Patientinnen gerade auch während eines Anfalls. Bereits vor zehn Jahren zeigte ein Experiment des thailändischen Wissenschaftlers Raoyrin Chanavirut, wie und in welch kurzer Zeit Yoga die Lungen stärken kann. Chanavirut ließ 29 Freiwillige, allesamt gesund und um die 20 Jahre alt, sechs Wochen lang dreimal wöchentlich 20 Minuten fünf Übungen des Hatha-Yogas praktizieren. In diesem Zeitraum konnten sie im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die gesund gelebt, aber kein Yoga gemacht hatte, ihre Atmung deutlich verbessern. Die Teilnehmer der Yogagruppe konnten den Brustkorb weiter ausdehnen als zuvor. Chanavirut führt dies auf eine gestärkte Muskulatur zurück. Yogaübungen stärken jedoch nicht nur die Atemmuskulatur, sondern tragen auch zu Entspannung und Stressabbau bei.

Auch Qigong ist empfehlenswert

Eine weitere Methode, die Menschen mit Asthma helfen kann, ist Qigong. Wie beim Yoga werden hier gymnastische Übungen mit Atemtechnik kombiniert. Langsame Bewegungsabläufe mit innerer Konzentration, Atemtechniken, "Mudras" genannte Handhaltungen und "Mantras", heilende Klänge, kennzeichnen diese jahrtausendealten Bewegungstechniken aus China.

Autogenes Training wiederum ist eine Art Selbsthypnose, die auf ein Gleichmaß zwischen Spannung und Entspannung setzt. Das Besondere: Es kann in fast jeder alltäglichen Situation durchgeführt werden, auch auf dem Bürostuhl. Wer es beherrscht, kann sich immer und überall in einen Zustand innerer Ruhe versetzen. Auf dem Prinzip Anspannung - Entspannung beruht auch die "Progressive Muskelrelaxation" nach Jacobson. Einzelne Muskelgruppen werden nacheinander angespannt, dann wird locker gelassen. Diese Entspannungstechnik ist sehr leicht zu lernen und kann, ähnlich wie autogenes Training, fast überall praktiziert werden.

Im Idealfall lassen sich mithilfe von Yoga, autogenem Training und Co. Anfälle von Luftnot sogar verhindern. Auf jeden Fall aber können sie den Umgang mit Asthma erleichtern. Die Techniken sind am einfachsten unter Anleitung in einem Kurs zu erlernen. Solche Kurse bieten zum Beispiel Volkshochschulen und Gesundheitszentren oder auch Sportvereine an. Inzwischen gibt es sogar Anbieter von Yogaferien, in denen Anfänger und Fortgeschrittene die Möglichkeit haben, fern des Alltags zu entspannen.