Sie sollten erlernen, wie Sie und Ihre Atmung auf bestimmte Stoffe und Situationen reagieren. Ihr Arzt und eine gute Schulung helfen Ihnen dabei. Es ist möglich, mit Asthma gut zu leben. Das können auch Sie schaffen!

Denken Sie immer daran:

  • Dass eine chronische Erkrankung wie Asthma einer dauernden Kontrolle beziehungsweise Therapie bedarf.
  • Dass man den Umgang mit einer Erkrankung lernen kann. Versuchen Sie, eine Asthmaschulung zu besuchen!
  • Sich auch selbst zu informieren und bei Ihrem Arzt nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.

Wichtige Hilfestellungen sind:

  • Das Erlernen von speziellen Atemtechniken für den Asthmaanfall, aber auch für das korrekte Inhalieren (Einatmen) der Medikamente
  • Sicherer und zuverlässiger Umgang mit Ihren Asthmamedikamenten
  • Das Führen eines Peak-Flow-Protokolls
  • Das Führen eines Asthma-Tagebuchs

Scheuen Sie sich nicht:

  • Ihr Umfeld zu sensibilisieren, indem Sie offen mit Ihrer Krankheit umgehen. Ihre Familie, Freunde, Lehrer et cetera müssen wissen, was im Falle eines Asthmaanfalls passieren kann, damit sie entsprechend reagieren und Ihnen helfen können.
  • Ihrem Umfeld (Kindergarten, Schule, Arbeitsplatz, Freunde et cetera) mitzuteilen, wenn Sie Atemnot haben.
  • Ihre inhalierbaren Medikamente für jedermann sichtbar zu nehmen.
  • Rat zu suchen, wenn Sie sich durch Ihre Krankheit entmutigt fühlen. Sie sind damit nicht allein! Kontaktieren Sie hierzu auch Selbsthilfegruppen und Organisationen wie den Deutschen Allergie- und Asthmabund e. V. 

Denken Sie an Impfungen: Auch für Menschen mit Asthma gelten die Empfehlungen der ständigen Impfkommission. Kinder, die an Asthma leiden, sollten - wie alle anderen Kinder auch - die zum jeweiligen Zeitpunkt der Entwicklung empfohlenen Impfungen erhalten.

Erwachsene können sich neben den Standardimpfungen, die allen Menschen empfohlen werden, zusätzlich gegen Influenza (echte Virusgrippe) und Pneumokokken-Infektionen impfen lassen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über dieses wichtige Thema.

Was ist ein Peak-Flow-Protokoll?

Der Peak-Flow-Wert ("peak flow" = "stärkste Strömung") sagt etwas über die Leistungsfähigkeit Ihrer Atemwege aus. Mit einem Peak-Flow-Meter können Sie die Atemfunktion auch zu Hause überprüfen. Sie messen damit, wie stark der Luftstrom ist, den Sie aus den Lungen ausatmen. Das ist über einen längeren Zeitraum gesehen "objektiver" und auch sensibler als die eigene Einschätzung.

Gleichzeitig sagt das Peak-Flow-Protokoll etwas darüber aus, ob Ihre Medikamente ausreichend vor Beschwerden schützen. Es kann zur Beurteilung der Schwere der Erkrankung oftmals genauso viel beitragen wie aufwendige Messungen an Apparaturen beim Arzt. Das Peak-Flow-Protokoll ist auch unabhängig von Ihrem Arzt ein Instrument, das Sie im selbstständigen Umgang mit Ihrer Asthmaerkrankung unterstützt. Sie können mit solchen Hilfestellungen selber zum Experten werden und Ihre Erkrankung (zumindest über einen gewissen Zeitraum) "objektiv" beobachten und den Verlauf der Erkrankung und die Effektivität der Therapie regelmäßig kontrollieren.

Das Peak-Flow-Meter ist ein kleines handliches Gerät, in das Sie hineinpusten und an dem Sie anschließend einen Wert ablesen. Die Werte werden in eine Tabelle eingetragen. Dabei kommt es weniger auf die Höhe einzelner Werte an als auf deren Verlauf.

Beim Peak-Flow-Wert geht es nicht darum, Ihre Werte mit Werten anderer Menschen zu vergleichen. Vielmehr kommt es darauf an, Ihren persönlichen "Bestwert" zu ermitteln. Dieser Wert ist der beste Wert, den Sie innerhalb eines längeren Zeitraumes wiederholt gemessen haben.

