Sogenannte Allergene lösen bei Allergien wie zum Beispiel Heuschnupfen eine Überreaktion des Immunsystems aus. Lange Zeit konzentrierte sich die Forschung daher auf die Bestandteile der Pollen, die solche Überempfindlichkeiten auslösen. Forscher der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz-Zentrums haben jetzt herausgefunden, dass auch nichtallergene Pollenbestandteile die Reaktionen des Körpers beeinflussen.

Für ihre Untersuchung haben die Wissenschaftler nichtallergene, sogenannte niedermolekulare Substanzen aus Birkenpollen herausgefiltert. Diese gaben sie dann in verschiedenen Kombinationen mit Allergenen mittels Prick-Test auf die Haut von Pollenallergikern. Andere Testpersonen erhielten die Mischungen über die Nase. In beiden Fällen kam es zu stärkeren allergischen Reaktionen, wenn die Probanden neben den Allergenen auch niedermolekulare Substanzen verabreicht bekamen.

Die Studienergebnisse könnten dazu beitragen, die Erfolgschancen der sogenannten Hyposensibilisierung in Zukunft noch zu erhöhen. Im Rahmen der spezifischen Immuntherapie verabreichen Ärzte heute eine Flüssigkeit, die Pollen mit allen - auch niedermolekularen - Bestandteilen enthält.

Derzeit schlagen nur 60 bis 70 Prozent der Hyposensibilisierungstherapien an. Ein Grund dafür könnten die nichtallergen, aber entzündungsfördernden Inhaltsstoffe sein, die sich negativ auf die Behandlung auswirken. Impflösungen mit biotechnologisch hergestellten Proteinen könnten die Erfolgschancen erhöhen. Dadurch könnte man gezielt nur das Allergen verabreichen, damit sich der Körper daran gewöhnt.