Atemnot wird bei Asthma als das mit Abstand schlimmste Symptom empfunden. Oft ist jeder Weg zu weit, jede Treppe zu steil. Entscheiden Sie sich aus Angst vor Atemnot auch häufiger dazu, zuhause zu bleiben, "keinerlei Risiko" einzugehen und sich zu schonen? Dann sollten Sie diese "Schon-Haltung" überdenken. Denn wer gut trainiert ist, gerät nicht so schnell aus der Puste, die Lungenfunktion bessert sich und die Wahrscheinlichkeit eines Asthmaanfalls nimmt ab.

Sport: ein wichtiger Faktor bei Asthma

Eine medikamentöse Therapie allein reicht zur Behandlung von Asthma in der Regel nicht aus - zusätzliches körperliches Training ist unverzichtbar. Verzichtet man auf Sport, nimmt die Leistungsfähigkeit immer mehr ab und der Körper reagiert schon bei geringster Anstrengung mit einem Asthmaanfall. Auch für asthmakranke Kinder gilt: Bewegung ist gut für die Gesundheit und dient der Prävention. Entscheidend ist das richtige Maß an Bewegung und Sport.

Tatsächlich kennen viele Asthmatiker eine Form von "Anstrengungsasthma". Es rührt daher, dass man bei sportlicher Betätigung verstärkt atmet, die Atemwege dadurch trockener und kühler werden und hierdurch die gefürchteten Verkrampfungen in den Bronchien ausgelöst werden können. Diese Atemwegsverengung macht sich vor allem innerhalb der ersten 20 Minuten nach Beginn der körperlichen Betätigung in Form von Pfeifen und/oder Husten sowie Atemnot bemerkbar. Aber auch wenn es zunächst widersprüchlich klingen mag: Besonders um dem Anstrengungsasthma zu begegnen, sollten Sie sich regelmäßig anstrengen.

Schleimlöser Bewegung

Wenn Sie Sport treiben, verbessern Sie Ihre Leistungsfähigkeit und Ihr Allgemeinbefinden. Regelmäßiges Training verringert die Atemnot bei Belastung und Sie können gegebenenfalls auch Ihren Bedarf an Medikamenten senken. Durch Bewegung löst sich zäher Schleim und Sie können leichter abhusten. Zusätzlich wird Ihr Brustkorb beweglicher und Sie sind weniger anfällig für Infekte. Sport tut aber auch Ihrer Seele und Ihrem Sozialleben gut. Sie werden wieder aktiver und steigern damit Ihre Lebensqualität.

Sport ja - aber richtig

Besonders geeignet für Asthmatiker sind Ausdauersportarten wie Walking, Joggen, Radfahren und Schwimmen. Auf folgende Punkte sollten Sie achten:

  • Bevor Sie anfangen Sport zu treiben, sollten Sie Ihr Trainingsprogramm mit Ihrem Arzt besprechen. Eventuell wird er Ihnen raten, im Vorfeld einen Belastungstest zu machen.
  • Nehmen Sie Ihre Notfallmedikamente mit. Es kann sinnvoll sein, vor jedem Training ein bronchienerweiterndes Medikament zu inhalieren - fragen Sie dazu Ihren Arzt.
  • Vor dem Sport sollten Sie sich 15 Minuten aufwärmen, nach dem Sport sollten Sie 15 Minuten Dehnungs- und Entspannungsübungen machen.
  • Passen Sie das Training an Ihr Leistungsvermögen an, trainieren Sie nicht zu viel.
  • Mit Peak-Flow-Messungen vor, während und nach dem Training können Sie Ihre Belastbarkeit überprüfen.
  • Trainieren Sie regelmäßig, möglichst drei Mal pro Woche.
  • Vermeiden Sie starke Anstrengungen in kaltem Wasser, in kalter Luft, in Höhen über 2.000 Metern oder im Sommer bei hohen Ozonwerten.
  • Informieren Sie Ihre Trainer beziehungsweise Sportlehrer über Ihre Erkrankung.

Lungensportgruppen

Sie können sich auch einer speziellen Lungensportgruppe anschließen. Dort trainieren Sie unter fachkundiger Anleitung Kraft, Ausdauer, Koordination sowie Bewegungsabläufe und lernen Atem- und Entspannungstechniken. Die Übungen werden an die Krankheitssituation der einzelnen Teilnehmer angepasst.

Lungensport ist kein Leistungssport: Sie sollten sich also nicht überfordern und nur Ziele setzen, die auch erreichbar sind. Sehr wichtig ist, dass Sie mit dem Training aufhören, sobald Sie Herzrasen, Atemnot, ein Engegefühl in der Brust oder andere ungewohnte Beschwerden spüren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrem Trainer darüber.

Die Arbeitsgemeinschaft Lungensport ist ein Zusammenschluss von Personen und Institutionen zur Förderung des körperlichen Trainings für Patienten mit Atemwegs- und Lungenkrankheiten. Auf ihrer Homepage unter www.lungensport.org können Sie nach Lungensportgruppen in Ihrer Nähe suchen.