Alle neuen Werte können Sie mit diesem Bestwert vergleichen. So finden Sie schnell heraus, wie leistungsfähig Ihre Atemwege am Tag der jeweiligen Messung sind.

Worauf ist bei der Peak-Flow-Messung zu achten?

Damit die Ergebnisse Ihrer Messung aussagekräftig und vergleichbar sind, sollten Sie täglich morgens und abends und in derselben Position (am besten im Stehen) messen. Außerdem ist es wichtig, dass Sie im Peak-Flow-Protokoll auch vermerken, welche Medikamente Sie vor der Messung geschluckt oder eingeatmet haben. Zusätzliche Messungen, die bei starken Beschwerden ergänzend erfolgen können, sollten auch ins Peak-Flow-Protokoll beziehungsweise in den Notfallplan eingetragen werden.

Peak-Flow-Messung:

  • Vorbereiten: Bei jeder Messung die gleiche Position einnehmen (am besten im Stehen), den Zeiger des Geräts in Nullstellung bringen, das Gerät gerade halten, möglichst tief einatmen, das Mundstück in den Mund nehmen und die Lippen darum schließen.
  • Messen: Möglichst kräftig und schnell in das Gerät ausatmen (es kommt auf die "Windgeschwindigkeit", nicht auf die Menge der Luft an), dreimal messen.
  • Ablesen und Aufschreiben: Den höchsten Wert der drei Messungen aufschreiben. Wenn Sie vor der Messung ein Medikament eingenommen haben, bitte auch dies notieren.
  • Gerät säubern.
  • Mit dem Arzt besprechen: Die von Ihnen gemessenen und in das Peak-Flow-Protokoll eingetragenen Werte sollten Sie beim nächsten Arztbesuch gemeinsam mit Ihrem Arzt diskutieren.
  • Hilfestellung: Zeigen Sie Ihrem Arzt, wie Sie die Peak-Flow-Messung durchführen, damit er Sie dabei unterstützen kann, den Peak-Flow-Wert korrekt zu messen.

Erklärende Grafik: Die richtige Anwendung des Peak-Flow-Meters
Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Das Ampelschema

Um sich einen schnellen Überblick über Ihre Peak-Flow-Werte zu verschaffen, können Sie das Ampelschema anwenden:

GRÜN:

Ihr Peak-Flow-Wert ist besser als 80 Prozent Ihres Bestwertes.

Ihre Medikamente - so wie Sie sie jetzt einnehmen - schützen Sie ausreichend vor Beschwerden. Weiter so!

Wenn Ihre Beschwerden trotzdem zunehmen, sollten Sie einen Arzttermin vereinbaren.

GELB:

Ihr Peak-Flow-Wert liegt zwischen 60 und 80 Prozent Ihres Bestwertes.

Ihre Medikamente schützen Sie zurzeit nicht optimal vor Beschwerden.

Deshalb: Steigern Sie - aber erst nach Absprache mit Ihrem Arzt - die Menge der einzelnen Medikamente. Vereinbaren Sie dazu für die nächsten Tage einen Arzttermin!

Wenn Sie Ihre Medikamente nicht regelmäßig einnehmen, sollten Sie das ändern.

ROT:

Ihr Peak-Flow-Wert liegt unter 60 Prozent Ihres Bestwertes.

Wenden Sie Ihre Notfall-Medikamente an und messen Sie nach 20 Minuten erneut. Nehmen Sie eine Körperhaltung an, die Ihnen das Atmen erleichtert.

Steigt der Peak-Flow-Wert nicht an: Rufen Sie einen Arzt!

Was ist ein Asthma-Tagebuch?

Einen Überblick über Ihre gesundheitliche Lage können Sie sich mit einem Asthma-Tagebuch verschaffen. Vordrucke zum Ausfüllen bietet zum Beispiel die Atemwegsliga an.

Sie müssen das Tagebuch nicht immer führen, aber wenn Sie neue Medikamente bekommen, die Dosierung (Menge) alter Medikamente geändert wird oder Sie einfach das Gefühl haben, dass Ihre Beschwerden häufiger als sonst auftreten, können Sie Ihre Beobachtungen festhalten und im Nachhinein vergleichen, ob Ihre spontane Einschätzung und die notierten Daten übereinstimmen.

