Abgase, Allergene, Infektionen, Kälte, Anstrengung, Stress, Tabakrauch, Medikamente - die Liste der Auslöser für allergisches und nichtallergisches Asthma ist lang. Ein französisches Forscherteam hat nun in einer Studie gezeigt, dass sich auch Bleichmittel, welche vor allem für das Putzen von Toilette,  Bad und Küche verwendet werden, in diese Liste einreihen.   

Studie mit mehr als 600 Frauen

In einer Studie befragten Wissenschaftler 607 Teilnehmerinnen zu Atemwegsbeschwerden und Putzgewohnheiten. Sie führten Allergie- sowie Lungenfunktionstests durch und untersuchten das Blut der Frauen auf Entzündungszeichen. Je nachdem wie häufig sie Bleichmittel nutzten, teilten sie die Frauen in drei Kategorien ein: weniger als ein Tag pro Woche, ein bis drei Tage pro Woche - oder vier bis sieben Tage pro Woche, was als "häufige Nutzung" eingestuft wurde. 

Typische Beschwerden und Entzündungszeichen

Über alle Kategorien hinweg gab mehr als ein Drittel der Frauen an, mindestens wöchentlich Bleichmittel zu verwenden. Elf Prozent der Frauen putzten vier bis sieben Tage pro Woche mit Bleichmitteln und galten daher als "häufige Nutzer". Frauen aus dieser Gruppe waren häufiger an nichtallergischem Asthma erkrankt. Außerdem ließen sich in ihrem Blut deutliche Entzündungszeichen nachweisen. Die Forscher fanden einen direkten Zusammenhang zwischen dem Verwenden von Bleichmitteln und asthmaähnlichen Symptomen, chronischem Husten sowie zu überempfindlichen Atemwegen, bei denen sich die Bronchien schlagartig verengen. Als Auslöser für allergisches Asthma scheinen Bleichmittel hingegen keine Rolle zu spielen.

Egal ob nichtallergisches oder allergisches Asthma: In beiden Fällen ist es wichtig, bekannte und mögliche noch unbekannte Auslöser zu vermeiden. Dazu gehört auch, herauszufinden, welche Auslöser problematisch sind oder werden können. Typisch ist zum Beispiel, dass Menschen mit Asthma, die in engem Kontakt mit Tieren leben, häufiger eine Tierhaarallergie entwickeln. Haustiere - auch Vogelhaltung - sind deswegen oftmals ungünstig. 

Auslösern und Triggern aus dem Weg gehen

Sobald klar ist, was die Asthma-Beschwerden auslöst oder verstärkt, gilt es diese Auslöser und Trigger zu (ver-)meiden. Im Fall von Bleichmitteln ist das einfach: Entweder mit anderen Reinigungsmitteln oder nur mit Wasser putzen. Ansonsten ist es im Alltag nicht immer leicht, Auslösern wie Kälte, Ozonsmog, Pollenflug oder Hausstaub aus dem Weg zu gehen. Dennoch gibt es für die meisten der unzähligen Asthma-Auslöser praktische Tipps, wie zum Beispiel das Meiden von Räumen, in denen geraucht wird oder der Verzicht auf Medikamente, die Asthma auslösen oder verschlechtern können, etwa Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac. 

Diese und andere Tipps helfen dabei, möglichst beschwerdefrei zu leben. Wichtigste Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der Asthmaauslöser bekannt ist.