Ernährung und Asthma scheinen auf den ersten Blick nicht zusammenzuhängen. Schließlich sind bei Asthma doch die Atemwege erkrankt und nicht die Verdauungsorgane. Doch Forscher finden immer mehr Hinweise darauf, dass das eigene Essverhalten und die Allergiebereitschaft eng zusammenhängen könnten. Vor allem Ballaststoffe und ungesättigte Fettsäuren stehen im Fokus internationaler Forschungsarbeiten.

Für Menschen mit Asthma kann es sich deshalb lohnen, einen genaueren Blick auf das eigene Essverhalten zu werfen. Einige Änderungen im Speiseplan könnten die Symptome der Krankheit verbessern und zu mehr Lebensqualität beitragen. Außerdem kann eine gesunde Ernährung das Risiko senken, an Asthma zu erkranken. 

Ungesättigte Fettsäuren schützen Kinder vor Asthma

Fett hatte in der Vergangenheit häufig keinen guten Ruf. Heute weiß man: Fett ist nicht gleich Fett. Eine Studie schwedischer Wissenschaftler ergab nun, dass ungesättigte Fettsäuren das Asthmarisiko von Kindern senken können. Achtjährige Kinder mit hohen Spiegeln an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren im Blut litten der Untersuchung zufolge mit 16 Jahren weitaus seltener an Asthma als Kinder mit niedrigen Werten im gleichen Alter. 

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind vor allem in Meeresfisch und pflanzlichen Ölen enthalten. Der Körper kann sie anders als gesättigte Fettsäuren nicht selbst herstellen und ist daher auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen.

Ballaststoffreiche Ernährung wirkt sich positiv auf Allergien aus

Im Tierversuch mit Mäusen konnten Wissenschaftler aus Lausanne in der Schweiz einen positiven Einfluss einer ballaststoffreichen Ernährung auf eine bereits bestehende Allergie nachweisen. Bakterien im Dickdarm wandeln Ballaststoffe zu Fettsäuren um. Diese Fettsäuren stehen dann dem Körper zur Verfügung und haben den Untersuchungen zufolge einen positiven Einfluss auf das Immunsystem. 

Während sich Allergien ballaststoffreich ernährter Mäuse besserten, verschlechterte sich das Krankheitsbild bei Tieren, die nur sehr leicht verdauliches Futter erhielten.

Gesunde Fette, viele Ballaststoffe

Wer seinem Asthma die Stirn bieten will, ist deshalb neben der medikamentösen Therapie auch gut beraten, wenn er seine Ernährung umstellt. Das eigene Essverhalten zu verändern, erfordert zwar ein wenig Disziplin, bringt aber viele gesundheitliche Vorteile mit sich. 

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen, Nüssen und Fisch wirken Entzündungsprozessen entgegen. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte sowie frisches Obst und Gemüse bieten den Mikroorganismen im Darm Ballaststoffe. Das unterstützt nicht nur die Darmgesundheit, sondern kann sich auch positiv auf das Asthma auswirken.