Ähnlich wie beim Peak-Flow-Protokoll haben Sie so die Möglichkeit, den Verlauf Ihres Asthmas über eine gewisse Zeit "objektiv" zu verfolgen. Diese Untersuchungsmethode kann in vielen Fällen genauso wichtige Hinweise liefern wie aufwendige, technische Apparaturen beim Arzt.

Was ist eine Asthmaschulung?

In der Asthmaschulung geht es darum zu lernen,

  • was im Notfall zu tun ist,
  • was in der eigenen Lunge während eines Asthmaanfalls passiert,
  • warum Asthma entsteht und wie es behandelt werden kann,
  • Auslöser ausfindig zu machen und zu vermeiden,
  • die Zeichen des eigenen Körpers richtig einzuschätzen,
  • ein Peak-Flow-Protokoll zu führen,
  • wie Sie im Urlaub, in fremder Umgebung und in ungewohnten Situationen selbstständig handeln können und ungeplante Belastungen beschwerdefrei durchstehen.

Kurz gesagt: Wenn Sie Ihre Erkrankung in den Griff bekommen wollen, müssen Sie selber aktiv werden. Das ist leichter gesagt als getan. Aber Ihr Einsatz wird in aller Regel mit einer Verminderung Ihrer Beschwerden und mehr Unabhängigkeit im Alltag belohnt!

Asthmaschulungen bieten zum Beispiel Lungenfachärzte und Reha-Kliniken an.

Was muss ich bei körperlicher Anstrengung und Sport beachten?

Kurzatmigkeit oder Husten treten bei vielen Asthmatikern nach oder während einer körperlichen Belastung auf. Gerade bei Kindern ist dies oft ein erstes Zeichen für eine beginnende Asthma-Erkrankung.

Körperliche Belastung gehört zu den Auslösern von Asthma-Anfällen. Man spricht auch von Belastungs- oder Anstrengungs-Asthma. Daher wird häufig angenommen, Sport sei für Asthmatiker ungesund. Das Gegenteil ist jedoch richtig: Sport und körperliche Aktivität sind auch für Asthmatiker wichtig und gesund.

Die Leistungsfähigkeit von Herz und Lungen steigen durch regelmäßige körperliche Aktivität nachweislich an. Gleichzeitig verringern sich die Asthmabeschwerden.

Ein paar Regeln müssen allerdings eingehalten werden, um ein Belastungs-Asthma zu vermeiden:

  • Wichtig ist, welche Sportart Sie betreiben wollen oder bereits betreiben. Wählen Sie eine Sportart aus, in der Sie langsam anfangen können und sich erst nach und nach belasten müssen.
  • Weiterhin ist es günstig, den Sport regelmäßig zu betreiben, um Ihren Körper an die Anstrengung zu gewöhnen und im Training zu bleiben. Jeden Morgen schwimmen zu gehen, ist besser, als alle zwei Wochen ausgiebig zu joggen - womöglich noch mit einem schnellen Sprint verbunden.
  • Gerade für Asthmatiker ist es wichtig, sich vor jeder sportlichen Aktivität aufzuwärmen und am Ende das Tempo wieder langsam und schrittweise zurückzufahren. Abrupte Wechsel sind eine Belastung, auf die Ihre Atemwege unter Umständen sofort mit Atembeschwerden oder Luftnot reagieren.
  • Mit Medikamenten kann man dem Belastungs-Asthma - vor jeder sportlichen Aktivität - vorbeugen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt genau, welches Medikament Sie vor dem Sport als Schutz und welches Sie gegebenenfalls bei Beschwerden, die während der körperlichen Belastung auftreten, anwenden sollen.
  • In vielen Städten können Sie in Asthma- oder Lungensportgruppen gemeinsam mit anderen Asthmatikern aktiv werden oder sich gründlich über mögliche sportliche Aktivitäten informieren.

Fragen Sie bei folgenden Stellen oder einer Selbsthilfegruppe nach:

Kinder, die an Asthma erkrankt sind, können mit ein bisschen Übung und Vorbereitung am Sportunterricht teilnehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie selbstständig mit den Medikamenten umgehen können und ein Gefühl für die eigenen Beschwerden bekommen haben. Außerdem sollten die Lehrer über die Erkrankung Bescheid wissen, damit sie gegebenenfalls dem Kind helfen können.

