Allergien sind die häufigste Ursache für Asthmaanfälle. Um diese zu lindern oder eventuell sogar zu verhindern, kann gegen die Allergie eine sogenannte Hyposensibilisierung angewendet werden. Sie wird auch Spezifische Immuntherapie oder Desensibilisierung genannt.

So funktioniert die Hyposensibilisierung

Im Rahmen einer Hyposensibilisierung wird Ihnen in kleiner Menge immer wieder jene Substanz verabreicht, auf die Sie allergisch reagieren. Dadurch soll sich der Körper nach und nach an die Substanz gewöhnen und seine Überempfindlichkeit gegen sie abbauen. Sinnvoll ist eine Hyposensibilisierung vor allem bei schwerem Heuschnupfen, wenn dieser mit Medikamenten nicht ausreichend behandelt werden kann.

Wann eine Hyposensibilisierung infrage kommt

Dass die Therapie Erfolg hat, ist jedoch nicht in jedem Fall gewährleistet. Grundsätzlich sind die Aussichten auf Besserung größer, wenn die Allergie erst seit Kurzem besteht, die Allergene nur zu einer bestimmten Jahreszeit auftreten und Sie nur gegen wenige Stoffe allergisch sind. In der Regel können nur drei bis vier Allergene kombiniert werden. Außerdem spielt die Art der Allergene eine wichtige Rolle.

Bei einer Allergie gegen Bienen- oder Wespenstiche liegt die Erfolgsquote bei 90 Prozent, bei einer Allergie gegen Pollen bei 60 bis 70 Prozent und bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben bei 50 Prozent.

Wann Hyposensibilisierung wenig Erfolg verspricht

Weniger erfolgversprechend ist eine Hyposensibilisierung, wenn Sie auf Sporen von Schimmelpilzen allergisch sind. Auch als Therapie von Neurodermitis oder einer Nahrungsmittelallergie ist sie nicht zu empfehlen. Bei einer Überempfindlichkeit gegen Tierhaare wird sie normalerweise nur angewendet, wenn Sie sich aus beruflichen Gründen nicht von den entsprechenden Tieren fernhalten können.

Ansonsten ist die Trennung von den Tieren vorzuziehen. Grundsätzlich sollten Sie aber auch bei einer Hyposensibilisierung Allergieauslöser meiden. So macht eine Hyposensibilisierung gegen Hausstaubmilben nur Sinn, wenn Sie auf die entsprechende Reinheit Ihres Haushalts achten.

So läuft die Behandlung ab

Die Therapie dauert meistens drei Jahre. Unterbrechen Sie die Therapie, ist der Erfolg gefährdet. Am Anfang verabreicht Ihnen der Arzt das Allergen wöchentlich in sehr niedriger Dosis, um zu starke Reaktionen des Körpers zu vermeiden. Dann steigert er die Dosis zunehmend, bis ein Maximalwert erreicht ist. Schließlich erhalten Sie das Allergen nur noch monatlich. Dieses bekommen Sie entweder unter die Haut gespritzt oder Sie nehmen es in Form von Tabletten, Tropfen oder Spray über den Mund beziehungsweise die Zunge ein.

Studien deuten darauf hin, dass das Spritzen des Allergens größere Erfolgschancen hat. Allerdings können ihre Nebenwirkungen stärker sein.

Risiken der Hyposensibilisierung

Nebenwirkungen sind bei einer Hyposensibilisierung häufig und in gewissem Ausmaß völlig normal. Wenn Sie Tabletten, Tropfen oder Spray zu sich nehmen, kann es zu Schwellungen und Juckreiz im Mund kommen. Bei der Spritzenbehandlung sind Ausschlag, Schwellungen und Juckreiz an der Einstichstelle zu erwarten.

Allerdings kann eine Hyposensibilisierung in Ausnahmefällen auch eine heftige allergische Reaktion auslösen, den sogenannten "anaphylaktischen Schock". Er kann zu Atem- und Kreislaufbeschwerden bis zur Bewusstlosigkeit führen. Deshalb werden die Allergene immer in einer Arztpraxis verabreicht, wo Sie anschließend noch mindestens 30 Minuten bleiben müssen.

Außerdem sollten Sie am selben Tag keinen Sport treiben und die Behandlung bei Fieber verschieben.

Für wen das Risiko zu hoch ist

Für manche Menschen ist das Risiko eines "anaphylaktischen Schocks" so hoch, dass sie sich möglichst keiner Hyposensibilisierung unterziehen sollten. Dazu zählen Menschen mit schwerem Asthma, das nicht gut zu kontrollieren und instabil ist, und Patienten, die wegen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sogenannte Betablocker nehmen.