Nicht mehr richtig atmen zu können, kann das seelische Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Deshalb treten Ängste und Depressionen oft bei Menschen mit Lungenerkrankungen auf. Die seelischen Probleme belasten die Patienten zusätzlich und können so die Atemprobleme verschlimmern.

Gelingt es, die Psyche zu heilen, geht es auch der Lunge viel besser. Ein positiver Kreislauf wird so in Gang gesetzt: Wer freier durchatmen kann, fühlt sich auch wieder besser.

Junge Asthmatiker erkranken häufiger an Depressionen

Schon Kinder und Jugendliche mit Asthma weisen eine doppelt so hohe Anfälligkeit für Depressionen auf wie Gleichaltrige, die nicht an Asthma leiden. Depressionen wiederum verstärken die Asthmasymptome deutlich - das zeigt eine Studie der Universität Buffalo in den USA.

Dr. Bruce Miller und und seine Kollegen von der UB School of Medicine and Biomedical Sciences in Buffalo untersuchten 90 Kinder und Jugendliche mit und ohne Depressionen im Alter von sieben bis 17 Jahren. Die Probanden sahen Filme mit traurigen, furchterregenden oder lustigen Szenen aus dem Film "E. T. - der Außerirdische". Währenddessen wurden über Elektroden Puls- und Atemfrequenz sowie die Atemfunktion gemessen, die Aufschluss über Aktion und Reaktion des sympathischen und parasympathischen Nervensystems gaben.

Auswirkungen der Gefühle auf das vegetative Nervensystem

Das vegetative Nervensystem ist einer direkten willkürlichen Kontrolle weitgehend entzogen. Es besteht aus Sympathikus und Parasympathikus, die gegensätzlich arbeiten und sich ergänzen. Das vegetative Nervensystem regelt unter anderem lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Verdauung und Stoffwechsel. Es wird durch Stress und Emotionen beeinflusst. In den Bronchien löst eine erhöhte Aktivität des Parasympathikus eine Verengung der Bronchien aus.

Die depressiven Kinder zeigten bei der emotionalen Provokation durch den Film durchgehend eine erhöhte parasympathische Aktivität - ihre Atemwege verengten sich. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass bei Kindern mit Asthma und ausgeprägter depressiver Symptomatik die parasympathische gegenüber der sympathischen Reaktion überwiegt. Dieses Ungleichgewicht könne den erhöhten Atemwegswiderstand bei asthmatischen Kindern mit Depressionen erklären, so das Forscherteam um Miller und Wood.

Multiprofessionelle Rehabilitation

Durch geeignete psychologische, psychotherapeutische oder auch medikamentöse Hilfen lassen sich deutliche Verbesserungen erzielen. Wer an Depressionen leidet, profitiert oft in besonderer Weise von einer sogenannten "multiprofessionellen Rehabilitation". Hier arbeiten verschiedene Ärztegruppen zusammen, sodass sowohl die körperlichen als auch die seelischen Krankheitsfolgen von Asthma optimal behandelt werden.