Generell gilt auch hier:

  • Vor dem Sportunterricht Bedarfsmedikamente als Schutz einnehmen
  • Immer zuerst aufwärmen und die Belastung nie abrupt beenden
  • Nicht "bis zum Äußersten gehen", sondern die Kondition langsam steigern
  • Asthmaanfälle, die trotzdem auftreten, sind in der Regel mit Atemtechnik und Bedarfsmedikamenten in den Griff zu bekommen. 

Welche Tipps gibt es für den Alltag (Vermeiden von Auslösern)?

Bei vielen Menschen mit Asthma führen bestimmte Auslöser (Trigger, beispielsweise Hausstaub, Pollen, bestimmte Nahrungsmittel, Umwelteinflüsse, belastende Situationen) zu Beschwerden oder sogar Asthmaanfällen.

Haben Sie und Ihr Arzt herausgefunden, welche Trigger bei Ihnen Beschwerden auslösen können, gilt es, die entsprechenden Stoffe oder Situationen so weit wie möglich zu vermeiden. Das ist im Alltag nicht immer leicht, da Sie Umwelteinflüssen wie Temperaturschwankungen oder Ozonsmog, Pollenflug oder Hausstaub nicht einfach aus dem Weg gehen können.

Am Meer und im Hochgebirge finden sich weniger Allergene in der Luft. Hat ein Kind zum Beispiel Asthma und eine Pollenallergie, kann es hilfreich sein, wenn sich das Kind während der pollenbelasteten Jahreszeit an einem anderen Wohnort, beispielsweise am Meer, aufhalten kann.

Es lohnt sich, mit Motivation und etwas Disziplin das Vermeiden von Triggern in Ihren Alltag zu integrieren. Auf diese Weise können Sie selber dazu beitragen, gerade allergisches Asthma effektiv und nebenwirkungsarm in den Griff zu bekommen.

Ein Reizfaktor für die Bronchien ist trockene Raumluft, daher sollte man auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum achten.

Liste der häufigsten Trigger

Pollen

Besonders in den Frühjahrs- und Sommermonaten gibt es eine Vielzahl von Getreide-, Blüten- und Gräserpollen, die in den überempfindlichen Atemwegen eines Allergikers zur Verengung der Bronchien und zu Atemnot führen können. Beispiele: Hasel (Dezember bis Mai), Birke (Februar bis August), Gräser (März bis November)

Anhand von Pollenflugvorhersagen (zum Beispiel im Radio, am Telefon und im Internet) können Sie sich auf besonders heftigen Pollenflug rechtzeitig vorbereiten. Beispielsweise können Sie durch Lüften am frühen Morgen oder in der Nacht und durch einen Pollenfilter im Auto dafür sorgen, dass weniger Pollen in Ihre Wohnung beziehungsweise in Ihr Auto gelangen. Auch die Einnahme von Antihistaminika kann allergische Reaktionen reduzieren.

Hausstaubmilbenkot

Die winzig kleinen Hausstaubmilben ernähren sich von menschlichen und tierischen Hautschuppen. Hausstaubmilben gibt es in jeder Wohnung. Sie sind kein Zeichen für unhygienische Zustände. Der Milbenkot ist deshalb in fast jeder Wohnung und besonders im Schlafzimmer (in Matratzen, Federbetten, Teppichen, Gardinen und Kuscheltieren) zu finden. In Form von vielen, winzigen Teilchen gelangt er beim Atmen in unsere Atemwege. Hausstaubmilbenkot ist wahrscheinlich die häufigste Ursache für ein allergisches Asthma.

Sie können die Milbenzahl verringern, indem Sie unnötige Staub- und Milbenfänger wie Teppiche, zusätzliche Kissen, Überdecken und dicke Vorhänge aus Ihrem Schlafzimmer verbannen, den Raum kühl und trocken halten und die Bettwäsche regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius waschen.

Auch regelmäßiges Lüften und Staubsaugen der Wohn- und Schlafräume helfen, den Milbenstaub zu vermindern. Dabei sollten Menschen mit Hausstauballergie nach Möglichkeit nicht selber staubsaugen, der Staubsauger sollte mit einem Filter ausgerüstet sein.

Für Matratzen und Bettzeug gibt es spezielle milbendichte Überzüge (Encasings). Allerdings sollten Sie sich vor dem Kauf gut informieren. Die Qualität ist nicht überall gleich gut, wie ein Test der Stiftung Warentest offenbarte. Von zwölf Allergikerbezügen boten vier keinen Schutz und erhielten deshalb die Note "mangelhaft".

Außerdem gibt es Anti-Milben-Sprays, die man auf die Matratzen, Teppiche oder Möbel sprühen kann, um die Milben zu vernichten. Allerdings ist nicht bekannt, ob die darin enthaltenen Substanzen bei langfristiger Anwendung Nebenwirkungen hervorrufen.

Federn und Daunen

Federn und Daunen in Kopfkissen, Daunendecken und Federbetten können, genau wie die Federn von im Haus gehaltenen Vögeln, eine Allergie auslösen. Menschen mit einer Allergie gegen Federn sollten daher möglichst keine Federkissen und -decken verwenden und keine Vögel halten.

Hautschuppen und Haare von Tieren (zum Beispiel Katzen, Hunden, Pferden)

Auch Tierhaare können allergische beziehungsweise asthmatische Beschwerden auslösen. Um die Krankheit in den Griff zu bekommen, ist es daher für Menschen mit einer solchen Allergie unumgänglich, auf Haustiere zu verzichten. Es besteht die Chance, dass das allergische Asthma mit dem Verschwinden des Allergens (des Stoffes, auf den die Atemwege überempfindlich reagieren) abklingt.

Substanzen, die durch Insektenstiche in den Körper gelangen

Einige wenige Menschen reagieren allergisch auf Stiche von Insekten, zum Beispiel auf Wespenstiche. Wenn Sie zu dieser Personengruppe gehören und noch kein Notfallset besitzen, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob Sie ein spezielles Notfall-Medikament benötigen.

Nahrungsmittel

Bei Menschen mit einer Allergie können manche Nahrungsmittel (zum Beispiel Nüsse, Fisch, Milch, Eier, Schokolade) oder auch Zusatzstoffe oder Bestandteile von Nahrungsmitteln (zum Beispiel Konservierungsstoffe oder Gluten) Atembeschwerden oder sogar einen Asthmaanfall auslösen.

Falls Sie nach dem Genuss von bestimmten Nahrungsmitteln pfeifende Atmung, Husten oder Luftnot verspüren, sollten Sie dieses Lebensmittel auf jeden Fall vermeiden, bis geklärt ist, ob Sie darauf allergisch reagieren oder nicht. Das sollten Sie mit einem Arzt gemeinsam herausfinden.

Beispielsweise müssen Menschen mit einer Allergie gegen Kuhmilch auf kuhmilchhaltige Lebensmittel verzichten und gleichzeitig andere kalzium- und eiweißreiche Lebensmittel als Ersatz zu sich nehmen (beispielsweise Ziegen- oder Schafsmilchprodukte). Besonders bei Kindern ist darauf zu achten, dass sie geeignete Ersatznahrungsmittel bekommen, da sie für eine gesunde Entwicklung eine vielseitige und gleichzeitig ausgewogene Ernährung brauchen.

Medikamente

Sollten Sie bemerken, dass sich Ihre Beschwerden möglicherweise durch ein neues Medikament verschlechtern (zum Beispiel Schmerzmittel oder Medikamente, die Sie wegen anderer Beschwerden einnehmen), scheuen Sie sich nicht, Ihrem Arzt diese Vermutung mitzuteilen! Eine Umstellung Ihrer Medikamente könnte dann notwendig sein.

Verschlechterungen der Beschwerden können zum Beispiel bei folgenden Medikamenten auftreten:

  • Antibiotika (zur Bekämpfung von Bakterien).
  • Acetylsalicylsäure und andere Schmerzmittel (zum Beispiel Diclofenac oder Ibuprofen).
  • Betablocker: zur Behandlung von Bluthochdruck oder Herzschwäche und in Augentropfen (zum Beispiel zur Behandlung eines Glaukoms)
  • Naturheilkundliche Heilmittel wie Gelée Royal oder Echinacea

Schadstoffe

Viele Substanzen und Stoffe in der Luft reizen oder schädigen unsere Atemwege. Bei einigen Menschen, die an Asthma erkrankt sind, fällt die Reaktion auf manche Stoffe übertrieben stark aus. Die im Normalfall sinnvolle, natürliche Abwehrreaktion in den Atemwegen wird selber zum Problem. Neben Pollenflug und Luftverschmutzung, denen wir alle ausgesetzt sind, gibt es Dämpfe, Rauch oder Geruchsstoffe (zum Beispiel in Kosmetika), die zu Hause oder am Arbeitsplatz für Menschen mit Asthma gefährlich sein können und vermieden werden müssen. Vorsicht ist zum Beispiel bei Farbdämpfen oder bei der Verwendung von Haushaltsreinigern und Unkrautsprays geboten.

Ozon

Ozon ist ein natürlicher Bestandteil der Luft, der aber nur in sehr hohen Luftschichten in größeren Mengen vorkommen sollte. Dort - in den oberen Luftschichten - bildet er eine Art Schutzschicht vor den UV-Strahlen der Sonne. In Bodennähe bildet sich Ozon, wenn sich Stickoxid, Kohlenwasserstoff und Kohlenmonoxid unter starker Sonneneinstrahlung verbinden und in neuer Form wieder zerfallen.

Eines der "Abfallprodukte" dieses Zerfalls macht aus "normalen" Sauerstoffteilchen das giftige Ozon. Das eingeatmete Ozon gelangt bis in die feinsten Verästelungen der Bronchien. Der gesunden Lunge schadet es auf lange Sicht. Beim Menschen mit Asthma ist die Wirkung schneller spürbar. Asthmaanfälle und Beschwerden häufen sich in sommerlichen Ozonsmogphasen!

Gerade für Menschen mit Asthma ist es also wichtig, die Hinweise auf Ozonsmog ernst zu nehmen und sich in solchen Phasen möglichst wenig im Freien aufzuhalten. Besonders für Kinder ist es schwer nachzuvollziehen, wenn sie bei bestem Sommerwetter nicht draußen spielen dürfen. Eltern sollten hier - zum Wohle ihres Kindes - konsequent sein. Dies gilt im Übrigen nicht nur für asthmakranke Kinder. Auch gesunde Kinder sind bei erhöhten Ozonwerten in den Sommermonaten anfälliger für zum Beispiel Pseudokrupp oder Entzündungen der Atemwege.

Zigarettenrauch

Es gibt heute keinen Zweifel mehr daran, dass das Rauchen von Tabak, egal in welcher Form, eine Vielzahl von Erkrankungen auslöst oder verstärkt. Doch gerade Menschen mit Asthma, deren Atemwege eine besondere Entzündungsbereitschaft aufweisen, können davon profitieren, das Rauchen aufzugeben. Oder besser: erst gar nicht damit anzufangen.

Rauchen und Passivrauchen beeinflussen die Häufigkeit des Auftretens von Asthma wie auch den Verlauf der Erkrankung nachteilig.

Beim Rauchen gelangen, neben Nikotin und Teer, die ja schon auf der Verpackung erwähnt sind, mit jedem Zug viele weitere chemische, zum Teil hochgiftige Substanzen wie Schwermetalle und Pestizide direkt in die Atemwege. Diese Inhaltsstoffe des Zigarettenrauches führen zu einer Zunahme der Entzündung und Reizung der Bronchialschleimhaut und zu einer weiteren Verengung der Atemwege.

Außerdem löst Tabakrauch, wenn er lange Zeit inhaliert wurde, eine chronische obstruktive Bronchitis (COPD) aus, die, wie auch ein schlecht kontrolliertes Asthma, später in ein Lungenemphysem übergehen kann. Das gilt nicht nur für Menschen, die selber rauchen, sondern auch für passive "Mitraucher", oft Kinder, die den Tabakrauch Ihrer Mitmenschen einatmen müssen.

Kinder, vor allem wenn sie an Asthma erkrankt sind, dürfen Zigarettenrauch nicht ausgesetzt sein!

Asthmatiker sollten auf Rauchen verzichten.

Wenn Sie den Nikotinkonsum aufgeben wollen, kann Sie Ihr Arzt dabei professionell unterstützen. Er kennt eine Vielzahl verschiedener Therapien, die die Rauchentwöhnung erleichtern. Gehen Sie den ersten Schritt: Fragen Sie Ihren Arzt nach Rauchentwöhnung! Unterstützung bieten auch die Raucherentwöhnungskurse der TK.

Wetter

Kalte Luft kann bei manchen Menschen Asthmaanfälle oder -beschwerden auslösen. Besonders der Wechsel von Wärme zu Kälte (aus geheizten Räumen in kalte Winterluft) ist ungünstig. Wenn Sie auf kalte Luft empfindlich reagieren, versuchen Sie, sich mehr Zeit zum Akklimatisieren zu nehmen. Wichtig ist außerdem, die körperliche Belastung gering zu halten, um zu vermeiden, dass allzu große Mengen kalter Luft in die Lungen gelangen.

Entzündungen der Atemwege

Durch Bakterien oder Viren ausgelöste Entzündungen der Bronchien (Bronchitis) oder der gesamten Lunge (Lungenentzündung = Pneumonie), aber auch ein gewöhnlicher Schnupfen verstärken bei vielen Menschen mit Asthma die Beschwerden. Daher sind Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken für Menschen mit Asthma unter Umständen empfehlenswert. Sie sollten mit Ihrem Arzt darüber sprechen.

Seelische Verfassung

Es hat sich gezeigt, dass beim Asthma die seelische Verfassung von Bedeutung ist:

Gerade in belastenden Situationen, in denen sie sich unter Druck oder im Stress fühlen, ängstlich oder aufgeregt sind, müssen viele Asthmatiker husten oder bekommen sogar Luftnot. Trotzdem kann man nicht jegliche Art von Stress oder Ärger vermeiden. Eine Hilfe, um in solchen Situationen einen klaren Kopf zu behalten, sind geistige und körperliche Entspannungstechniken, die Sie erlernen können.

Außerdem können Beschwerden der Asthmaerkrankung eine Belastung sein, wenn sich die Betroffenen weniger leistungsfähig fühlen. Auch hier gilt: Je mehr Sie Ihr eigener Fachmann werden und die Reaktionen Ihres Körpers und die Wirkungsweise Ihrer Medikamente kennen lernen, desto mehr gelingt es Ihnen, mit (und trotz) Asthma gut zu leben.

Wie kann ich mit einer Allergie umgehen?

Allergene (=Allergieauslöser) zu vermeiden, ist die effektivste und nebenwirkungsärmste Behandlungsmöglichkeit bei Allergien.

Stoffe, auf die Sie mit gefährlichen Asthmaanfällen reagieren, trägt der Arzt in einen Allergikerausweis ein. Diesen sollten Sie bei sich führen und vor allem bei Krankenhausaufenthalten, Operationen und Zahnbehandlungen unaufgefordert vorzeigen. Den Allergikerausweis sollte nur der Arzt nach entsprechenden Untersuchungen um einen neuen Stoff ergänzen. Bitte tragen Sie keine Substanzen auf eigenen Verdacht ein.

Ein Verfahren, bei dem man versucht, dem Körper eines Allergikers seine Überempfindlichkeit gegenüber einem bestimmten Stoff abzugewöhnen, ist die Hyposensibilisierung. Hier wird der Stoff ganz behutsam und zunächst in winzigen Mengen zur langsamen Gewöhnung in den Körper "eingeschlichen". Zu diesem Zweck erhält der Betroffene den allergieauslösenden Stoff in bestimmten Abständen und in steigender Menge unter die Haut gespritzt. Der Körper kann sich dann an den Stoff gewöhnen und reagiert nicht mehr übertrieben darauf. Ihr Hausarzt würde sagen: Die Allergiebereitschaft nimmt ab.

Sollte Ihr Arzt eine Hyposensibilisierung durchführen, ist es wichtig, nach jeder Spritze noch mindestens eine halbe Stunde in der Praxis zu warten, da innerhalb dieser Zeit eine gefährliche allergische Reaktion auftreten kann. Bei schwerem allergischem Asthma darf eine Hyposensibilisierung nicht erfolgen.

Bei schweren Allergien kann es notwendig sein, Kortison oder Antihistaminika einzunehmen. Diese können die übertriebene Abwehrreaktion des Körpers abschwächen.